Threema, Signal und Telegram
Das sind die Whatsapp-Alternativen

Whatsapp ist der meistgenutzte Messenger-Dienst weltweit - aber es gibt Alternativen.
  • Whatsapp ist der meistgenutzte Messenger-Dienst weltweit - aber es gibt Alternativen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Siegen/Hannover. Whatsapp, Facebook und Instagram fielen am Montagabend stundenlang komplett aus. Für viele ist der Messenger unersetzlich geworden, sie nutzen keine Alternativen und sind deshalb auch nur über diesen erreichbar. Trotzdem gibt es eine Bandbreite an Whatsapp-Alternativen. Wir stellen fünf vor:

Whatsapp-Alternative: Signal

Whisper, den kostenlosen Messenger von Open Whisper Systems, gibt es für iOS, Android, Windows, Mac und Linux. Möglich ist der verschlüsselte Versand von Textnachrichten, Fotos, Videos und anderen Dateien an Einzelpersonen und Gruppen. Außerdem können Nutzer per Datenverbindung angerufen werden. Der Quellcode ist einsehbar.
Open Whisper Systems ist eine Reihe von Kooperationen mit anderen Diensten eingegangen, um deren Verschlüsselungstechnik zu verbessern. Dazu gehört seit April 2016 auch Whatsapp.

Whatsapp-Alternative: Telegram

Der Messenger Telegram ist kostenlos für iOS, Android und Windows sowie als Computer- und Webversion verfügbar. Telegram kann Gruppen mit bis zu 100.000 Mitgliedern erstellen. Allerdings steht der Dienst bei Verbraucherschützern in der Kritik.
Die Gründer Pavel und Nikolai Durov versprechen ein sicheres Messaging. Das Tech-Portal Heise bezeichnete den Messenger nach einer Überprüfung hingegen als „Datenschutz-Albtraum“. Die Chats sind nicht automatisch verschlüsselt. Es gibt zwar sogenannte geheime Chats, die vor dem Mitlesen Dritter geschützt sind, diese sind aber so gut versteckt, dass die meisten Telegram-Nutzer sie gar nicht kennen.

Facebook gibt eine mögliche Ursache bekannt

Außerdem werden alle Daten und Nachrichten auf zentralen Servern gespeichert, von denen nicht klar ist, wo sie stehen. Nicht einmal der Standort des Unternehmens ist bekannt. Das Entwicklungsteam befindet sich nach eigenen Angaben in Dubai, bei den Gründern handelt es sich um zwei russische Entwickler. Die Plattform gilt als Zufluchtsort für rechtsextreme Verschwörungstheoretiker.

Die Firma steht im Konflikt mit russischen Sicherheitsbehörden, weil sie keine Daten an Regierungsbehörden weitergeben will. Finanziert wird Telegram mit einer Spende von Pavel Durov, der das russische Facebook-Pendant VKontakte entwickelte.

Whatsapp-Alternative: Threema

Auch die Schweizer Messenger-App Threema gilt als sicher. Die komplette Kommunikation wird Ende-zu-Ende-verschlüsselt übertragen, außerdem ist auch der Quellcode von Threema frei zugänglich. Die Server des Dienstes stehen laut eigenen Angaben ausschließlich in der Schweiz. Somit gilt für Threema das strenge europäische Datenschutzrecht.

Auch Threema hat von der Verwirrung um die neue Whatsapp-Datenschutzrichtlinie profitiert: Der Messenger befand sich zeitweise in den App-Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz eins der Charts für Bezahl-Apps. Wie bei den meisten Messenger-Diensten üblich, lassen sich über Threema Texte, Bilder, Töne, Videos und Standorte versenden. Außerdem gibt es Gruppenchats für bis zu 50 Mitglieder und einen verschlüsselten Dateiversand. Die Entwickler aus der Schweiz werben damit, dass keine Telefonnummern und Verbindungsdaten gespeichert werden.

Whatsapp-Alternative: Wire

Der Messenger Wire läuft kostenlos auf Smartphones, Tablets und Computern. Die Schweizer Firma verspricht den verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos. Außerdem sind Einzel- und Gruppenanrufe via Voice over IP möglich. Zu den Funktionen zählt das Teilen von Bild- und Toninhalten aus Portalen wie Soundcloud, Spotify und Youtube.

Der Quellcode ist Open-Source und damit vollständig einsehbar. Die Server der Firma stehen nach eigenen Angaben in Deutschland und Irland.

Whatsapp-Alternative: Hoccer

Die App der Firma Hoccer mit Sitz in Berlin gibt es für iOS und Android. Fotos, Videos, Ton- und Bildaufnahmen können verschlüsselt ausgetauscht werden. Nicht einmal zur Anmeldung müssen Telefonnummer oder E-Mail-Adresse mitgeteilt werden. Auch auf die Kontakte im Telefonbuch greift die App nicht zu – was es allerdings anfangs auch komplizierter macht, Chat-Partner zu finden.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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