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BUND: "Klimasauerei"
Dehoga fordert Erlaubnis für Heizpilze in der Außengastronomie

Sandra Kahmer-Dach und ihr Mann Thomas Kahmer hoffen darauf, dass sie die Biergarten-Saison mit Heizpilzen noch etwas hinauszögern können.
  • Sandra Kahmer-Dach und ihr Mann Thomas Kahmer hoffen darauf, dass sie die Biergarten-Saison mit Heizpilzen noch etwas hinauszögern können.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vö Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Die von Corona schwer getroffene Gastronomie wünscht sich eine verlängerte Open-Air-Saison – und spricht sich für warme Biergärten auch in der kälteren Jahreszeit aus. Gastwirte und Hoteliers fordern aktuell die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste in den Außenbereichen bedienen zu können.
Verbot von Heizpilzen aussetzen„Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, in einem Zeitungsinterview. Und weiter: „Wirte, die keine andere Möglichkeit haben, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen.

Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Die von Corona schwer getroffene Gastronomie wünscht sich eine verlängerte Open-Air-Saison – und spricht sich für warme Biergärten auch in der kälteren Jahreszeit aus. Gastwirte und Hoteliers fordern aktuell die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste in den Außenbereichen bedienen zu können.

Verbot von Heizpilzen aussetzen

„Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, in einem Zeitungsinterview. Und weiter: „Wirte, die keine andere Möglichkeit haben, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen.“ Bestes Argument für den Einsatz sei, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren könnten und sich Abstandsregeln besser einhalten ließen.

Problematisch für die Umwelt

Vielerorts sind die sogenannten Heizpilze aus Umweltschutzgründen verboten. Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Marcel Kling, sagte der Zeitung dazu: „Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen.“

Geschäfte erhalten

Thomas Kahmer, Dehoga-Kreisvorsitzender in Siegen-Wittgenstein, kann den bundesweiten Vorstoß nur unterstützen: „Wir befinden uns in einer sehr speziellen Situation und sollten unsere Priorität einfach mal darauf legen, Geschäfte zu erhalten. Das sollte die gemeinsame Zielsetzung sein.“ Er wünsche sich eine einheitliche Regelung – mit der Erlaubnis für Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler. Denn: „Natürlich funktioniert das nicht mehr im Dezember, aber man könnte das Ende der Saison durchaus drei Wochen hinauszögern.“ Der Großteil seiner Gäste beispielsweise wünsche sich derzeit Plätze im Außenbereich, gibt der Gastronom zu bedenken. Natürlich spiele das Wetter momentan mit – aber er denke auch an die Zeit, wenn die Temperaturen etwas nach unten rutschen. Thomas Kahmer erinnert daran, dass seine Branche „jede Menge Auflagen zu erfüllen hat – und für die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Gäste tun wir das sehr gerne“. Allerdings sei es dann auch überfällig, dass mal eine Hürde in die andere Richtung abgebaut werde.

BUND gegen Rückkehr der Heizpilze

Ob die Politik auf den Dehoga-Vorstoß reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die Umweltorganisation BUND jedenfalls lehnt die vom Gaststättenverband geforderte Rückkehr der Heizpilze entschieden ab. Heizpilze seien eine „Klimasauerei“, sagte BUND-Energieexpertin Irmela Colaco einer Nachrichtenagentur. „Und die Klimakrise macht keine Pause.“ Grundsätzlich dürften aus Sicht der Organisation klimaschonendere Standards mit Verweis auf die Corona-Krise nicht zurückgefahren werden, forderte Colaco: „Wir dürfen nicht die Corona-Krise gegen die Klima-Krise ausspielen.“

Lieber eine Decke umlegen

Ein einziger Heizpilz könne in einer Saison so viel Kohlendioxid produzieren wie ein Kleinwagen im gesamten Jahr, sagte die BUND-Expertin. Eine „Heizung, die auf der Straße steht und die Luft beheizt, ist der ineffizienteste Einsatz von Energie.“ Gäste von Restaurants und Kneipen, die draußen sitzen möchten, sollten sich lieber eine Decke umlegen. Die Gastronomie brauche Unterstützung, betonte Colaco: „Das ist auch dem BUND wichtig.“ Sie müssten daher staatliche Unterstützung erhalten – „aber nicht auf Kosten des Klimas“.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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