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Corona-Pandemie: Ein Jahr zwischen Angst und Hoffnung
Das Virus diktiert den Alltag

Die 95-jährige Erika Löwer wurde im Siegener Marienheim als erste Person in NRW geimpft.
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  • Die 95-jährige Erika Löwer wurde im Siegener Marienheim als erste Person in NRW geimpft.
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tile Siegen. Es ist kein schöner Jahrestag: Am 10. März 2020 wurde der erste Corona-Fall im Kreis Siegen-Wittgenstein bestätigt. Ein Mann aus Wilnsdorf wird nach seinem Ski-Urlaub in Südtirol positiv auf das Virus getestet. Keine drei Monate nach dem Ausbruch im chinesischen Wuhan hat das neuartige SARS-Virus somit das SZ-Verbreitungsgebiet erreicht. Der Kreis Olpe meldet einen Tag später die erste Infektion: Eine Frau aus der Gemeinde Kirchhundem ist ebenfalls nach einem Urlaub in Südtirol positiv getestet worden. Am 13. März gibt der Kreis Altenkirchen bekannt, dass sich ein 40-jähriger Betzdorfer infiziert hat. Auch er war im Ski-Urlaub gewesen.
Schon bald machen die Schulen dichtWegen der rasanten Ausbreitung des Virus macht Nordrhein-Westfalen am 16.

tile Siegen. Es ist kein schöner Jahrestag: Am 10. März 2020 wurde der erste Corona-Fall im Kreis Siegen-Wittgenstein bestätigt. Ein Mann aus Wilnsdorf wird nach seinem Ski-Urlaub in Südtirol positiv auf das Virus getestet. Keine drei Monate nach dem Ausbruch im chinesischen Wuhan hat das neuartige SARS-Virus somit das SZ-Verbreitungsgebiet erreicht. Der Kreis Olpe meldet einen Tag später die erste Infektion: Eine Frau aus der Gemeinde Kirchhundem ist ebenfalls nach einem Urlaub in Südtirol positiv getestet worden. Am 13. März gibt der Kreis Altenkirchen bekannt, dass sich ein 40-jähriger Betzdorfer infiziert hat. Auch er war im Ski-Urlaub gewesen.

Schon bald machen die Schulen dicht

Wegen der rasanten Ausbreitung des Virus macht Nordrhein-Westfalen am 16. März die 5500 Schulen im Land dicht. Die Bundesregierung beschließt am 22. März weitreichende Maßnahmen. Lockdown! Zu diesem Zeitpunkt sind 39 Menschen in Siegerland und Wittgenstein infiziert und jeweils 17 in den Kreisen Olpe und Altenkirchen.

Am 16. März machen in NRW die Schulen dicht.
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Am selben Tag beginnen die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe die Reaktivierung des Klinikums in Kredenbach, das als Ausweichkrankenhaus bis zu 110 Corona-Patienten aufnehmen soll.

Der erste Todesfall: 27. März

Der erste Todesfall im Kreis Siegen-Wittgenstein, ein 90-jähriger Mann aus Burbach, wird am 27. März bekannt. Drei Tage später bestätigt der Kreis Olpe den ersten Corona-Toten: ein 78-jähriger Mann aus Finnentrop. Im Kreis Altenkirchen stirbt die erste infizierte Person am 9. April, ein 87-jähriger Senior.

Kreis Olpe wird Corona-Hotspot

Trotz einer Vielzahl von Einschränkungen zu Ostern entwickelt sich der Kreis Olpe kurz vor Ende des Lockdowns zu einem Corona-Hotspot in NRW. Schulen, Kitas, Einzelhändler und Co. bereiten sich auf den Neustart vor. In den Schulen beginnt mit Distanz- und Wechselunterricht sowie Homeschooling für Schüler, Eltern und Lehrer eine neue Zeitrechnung, in den Folgemonaten sorgen immer neue, kurzfristige Beschlüsse des Landes für Probleme. Ab dem 27. April gilt die allgemeine Maskenpflicht. Bitter: Trotz Ende des ersten Lockdowns wird das internationale Musik- und Theaterfestival „KulturPur wird 30“ abgesagt.

Kurzarbeit allerorten

Im Mai zeigt sich: Der heimische Arbeitsmarkt ist böse infiziert. Kurzarbeit allerorten. Viele Firmen nehmen die staatlichen Hilfen in Anspruch.

Im Mai 2020 melden viele Firmen Kurzarbeit an.
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Obwohl sich langsam eine „neue Normalität“ einstellt und die heimischen Fallzahlen auf niedrigem Niveau bleiben, verwundert die Öffnung der Grundschulen zwei Wochen vor den NRW-Sommerferien. Die Ausweichklinik Kredenbach wird „unbenutzt“ an die Diakonie zurückgegeben.

Zweite Welle rollt ab Spätsommer

Im Spätsommer zeichnet sich die zweite Corona-Welle ab. Vor allem Reiserückkehrer gelten als potenzielle Verbreiter des Virus. Zum Schulstart ist die Maske daher zunächst Pflicht, darf Anfang September in weiterführenden Schulen aber wieder fallen. In Wilnsdorf müssen wenig später 121 Schüler des Gymnasiums in Quarantäne – eine Lehrerin war positiv getestet worden. Auch an anderen Schulen werden Klassen in Quarantäne geschickt.

„Lockdown light“ im Oktober

Die IHK zieht im Oktober eine verheerende Bilanz: 1,3 Milliarden Euro fehlen den regionalen Unternehmen allein aus dem Export-Geschäft. Der Kreis Olpe gilt mit einem Inzidenzwert von über 50 erneut als Corona-Hotspot, am 24. Oktober überschreitet Siegen-Wittgenstein diese Grenze. Nur drei Tage später wird der „Lockdown light“ beschlossen, Gastronomie, Fitness-Studios und Co. müssen erneut schließen.

Der Impfstoff fehlt

Biontech verkündet am 9. November, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Ab 15. Dezember soll geimpft werden. Doch zunächst stehen harte Wochen an: In Neunkirchen-Salchendorf kommt es in der DRK-Stiftung Freier Grund zum bisher größten Corona-Ausbruch im Kreis, 116 Personen werden positiv getestet. In Eiserfeld entsteht das Impfzentrum des Kreises in einem ehemaligen Baumarkt.

Bei der Lieferung des Impfstoffs kommt es zu großen Engpässen.
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Wegen Lieferengpässen bei den Vakzinen verschiebt sich der Impfstart. Dafür setzt der „Blitz-Lockdown“ vor Weihnachten dem Handel schwer zu. Die ev. Kirche von Westfalen verzichtet auf Präsenz-Gottesdienste – auch rund um Weihnachten.

Erika Löwer ist die erste NRW-Geimpfte

Der lange ersehnte Impfstart erfolgt ab 27. Dezember zunächst in den Seniorenheimen. Erika Löwer wird als erste Person in NRW im St. Marienheim Siegen geimpft. Insgesamt erhalten an diesem Tag 105 Menschen ihre Erstimpfung. Alles in allem aber versinken die Berliner Impf- und Schnelltest-Strategien im Chaos. Informationen über die Terminvergaben für 80-Jährige lassen auf sich warten, während die Krankenhäuser in Siegen-Wittgenstein Anfang Januar an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt sind. Dank der pragmatischen heimischen Ärzte können sechs statt fünf Impfdosen aus einer Ampulle gewonnen werden.

Start der Impfzentren verschoben

Ab 25. Januar werden Termine für das Impfzentrum in Eiserfeld vergeben, doch Hotline und Online-Portal brechen zusammen, nach zwei Stunden gibt es keine Termine mehr. Der Start des Impfzentrums wurde zuvor schon bis auf den 8. Februar verschoben. Christel Junker (84) aus Siegen ist die erste von 170 Senioren, die in Eiserfeld ihre Injektion erhalten.

Südafrika-Mutante im Kreis Olpe

Zum ersten Mal wird die südafrikanische Mutante des Coronavirus im Februar im Kreis Olpe nachgewiesen. Sie gilt als deutlich ansteckender als die ursprüngliche Variante.

Wittgensteiner impft auf eigene Faust

Die stete Verlängerung des Lockdowns trifft Gastgewerbe, Dienstleister und Einzelhandel schwer. Erst zum März zeichnet sich leichte Entspannung ab: Die Friseure dürfen wieder öffnen, die ersten Schüler kehren in die Schulen zurück. Dafür wird die Schnelltest-Offensive „für alle“ von der Bundesregierung verschoben. Geteilt reagiert die Region auf den Entzug der Impflizenz für Frank Leyener aus Feudingen und zwei Arzt-Kollegen. Sie hatten übrig gebliebenen Impfstoff eigenmächtig an Patienten verimpft, die nicht zur ersten Prioritätsgruppe gehörten.

Ausgangssperre in Altenkirchen

Der Blick in den Kreis Altenkirchen: Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellt in diesem März in die Höhe. Es gilt ab sofort eine verschärfte Maskenpflicht an ausgewiesenen Plätzen – und eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. Während Rheinland-Pfalz lockert und sogar das Shoppen wieder möglich macht, bleibt der AK-Kreis beim Aufweichen des Lockdowns außen vor.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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