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Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen
Das Schweigen brechen

Im November 2019 glühten die Oberstadtbrücke und das Siegufer in Orange. In diesem Jahr ist diese aufwändige Lichtinstallation nicht geplant, sie war im vergangenen Jahr das Highlight zum 100-jährigen Bestehen von Zonta. Dafür werden diesmal zahlreiche andere Bauwerke in signalfarbenes Licht getaucht.
  • Im November 2019 glühten die Oberstadtbrücke und das Siegufer in Orange. In diesem Jahr ist diese aufwändige Lichtinstallation nicht geplant, sie war im vergangenen Jahr das Highlight zum 100-jährigen Bestehen von Zonta. Dafür werden diesmal zahlreiche andere Bauwerke in signalfarbenes Licht getaucht.
  • Foto: Zonta
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ihm Siegen/Olpe. 111 Morde und 192 Mordversuche durch Männer an ihren (Ex-)Partnerinnen meldet das Bundeskriminalamt für 2019. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 brachten gewalttätige Männer 130 Partnerinnen um. Die Gewalttaten, die nicht mit dem Schlimmsten enden, sind nicht zu zählen. Die Befürchtung für 2020: In Corona-Zeiten gibt es noch mehr dieser schrecklichen Taten hinter verschlossenen Türen.
Zonta-Club und Soroptimist-ClubDer „Tag gegen Gewalt an Frauen“ will die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an so vielen Frauen weltweit anprangern. Jedes Jahr am 25. November suchen die Aktivistinnen die Öffentlichkeit. Im Siegerland stehen diesmal die Frauen des Zonta-Clubs und des Soroptimist-Clubs als Organisatorinnen der Aktion „Orange the World!“ in der ersten Reihe.

ihm Siegen/Olpe. 111 Morde und 192 Mordversuche durch Männer an ihren (Ex-)Partnerinnen meldet das Bundeskriminalamt für 2019. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 brachten gewalttätige Männer 130 Partnerinnen um. Die Gewalttaten, die nicht mit dem Schlimmsten enden, sind nicht zu zählen. Die Befürchtung für 2020: In Corona-Zeiten gibt es noch mehr dieser schrecklichen Taten hinter verschlossenen Türen.

Zonta-Club und Soroptimist-Club

Der „Tag gegen Gewalt an Frauen“ will die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an so vielen Frauen weltweit anprangern. Jedes Jahr am 25. November suchen die Aktivistinnen die Öffentlichkeit. Im Siegerland stehen diesmal die Frauen des Zonta-Clubs und des Soroptimist-Clubs als Organisatorinnen der Aktion „Orange the World!“ in der ersten Reihe.

Hilfsmaßnahmen greifen zu kurz

Mit der Signalfarbe Orange werden am Mittwoch ab 17 Uhr markante Gebäude in der Region angestrahlt. Die Botschaft der Frauen: Achtung! Wir stehen auf! Wir lassen uns nichts gefallen!
„Jeden zweiten bis dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner getötet, und diese statistische Größe aus dem vergangenen Jahr ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Annette Dilling, Präsidentin des Zonta-Clubs Siegen Area. Die im März von Bund und Ländern verabredeten Hilfsmaßnahmen für Frauen in der Corona-Krise greifen nach Ansicht von Zonta zu kurz. „Wir begrüßen die Anstrengungen von Bund und Ländern. Gleichzeitig erwarten wir eine konsequentere Umsetzung der Istanbul-Konvention“, so Annette Dilling weiter.

Gewalt gegen Frauen bekämpfen

Die Istanbul-Konvention, das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, trat 2018 für Deutschland in Kraft. Damit verpflichtet sich Deutschland auf allen staatlichen Ebenen, alles dafür zu tun, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten und Gewalt zu verhindern. Die 81 Artikel der Istanbul-Konvention enthalten umfassende Verpflichtungen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, zum Schutz der Opfer und zur Bestrafung der Täter und Täterinnen. Die Konvention zielt damit zugleich auf die Stärkung der Gleichstellung von Mann und Frau und des Rechts von Frauen auf ein gewaltfreies Leben.

"Orange the World"

Mit „Zonta says NO“ folgt der Zonta-Club Siegen Area dem weltweiten Aufruf „Orange the World“ des UN-Generalsekretariats – wie im Übrigen auch weitere Mitglieder des Netzwerks Frauen-Forum Siegen-Wittgenstein. Für Imke Grabe, die Präsidentin des Soroptimist-Clubs Siegen, ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und auf das Gewaltproblem aufmerksam zu machen, für das Anliegen der Frauen und Mädchen zu sensibilisieren, das Schweigen zu brechen und zur Mithilfe aufzurufen.

Fast 25.000 Beratungen in einem Jahr

Wie dramatisch die Situation für viele Frauen ist, zeigt zum Beispiel die Arbeit des „Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen“, das vor sieben Jahren beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln eingerichtet wurde. Allein im vergangenen Jahr wurden unter der Telefonnummer (08 80 00) 116 016 insgesamt 24.700 von Gewalt betroffene Personen beraten – das sind mehr als 60 pro Tag.
Die Expertinnen des Hilfetelefons haben festgestellt, dass rund 35 Prozent aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher bzw. sexueller Gewalt werden. Und das keineswegs nur in Milieus, die durch fehlende Bildung und mangelnde materielle Ressourcen gekennzeichnet sind. Auch hinter der Fassade gepflegter Einfamilienhäuser und bürgerlicher Wohlanständigkeit verbergen sich mitunter Abgründe – auch manche Professoren und Ingenieure schlagen und demütigen ihre Frauen.

Hier leuchtet es Ab 17 Uhr werden am Mittwoch, 25. November, folgende Gebäude in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe orangefarben angestrahlt: Siegen: Apollo-Theater, Kultur- und Medienhaus Lÿz, Turm der Nikolaikirche; Wilnsdorf: ev. Kirche Wilnsdorf, kath. Kirche Wilnsdorf, kath. Kirche Rudersdorf, kath. Kirche Gernsdorf; Freudenberg: Technikmuseum; Kreuztal: Weiße Villa; Netphen: Rathaus; Neunkirchen: Heimatmuseum, ev. Kirche; Olpe: Stadtmauer und Engelsturm; Attendorn: Südsauerlandmuseum.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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