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III. Weg zieht aus - nach Hilchenbach?
Das plant der Verein zur Förderung der Inklusion in der Hammerhütte

Das Wohn- und Arbeitsquartier Hammerhütte ist so vielfältig strukturiert wie kaum ein zweiter Sektor in Siegen. Nur ein Makel trübt die scheinbare Idylle: das Büro des III. Wegs. In der jüngeren Vergangenheit machten die Nazis immer wieder mit Provokationen auf sich aufmerksam - bald zieht die Kleinstpartei aber aus, der Verein zur Förderung der Inklusion möchte ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen.
  • Das Wohn- und Arbeitsquartier Hammerhütte ist so vielfältig strukturiert wie kaum ein zweiter Sektor in Siegen. Nur ein Makel trübt die scheinbare Idylle: das Büro des III. Wegs. In der jüngeren Vergangenheit machten die Nazis immer wieder mit Provokationen auf sich aufmerksam - bald zieht die Kleinstpartei aber aus, der Verein zur Förderung der Inklusion möchte ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen.
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Das Büro der rechtextremistischen Kleinstpartei III. Weg trübt die Idylle im Quartier Hammerhütte in Siegen. Aktuell kursieren Gerüchte, die Neonazis könnten nach dem baldigen Auszug aus der Krönchenstadt in Hilchenbach eine neue Immobilie erwerben. Das Konzept für die Hammerhütte steht jedenfalls - das plant der Verein zur Förderung der Inklusion.

mir Sieg

Das Büro der rechtextremistischen Kleinstpartei III. Weg trübt die Idylle im Quartier Hammerhütte in Siegen. Aktuell kursieren Gerüchte, die Neonazis könnten nach dem baldigen Auszug aus der Krönchenstadt in Hilchenbach eine neue Immobilie erwerben. Das Konzept für die Hammerhütte steht jedenfalls - das plant der Verein zur Förderung der Inklusion.

mir Siegen. Das Wohn- und Arbeitsquartier Hammerhütte ist so vielfältig strukturiert wie kaum ein zweiter Sektor in Siegen: Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohnungen, Wohngemeinschaften, Gewerkschaftsbüros, ein Kletterzentrum und ein stadtbekannter Fleischereibetrieb mit Kundschaft von überall her. Nur ein Makel trübt die scheinbare Idylle: das Büro des III. Wegs. Zum 1. Juli wird sich das ändern, der Siegener Verein zur Förderung der Inklusion wird in die Geschäftsräume der Schlachthausstraße 2 einziehen. Fakt ist, seit der öffentlichen Bekanntgabe dieser Nachricht im September 2021 hat es eine große Zustimmung für diesen bürgerschaftlichen Einsatz gegen die rechtsextremististischen Aktivitäten in Siegen gegeben.

Was plant der III. Weg in Hilchenbach?

Aktuell kursieren Gerüchte, die Neonazis könnten in Hilchenbach eine Immobilie erwerben oder gar ein neues Büro in Siegen eröffnen. Dazu Martin Hoffmann (Verein zur Förderung der Inklusion): "Es war nicht zu erwarten, dass sich diese Kleinstpartei nach der Kündigung des einzigen Büros in Westdeutschland in Luft auflöst." Die umfangreichen Bemühungen des Vereins und von Siegens Bürgermeister Steffen Mues hätten dazu geführt, dass der Vertrag beendet wird. Die unter dauernder Beobachtung des Verfassungsschutzes stehende Gruppierung könne somit ihre Ziele nicht mehr von Siegen aus planen und durchführen. Hoffmann: "Es ist offensichtlich, dass nach der Kündigung des Parteibüros die rechtsextremistischen Aktivitäten in Siegen deutlich zurückgegangen sind." Das sei ein Erfolg des breiten zivilgesellschaftlichen Engagements.

Was plant der "III. Weg" in Hilchenbach?

Verein zur Förderung der Inklusion will in Siegen Zeichen für Vielfalt setzen

Ab 1. Juli will der Verein Inklusive Begegnungen im Quartier Hammerhütte ein Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit und gegen die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung und Behinderung setzen. Geplant ist ein inklusives Stadtteilzentrum, in dem sich Menschen mit und ohne Behinderung treffen und engagieren können. Der Verein ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, arbeitet mit der Stadt Siegen, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, einigen Wohlfahrtsverbänden wie der AWo und der Uni Siegen zusammen. Mittlerweile hat der Verein ein umfassendes Konzeptpapier zum „Inklusiven Stadtteilzentrum Siegen-Hammerhütte“ erarbeitet.

Große Demo ohne Zwischenfälle

In den Begegnungsräumen sollen niederschwellige, offene Angebote für alle Menschen stattfinden, grundsätzlich will man den Gedanken der Inklusion in der Mitte der Gesellschaft verankern, ein noch zu gründende Beirat soll diesen Vorhaben unterstützend anschieben. Kultur und Sport sollen zwei prägende Bereiche werden: Lauftreff für alle, eine Band für Menschen mit und ohne Behinderung zieht mit ein, inklusive Lauf- und Musiktage, Gesprächsrunden und vieles mehr. Dreimal wöchentliche Öffnungszeiten von jeweils vier Stunden sind geplant.

Verein zur Förderung der Inklusion plant Veranstaltung am 5. Mai

Neben den Ehrenamtlern aus dem Verein sollen eine sozialpädagogische Fachkraft und eine Projektassistenz (jeweils halbe Stellen) mitwirken, außerdem wechselnde Studierende der Uni Siegen und eine Person mit Behinderung, die auf einem Außenarbeitsplatz an den allgemeinen Arbeitsmarkt herangeführt werden soll. Zunächst ist das Projekt auf 36 Monate ausgelegt. 

Auch die ganz praktische Arbeit des Vereins startet bereits. Am Donnerstag, 5. Mai, findet eine Veranstaltung (mit Rundgang) zum Thema „Was heißt barrierefreier Stadtteil? Ideen und Umsetzungen“ statt. Weitere Informationen unter inklusive-begegnungen@gmx.de.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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