Dem Thema Tod gestellt

Nicht nur ernst ging es beim Sterbe- und Trauerseminar für Pflegekräfte in der Palliativ-Fortbildung zu.  Foto: pebe
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pebe Achenbach. Von Geburt an ist der Tod ein Stachel im Leben. Ein Thema, dem sich kaum jemand freiwillig nähert, das oft genug im Erfolgsalltag und im Kampf um Jugend und Gesundheit verdrängt wird. Gerade Pflegekräfte im ambulanten wie stationären Bereich werden immer wieder mit der Realität des Sterbens und des Todes konfrontiert. Dem Thema Tod stellten sich jetzt sehr bewusst 19 Pflegekräfte aus verschiedenen ambulanten Diensten, die derzeit eine Palliativ-Care-Weiterbildung absolvieren. Die Palliativ-Pflege selbst soll den schwer Erkrankten gewissermaßen einen „Mantel“ von pflegerischen, unterstützenden, schmerzlindernden Hilfen umlegen, um die Lebensqualität zu verbessern und die ganze Person des Erkrankten mehr im Blick zu haben.

Gemeinsam mit Lehrkräften der Altenpflegeschule des Berufsfortbildungswerks (bfw) tasteten sich die 19 Teilnehmer an das Thema heran. An drei Tagen ging es in dem Sterbe- und Trauerseminar, fester Teil der Weiterbildung, um den Umgang mit dem Tod, sowohl während der Arbeit als auch im eigenen Leben – beides eng miteinander verknüpft. Wie gehen Pflegekräfte mit der Realität des Sterbens in ihrem eng gestrickten Zeitrahmen um? Wie reagieren sie auf den ersten Schock und das Leid der Angehörigen? Welche grundsätzlichen Emotionen löst der Kontakt mit dem Endpunkt des Lebens bei den Pflegekräften selbst aus?

„Es ist wichtig, sich selbst dabei auf die Spur zu kommen, wie man sich aus Höhen und Tiefen herausbewegen kann“, sagte Helga Utsch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, allesamt erfahrene Pflegekräfte, stellten sich „bewusst der Aufgabe, Palliativ-Care in der ambulanten Pflege einzusetzen“, fuhr die Lehrerin für Pflegeberufe fort. Im Berufsalltag sollten sie beim Sterbeprozess beistehen, aber „woher sollen sie die nötige Zeit nehmen und wie trotz knapper Ressourcen persönliche Akzente setzen?“ Das sei sehr schwierig auszuhalten, betonten Utsch und ihre Kollegin, die Religionspädagogin Maria Sondermann. Pfarrer Roland Schmitz fügte hinzu, je mehr man sich mit dem Sterben beschäftige, desto mehr gelte es, die guten Seiten des Alltags bewusst wertzuschätzen. „Religiöse Fragen, auch kritische Anfragen, spielen auch immer eine wesentliche Rolle“, sagte Sondermann, sowohl im Berufsalltag als auch in der eigenen Leidbewältigung. Eine gute Sterbkultur einzuüben sei ein gesellschaftliches Ziel, aber auch ein Qualitätsmerkmal von Pflege.

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