Initiative kritisiert die Politik scharf
Den Wellersberg nicht antasten

Soll auf dem Wellersberg ein Wohnbaugebiet entstehen? Im Zuge des Wahlkampfes nimmt die Diskussion Fahrt auf.
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  • Foto: Google Earth
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Siegen. Die SZ-Podiumsdiskussion mit den fünf Siegener Bürgermeisterkandidaten hat nicht nur eine enorme Resonanz zu den Themen Verkehrsprobleme, Partyauswüchse in der Oberstadt und politische Positionierung gegen Rechts ergeben.

Fünf Kandidaten in direktem Schlagabtausch

Auf die Baugebietspläne der Stadt Siegen am oberen Wellersberg hat das „Aktionsbündnis Naturraum Wellersberg“ reagiert und die Argumente von Bürgermeister Steffen Mues (CDU) und die des grünen Kandiddaten Michael Groß kritisiert.

Gebiet generationsübergreifend ein Standortfaktor

Generell wird kritisiert, dass in der Vergangenheit für potenzielle Wohnbaugrundstücke keine Bauverpflichtung bestehe. Es fehle die quantitative Erfassung von Leerständen, unbebauten privaten Grundstücken und potentiell möglichen baulichen Erweiterungen, glaubt das Bündnis.
Dass man ausgerechnet die vom Natur- und Artenschutz her wertvollste Fläche zur Bebauung ausgewählt habe, sei nicht im Ansatz nachvollziehbar. Das Gebiet sei generationsübergreifend ein wesentlicher Standortfaktor. Allein die Begrifflichkeit, es fehle „Bauland“, sei falsch. Schließlich gehe es um Wohnraum. Bauland brauchten lediglich Firmen, die nur „Neubau“ könnten. Vergleiche man den Bedarf mit dem Bestand, werde offensichtlich, dass Flächen nicht fehlten und eine Umstrukturierung erfolgen müsse.
Im „Wohnbaulandkonzept 2018“ werde zugegeben, dass Siegens Einwohnerzahl stagniere, was aber bedeute, „dass bis 2032 ein Wohnbauflächenbedarf von rund 106 Hektar besteht“. Siegen hatte 1975 117 000 Einwohner, heute seien es 106 000.

Schnelle Fakten mit dem Land NRW schaffen?

In einer früheren Stellungnahme hatte das Bündnis sechs alternative Vorschläge unterbreitet: Bestandsanalyse, Stadtteile mit Leerstand attraktiver machen, Tauschbörse, ungenutzte Einliegerwohnungen dem Markt zuführen etc. Aus dem Wohnbaulandkonzept werde das offiziell mit Negativmerkmalen gekennzeichnete Gebiet am Wellersberg als „bedingt geeignet“ und mit „niedriger Priorität“ gekennzeichnet. Warum diese Fläche dennoch priorisiert werde, liege lediglich daran, dass man mit dem Grundstückeigentümer „Land NRW“ am schnellsten Fakten schaffen könne, wie Herr Mues recht offen zu erkennen gebe.
Sozialer Wohnungsbau sei an den Orten sinnvoll, wo eine gute verkehrliche Infrastruktur und Nahversorgung gegeben sei. „Das ist und wird am Munitionsdepot offensichtlich nicht der Fall sein und im Wohnbaulandkonzept auch so bewertet“, schreibt die Initiative. Insoweit habe die Feststellung, dass man eine Quote von 25 Prozent sozialem Wohnungsbau bei Neubaugebieten durchsetzen wolle, nur geringen Wert.

Initiative sieht Glaubwürdigkeit der Politik beschädigt

Die Glaubwürdigkeit der Politik werde durch die merkwürdige Aussage „man habe beim Wellersberg einen Kompromiss erreicht“ (Groß) erheblich beschädigt. Schließlich habe die Verwaltung 2006 entschieden, dass der Wellersberg und das Charlottental nicht bebaut werden sollten.
Übrigens: Unter dem Aktionsbündnis Naturraum Wellersberg wird in der Mitteilung an die SZ als Adresse die Don-Bosco-Straße im Wendener Ortsteil Altenhof angegeben. Ohne Namen. In einer früheren Stellungnahme war ergänzend der Name einer weiblichen Person hinzugefügt worden.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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