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Lockerungen in Sachen Corona
Das sagen die Landräte und Bürgermeister

So leergefegt wird die Siegener Innenstadt sich vorerst nicht mehr zeigen; auch Restaurants und Café dürfen bald wieder öffnen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Betzdorf. Kanzlerin Angela Merkel hat mit weitgehenden Corona-Lockerungen im öffentlichen Leben die Richtung vorgegeben, die Landesregierungen machen mit dem Zurückschrauben der Covid-19-Maßnahmen unterschiedlich Tempo. Die einen so, die anderen so. Entsprechend fallen die Reaktionen in den Kreis- und Rathäusern in der Region aus. Unisono werden die Vorsicht und die Umsicht der Beschlüsse gelobt, manch einer ist vom Ausmaß der Lockerungen dann doch überrascht. Hier die Einschätzungen im Einzelnen:

Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein: „Die wichtigste Botschaft lautet: Abstand halten ist weiter das oberste Gebot. Hinzu kommt das hilfsweise Tragen von Masken.

sz Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Betzdorf. Kanzlerin Angela Merkel hat mit weitgehenden Corona-Lockerungen im öffentlichen Leben die Richtung vorgegeben, die Landesregierungen machen mit dem Zurückschrauben der Covid-19-Maßnahmen unterschiedlich Tempo. Die einen so, die anderen so. Entsprechend fallen die Reaktionen in den Kreis- und Rathäusern in der Region aus. Unisono werden die Vorsicht und die Umsicht der Beschlüsse gelobt, manch einer ist vom Ausmaß der Lockerungen dann doch überrascht. Hier die Einschätzungen im Einzelnen:

Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein

Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein: „Die wichtigste Botschaft lautet: Abstand halten ist weiter das oberste Gebot. Hinzu kommt das hilfsweise Tragen von Masken. Den eingeschlagenen Weg halte ich für gut und richtig, als Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit. Der Bund hat eine gute Grundlage für die Fahrpläne der Länder geliefert, endlich wird auch eine langfristige Perspektive aufgezeigt. Die Infektionsobergrenze ist hoch angesetzt, umgerechnet hatten wir in Siegen-Wittgenstein noch nie so viele Neuinfektionen. Im Grundsatz wurde beschlossen, dass wir wieder einigen unserer normalen Tätigkeiten nachgehen können, wenn Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Und bisher haben sich die Menschen in unserer Region sehr diszipliniert verhalten – ich hoffe, dass das weiterhin der Fall sein wird.“

Walter Kiß, Bürgermeister der Stadt Kreuztal

Walter Kiß, Bürgermeister der Stadt Kreuztal: „Es wurde ein Rahmen abgesteckt, der seitens der Länder noch detailliert werden muss – und der Teufel steckt genau im Detail. Die Lockerung der Kontakteinschränkungen etwa macht die Überwachung vor Ort sehr schwer. Bis zwei zählen kann jeder, die Zuordnung von einzelnen Personen aber wird nicht so einfach. Ich hoffe, dass nun durch die Lockerungen nicht die Überzeugung Glauben gewinnt, die Gefahr sei vorüber und es sei alles wieder in Ordnung. Wir müssen weiter diszipliniert sein. Ich halte es deshalb für viel wichtiger, über die Maßnahmen zu sprechen, die bestehen bleiben. Ein ausdrückliches Lob und Dank möchte ich den Menschen aussprechen, die sich seit Wochen an die Beschränkungen halten – sie stellen die große Mehrheit dar.“

Steffen Mues, Bürgermeister des Oberzentrums Siegen.

Steffen Mues, Bürgermeister des Oberzentrums Siegen: „Dass es Lockerungen gibt, finde ich grundsätzlich sehr gut. Von dem Ausmaß, auch in der Kürze der Zeit, bin ich durchaus ein wenig überrascht – das wird alle Akteure wie etwa die Ordnungsämter vor große Herausforderungen stellen. Für viele Bereiche müssen etwa erst einmal noch entsprechende Hygienekonzepte ausgeklügelt werden. Jetzt kommt es auf jeden Einzelnen an, und das ist der klare Appell an die Bevölkerung, sich an Abstand und die Kontaktbeschränkungen zu halten. Bei Verstößen müssen Konsequenzen gezogen werden, es darf niemand leichtsinnig werden. Die Gefahr besteht, dass einige die Sache jetzt auf die leichte Schulter nehmen. Ganz entscheidend für die Zukunft wird es sein, dass wir die Infektionsobergrenze einhalten – die finde ich übrigens sehr gut, jetzt kann man das klar beziffern.

Frank Beckehoff, Landrat des Kreises Olpe

Frank Beckehoff, Landrat des Kreises Olpe: „Im Großen und Ganzen bin ich mit dem einverstanden, was beschlossen wurde. Allerdings war ich auch nicht sehr überrascht, weil ja schon viele Länder im Vorfeld klargemacht hatten, welche Lockerungen sie erwarten. Ich freue mich über jeden Schritt hin zu einem normalen Leben vor dem Hintergrund, dass das Infektionsgeschehen deutlich zurückgegangen ist. Was ich auch sehr positiv sehe und auch persönlich begrüße, ist die Infektionsobergrenze, nach der man zurück zu stärkeren Beschränkungen muss. Das ist ein guter Weg, um eine Hürde abzubauen. Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger verantwortungsbewusst genug sind, um die Sinnhaftigkeit der weiterhin bestehenden Regelungen zu Abstand oder Mund-Nasen-Schutz zu begreifen und einzuhalten. Unsere Ordnungsämter haben ja nachgehalten, die Verstöße bewegten sich in einem recht vernünftigem Rahmen. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.“

Dr. Peter Enders, Landrat des Kreises Altenkirchen

Dr. Peter Enders, Landrat des Kreises Altenkirchen: „Die Länder bekommen mehr Entscheidungsbefugnisse, das begrüße ich außerordentlich, denn wir haben regional sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen. Im Kreis Altenkirchen gelten beispielsweise 80 Prozent der positiv Getesteten mittlerweile als geheilt, wir sprechen hier also noch von drei Händen voll Leuten. Wir sollten den Menschen kleinteilig regional Verantwortung geben. Zumal das Virus für 80 Prozent der Leute kein Problem ist, das muss man deutlich sagen. Ich bin auch sehr froh, dass es eine Perspektive für die Gastronomie gibt. Das Tragen von Masken bleibt weiterhin nötig, die Leute gewöhnen sich daran. Ich begrüße außerordentlich, dass es jetzt weitergeht. Aber die Vernunft muss bleiben. Dann wird’s aushaltbar sein.“

Maik Köhler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen

Maik Köhler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen: „Es gilt, die Gesundheit und den Gesundheitsschutz auf der einen Seite und die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auf der anderen Seite im Auge zu behalten. Gerade im Kreis Altenkirchen und in der Verbandsgemeinde Kirchen stehen wir von den Infektionszahlen sehr gut da. Die Menschen haben das hervorragend gemacht. Wichtig ist jetzt besonders der Bereich Hotels und Gastronomie, die nächste Woche wieder die Möglichkeit bekommen zu öffnen, selbstverständlich unter Hygieneauflagen. Das ist ein wichtiges Signal, ebenso für die Mobilität, dass die Fahrschulen wieder ihre Arbeit aufnehmen können. Wir sind nun alle gefordert, wollen ja nicht wieder rückwärts gehen, das wäre fatal, sondern immer weiter in Richtung Normalität.“

Henning Gronau, Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück

Henning Gronau, Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück: „In Erndtebrück sehen wir seit Wochen jeden Tag, wie sehr wir uns auf unsere Bürgerinnen und Bürger verlassen können – genau das macht ja die nun beschlossenen Schritte erst möglich. Ich freue mich sehr, dass Bund und Länder eine Vereinbarung getroffen haben, die Perspektiven bietet. Ein klarer Zukunftsplan, wie auf steigende Infektionszahlen reagiert werden kann, ist dabei richtig und wichtig. Damit ist eine Absicherung vorhanden, die das Land nun ausgestalten muss. Ich wünsche mir, dass wir alle weiterhin sehr sorgsam mit den neuen Möglichkeiten umgehen. Damit können wir letztlich selbst dazu beitragen, dass diese Lockerungen auch nachhaltig sind. Lassen Sie uns so verantwortungsvoll weitermachen.“

bw/cs/dach/win

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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