Das Verlorene suchen

Auf dem Tisch: Licht, Erleuchtung, Wahrheit, Erkenntnis. Der Konzeptkünstler Diango Hernández, 6. Rubensförderpreisträger, führt in seiner Ausstellung „Losing You Tonight“ durch verfremdete Lebenssituationen. Foto: ciu
  • Auf dem Tisch: Licht, Erleuchtung, Wahrheit, Erkenntnis. Der Konzeptkünstler Diango Hernández, 6. Rubensförderpreisträger, führt in seiner Ausstellung „Losing You Tonight“ durch verfremdete Lebenssituationen. Foto: ciu
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ciu Siegen. Er weiß die komfortable Situation zu schätzen – und zu nutzen. Die zweite Etage des Museums für Gegenwartskunst steht ihm zur Verfügung. Für eine Ausstellung, die er für dieses Haus geschaffen hat. Aus gutem Grund, denn Diango Hernández ist der nächste, 6. Rubensförderpreisträger (die SZ berichtete). Und zu Ehre und Preis gehört die Möglichkeit einer umfangreichen Einzelpräsentation. „Losing You Tonight“ heißt die Ausstellung, mit der der Konzeptkünstler aus Kuba, der in Düsseldorf lebt und arbeitet, bis zum 5. April 2010 in Siegen vertreten ist. Er begibt sich darin auf die Spur des Verlorenen, Unwiderbringlichen, dessen, was aus den Händen gleitet, aus dem Blick weicht. Kindheit, Heimat, Individualität, Erinnerung.

Diango Hernández gestaltet Räume, spielt darin mit Licht und Dunkel, lässt Schatten sprechen, irritiert mit Klang und Perspektiven, verfremdet offensichtlich Bekanntes, stößt den Betrachter erst beim näheren Hinsehen auf eigentlich Vertrautes. Was bereits in der gestrigen Aufbau-Situation schon berührte (zum Beispiel dieser menschenleere Klassenraum oder die zu Schalen verformten Vinylplatten, in Reih und Glied und doch jeweils einzigartig), wird ab Sonntag, dem Tag der Rubensförderpreisverleihung und Ausstellungseröffnung, umso stärker wirken. Vielleicht eine der kurzen Geschichten von Hernández (im Katalog!) im Kopf, darf der Besucher unterwegs sein in den Räumen, die Vergangenes beschwören, wo durchaus kritisch mit der vorherrschenden Meinung im Staate Kuba abgerechnet wird (zu essen gibt es „Licht“, in der nachempfundenen Mensa gibt es Leuchten statt Brot …).

Es geht Diango Hernández auch um ein Nach-Hause-Kommen – nach sechs Tagen Schule (um in seiner Bildsprache zu bleiben) für einen Tag in die zunächst wieder fremd-verstörende Welt der Familie. Freuen wir uns drauf, in dieser atmosphärisch dichten Ausstellung verloren zu gehen! Zumindest für eine Weile.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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