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Tattoo- und Art-Messe „Tattoo Tattaa“ in der Siegerlandhalle
Das geht voll unter die Haut

Viele Messebesucher haben sich vor Ort ein Tattoo stechen lassen, die Auswahl an Stilen und Motiven ist groß. Fotos: Sarah Panthel
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  • Viele Messebesucher haben sich vor Ort ein Tattoo stechen lassen, die Auswahl an Stilen und Motiven ist groß. Fotos: Sarah Panthel
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sp Siegen. Sie polarisieren, die einen sind von ihnen begeistert, die anderen betrachten sie kritisch: Tattoos. Dass das Interesse an der Körperkunst, die unter die Haut geht, aber groß ist, sieht man nicht zuletzt daran, dass Messen eigens für das Thema stattfinden – wie am Samstag und Sonntag im Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle in Siegen. Über 2000 Besucher nutzten dort die Möglichkeit, sich über die neuesten Trends zu informieren oder sich vor Ort ein Tattoo stechen zu lassen.

Wer den Saal betritt, der hört an jeder Ecke das Surren einer Tätowiermaschine, zahlreiche bunte und schwarze Motive liegen zum Anschauen aus. Hier und da werden Beratungsgespräche geführt. Der Umgang miteinander ist locker, ein förmliches „Sie“ gibt es nicht, man duzt sich.

sp Siegen. Sie polarisieren, die einen sind von ihnen begeistert, die anderen betrachten sie kritisch: Tattoos. Dass das Interesse an der Körperkunst, die unter die Haut geht, aber groß ist, sieht man nicht zuletzt daran, dass Messen eigens für das Thema stattfinden – wie am Samstag und Sonntag im Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle in Siegen. Über 2000 Besucher nutzten dort die Möglichkeit, sich über die neuesten Trends zu informieren oder sich vor Ort ein Tattoo stechen zu lassen.

Wer den Saal betritt, der hört an jeder Ecke das Surren einer Tätowiermaschine, zahlreiche bunte und schwarze Motive liegen zum Anschauen aus. Hier und da werden Beratungsgespräche geführt. Der Umgang miteinander ist locker, ein förmliches „Sie“ gibt es nicht, man duzt sich. Die Tätowierer nennen ihre bürgerlichen Namen nicht, sie haben Künstlernamen. Rund 50 Studios sind vertreten aus Deutschland und darüber hinaus.

In nur einer Ecke im Saal ist kein Surren einer Maschine zu hören. Hier wird das sogenannte Handpoke angewendet, eine alte traditionelle Art zu tätowieren, die ihre Ursprünge bereits vor vielen Jahrtausenden hat. Bei „Onkel Poke“ ist die Nadel an einem Essstäbchen befestigt, damit arbeitet er. Er ist selbst am ganzen Körper tätowiert, negative Reaktionen darauf hat er so gut wie keine. Er habe auch schon in der Altenpflege gearbeitet, niemand habe sich an seiner Körperkunst gestört.

Zwei Pigmente könnten verboten werden

Zurzeit befürchten die Tätowierer, dass zwei Pigmente für grün und blau verboten werden. Der Grund: Die europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Bedenken bezüglich der Verwendung geäußert. Jetzt wollen die EU-Staaten über das weitere Vorgehen beraten. Bei einem Verbot würden über 60 Prozent aller Farben im Sortiment fehlen. Sollte es dazu kommen, dann befürchten die Verkäufer der bislang legalen Farben und die Tätowierer selbst, dass sich die Farbe illegal aus dem Ausland oder auf dem Schwarzmarkt besorgt wird, wo es keine Kontrollen gibt. Bis zum 12. Februar läuft eine Petition gegen das Verbot, die bislang rund 140 000 Unterzeichner gefunden hat.

Tattoos stehen immer wieder in der Kritik, Fragen kommen auf wie: Gefährden sie die Gesundheit? Was passiert, wenn der Körper die Farbe abbaut? Die Tätowierer selbst weisen darauf hin, dass es noch keine belastbaren Erkenntnisse gebe.

"Einfach nur schön" oder mit tiefer Bedeutung

„Weppo“, Inhaber eines Studios in Unterfranken, ist sich aber bewusst: „Wir verletzen die Haut.“ Mit einer Einwilligungserklärung sichert er sich ab. Bislang sei noch keiner zu ihnen gekommen, der sich über Beschwerden beklagt habe. Mögliche Risiken halten viele Menschen nicht auf. Laut ECHA haben 12 Prozent aller Europäer ein Tattoo. Der Grund dafür kann sehr unterschiedlich sein. Die einen sehen die Tattoos als Kunst an, finden sie „einfach nur schön“, wie die 25-jährige Isabella, die sich auf der Messe ein Frauenporträt auf den Arm stechen lässt – sieben Stunden muss sie dafür still sitzen bleiben. Für andere hat das Tattoo eine tiefere Bedeutung. Wie bei Kerstin (54), die sich einen Herzschlag mit zwei Herzen tätowieren lässt, weil sie ihren Mann wiederbeleben musste.

Warum lassen sich Menschen auf einer Messe ein Tattoo stechen? „Weil die Leute hier direkt vergleichen können“, sagt der Veranstalter, der sich „Buddy“ nennt. Es gebe eine große Auswahl an Motiven und Stilen. Er betont, dass die Messe in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt stattfinde. Es werde genau kontrolliert, ob die Hygienevorschriften eingehalten würden. Eine offizielle Ausbildung gibt es für den Beruf des Tätowierers übrigens nicht. Der „Nachwuchs“ lernt von den Erfahrenen. „Manche können bereits nach einem halben Jahr mit der Nadel an die Haut, manchen nach einem Jahr, darüber hinaus wird das wohl nichts mehr“, sagt „Weppo“ lachend.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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