Das schönste Gesicht der Regionalliga

Siegens Rekordsieg im Süden:

Fußball aus der Zauberkiste bei 4:0 gegen Stuttgart / Feichtenbeiner gibt »Wies’n-frei«

geo Siegen. Rainer Adrion, Chefcoach der Stuttgarter Kickers, hatte via SZ vor den zwei Gesichtern der »Sportfreunde« gewarnt und für den Samstag befürchtet, dass die Siegener ihr »schönes Gesicht« präsentieren würden. Da hatte der gute Mann aus Schwaben sogar noch untertrieben, denn was die »Sportfreunde« vor der Minuskulisse (!) von 2182 Zuschauern auf das Rasengrün zauberten, war an diesem Tag ganz sicher das »schönste Gesicht« der Regionalliga Süd. Mit ihrem 4:0 (2:0) feierten die Schützlinge von Trainer Michael Feichtenbeiner zudem den höchsten Sieg des Vereins seit Einführung der Regionalliga Süd vor über drei Jahren.

Vergessen waren in den Augenblicken des Triumphes die schmachvollen Heimfahrten aus dem Süden und Osten der Republik in den letzten Wochen. Und auch der Coach gab sich im Hinblick auf das abendliche »Oktoberfest« in Bad Laasphe, zu dem Spieler und Verantwortliche eingeladen waren, generös: »Die Mannschaft bekommt jetzt zwei Tage frei. Am Dienstag beginnt dann ein neuer Anlauf, um unsere Auswärtsschwäche zu beheben.«

Doppelschlag als kalte Dusche für Kickers

Am nächsten Sonntag wird sich mit den »Betze-Buben« in der Tat ein ganz anderer Gegner präsentieren als die pomadigen und akut abwehrschwachen Stuttgarter Kickers. Dann müssen die Siegener abermals von der 1. Minute an vor Giftigkeit und Spielfreude sprühen. Denn es dauerte am Samstag keine 140 Sekunden bis zum 1:0, und nach nicht einmal sechs Minuten hieß es gar 2:0 - ein Traumstart für die »Sportfreunde«, eine kalte Dusche bei Temperaturen um die 30 Grad für die Gäste aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt!

Und dieses Tore-Gewitter trug zunächst einen Namen, an den man sich erst noch gewöhnen muss. Christian Mehr, aufgrund zahlreicher Ausfälle ins Team gerutscht, bedankte sich für das Vertrauen mit einem schnellen Antritt auf Linksaußen und einer Maßflanke, die John van Buskirk in der 3. Minute mustergültig mit dem Kopf in die lange Ecke verlängerte. Wenig später zirkelte Björn Weikl einen Freistoß in die Nähe des Torraumes, die Kickers konnten nicht klären, und Tobias Zott reagierte am schnellsten, schob das Leder zum 2:0 über die Linie.

Normalerweise müsste der geneigte »Sportfreunde«-Fan nach einer SFS-Führung in Sorge geraten, denn schon oft verspielte die Mannschaft in dieser Saison diesen Bonus. Doch zum einen hielt das Angriffsfeuerwerk auch in den kommenden Minuten an, und zum anderen blieb das Spiel bis zur Halbzeit zwar offener, doch ernsthaft in Gefahr brachten die Stuttgarter das Gehäuse von Keeper Andreas Koch nicht.

Fast ein Eigentor von Oliver Unsöld

Warnungen vor Halbzeit 2 schienen indes angebracht, denn nur eine Woche zuvor hatten die Kickers nach ähnlich schwachen ersten 45 Minuten gegen die Bayern-Amateure einen Rückstand noch in ein verdientes Remis umgewandelt. Und tatsächlich wäre der Anschlusstreffer bei einem Konter in der 52. Minute fast gefallen, als Mirnes Mesic im Strafraum quer passte und Oliver Unsöld bei seinem Rettungsversuch fast ein Eigentor fabrizierte.

Verblüffende Wandlung des Tobias Zott

Doch Siegens Antwort auf diesen Warnschuss war entscheidend, denn in der 55. Minute schlief die Kickers-Abwehr bei einer Weikl-Ecke erneut, Cem Islamoglu war zuerst am Ball, und dann reagierte abermals Abwehrmann Zott gedankenschnell und bugsierte die Kugel zum 3:0 über die Linie. Kaum zu glauben: vor zwei Jahren noch als eklatanter Fehleinkauf in Siegen gehandelt, mausert sich der Bayer von Woche zu Woche zum Führungsspieler mit klaren Andeutungen auf Zweitliga-Niveau!

Trotz einiger Offensiv-Versuche der Gäste war die letzte halbe Stunde ein wahres Schaulaufen mit einem immer mehr auftauenden Til Bettenstaedt, der gleich mehrfach tief in die Trickkiste griff und bei den Zuschauern »Ah’s« und »Oh’s« hervorkitzelte – und als Höhepunkt eine Nauroth-Flanke in der 83. Minute wie anfangs van Buskirk zum 4:0 ins lange Eck köpfte.

Allerfeinstes aus »Fanjas Talentebude«

Aber nicht nur die Führungsspieler hatten am Samstag gut lachen. Ganz entspannt machte es sich Co-Trainer Gerhard Noll in den letzten Minuten auf dem vorgerückten Trainer-Bänkchen bequem. »Fanjas Talentebude« hatte am Samstag Allerfeinstes zu bieten. Denn dank guter Oberliga-Spieler konnte die 1. Mannschaft aus der (Personal-)Not eine Tugend machen: Christian Mehr in der Anfangsformation, der für den blutenden Peter Nemeth eingewechselte Patrick Neumann und schließlich noch Marco Maser – sie mischten das Team mit einer Selbstverständlichkeit auf, als gehörten sie seit Jahren zum Regionalliga-Stamminventar. Da müsste einem eigentlich um die Zukunft der »Sportfreunde« nicht mehr bange sein. Wenn es denn keine Auswärtsspiele mehr gäbe...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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