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In der Siegener Unterstadt tut sich etwas
Denkmalexperten schauen sich den Tiefbunker an

Das Barmenia-Haus ist längst geräumt und wird für den Abriss vorbereitet. Auf der eingezäunten Rückseite (r.) soll vor vielen Jahren ein Gemüsehändler Kundschaft angelockt haben.  Foto: Michael Roth
  • Das Barmenia-Haus ist längst geräumt und wird für den Abriss vorbereitet. Auf der eingezäunten Rückseite (r.) soll vor vielen Jahren ein Gemüsehändler Kundschaft angelockt haben. Foto: Michael Roth
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mir Siegen. Die Gemengelage zum Tiefbunker an der Ecke Hindenburgstraße/Barmenia-Haus ist durchaus vielschichtig und damit nicht einfach. Der Investor des künftigen Fürst-Johann-Moritz-Quartiers möchte bauen, möglichst bald und ohne größeren Zeitverzug. Zumindest einen überschaubaren Zeitraum lang dürfte dies aber noch nicht möglich sein.
Termin: 4. FebruarUnd das hat einen Grund: Für den 4. Februar hat die Stadt Siegen eine Begehung des Bunkers mit Experten des Denkmalfachamtes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe terminiert. Eine detaillierte Denkmalwertbegutachtung soll vorgenommen werden.

Eine interne Behördensache, kein Date für die breite Öffentlichkeit.

mir Siegen. Die Gemengelage zum Tiefbunker an der Ecke Hindenburgstraße/Barmenia-Haus ist durchaus vielschichtig und damit nicht einfach. Der Investor des künftigen Fürst-Johann-Moritz-Quartiers möchte bauen, möglichst bald und ohne größeren Zeitverzug. Zumindest einen überschaubaren Zeitraum lang dürfte dies aber noch nicht möglich sein.

Termin: 4. Februar

Und das hat einen Grund: Für den 4. Februar hat die Stadt Siegen eine Begehung des Bunkers mit Experten des Denkmalfachamtes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe terminiert. Eine detaillierte Denkmalwertbegutachtung soll vorgenommen werden.

Eine interne Behördensache, kein Date für die breite Öffentlichkeit. „Wir werden bei dem Termin dabei sein und uns auch mit dem Investor abstimmen, was möglich ist und was nicht“, erklärte Stadtbaurat Henrik Schumann auf Nachfrage der SZ. „Der LWL entscheidet aufgrund seiner Expertise, wie mit dem Bodendenkmal umgegangen wird. Eine Dokumentation wird es auf jeden Fall geben. In dem Zeitraum kann an dem Tiefbunker nichts verändert werden.“

Aus Sicht der Stadt Siegen ist bisher alles korrekt abgelaufen, wie Schumann auf Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Bauausschuss berichtete. Anfang April 2018 sei die Stadtverwaltung Siegen offiziell über die Bunkeranlage und die Einstufung als Bodendenkmal informiert worden. Im vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das FJM-Quartier sei das Relikt eingezeichnet und auch im Textteil beschrieben worden. In der Vergangenheit habe es keine Untersuchungen zur Denkmalwürdigkeit der Anlage gegeben.

Stadt Siegen: keine Defizite 

Der Tiefbunker Hindenburgstraße tauche auch nicht in der offiziellen Denkmalliste der Stadt Siegen und auch nicht im Kulturgutverzeichnis auf. Ein Abwägungsdefizit ist nach Angaben von Schumann nicht gegeben, die Grünen hatten in ihrer Anfrage zum Bauausschuss nachgehakt, weil – theoretisch – der Bebauungsplan juristisch hinterfragt werden könnte. „Es gibt kein Defizit“, so Schumann. „Die Wirksamkeit des Bebauungsplanes ist nicht in Gefahr.“ Eine eindeutige Stellungnahme.

Ein Konzept zum Erhalt der Bunkeranlage gibt es offiziell noch nicht. In sozialen Medien waren in den vergangenen Tagen Meinungen aufgetaucht, der Tiefbunker sollte nach Möglichkeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ob dieser Wunsch eine realistische Chance haben kann, dürfte erst nach der offiziellen Erkundung durch den/die Experten des LWL eine Rolle spielen.

Dem Vernehmen nach gibt es zumindest den Gedanken, einen Teil des Bunkers unter der Hindenburgstraße zu erhalten. Gegebenenfalls könnte er von der noch zu bauenden neuen Tiefgarage aus zugänglich gemacht werden, falls das finanziell irgendwie darstellbar sein sollte.

1,80 Meter dicke Wände aus Stahlbeton

Die Frage ist berechtigt. Weil: Die Bunkerwände aus Stahlbeton sind offenbar 1,80 Meter dick, die Decke soll 1,40 Meter dick sein, wie die SZ in Erfahrung brachte. Gestern nachmittag bestätigte die Stadt Siegen, mit dem Investor solle nach der Begehung gesprochen werden, ob der Tiefbunker für Führungen zugänglich gemacht werden könnte.

Das FJM-Quartier bietet neben der Bunkerfrage noch mehr Platz für Diskussionen. Im Umfeld wohnende Menschen und Geschäftsleute sind nicht nur wegen der anstehenden Abriss- und späteren Bauphase in Unruhe, sie sorgen sich außerdem, weil Parkplätze wegfallen.

Die nächsten Fragen: Wird der Verkehr später weiter durch die FJM-Straße/Herrengarten geführt? Bleibt der Einbahnverkehr in den Hindenburgstraße? Oder zieht die Tiefgarage im FJM-Quartier zusätzlichen Autoverkehr in eine innerstädtische Zone, die zumindest in Teilen verkehrsberuhigt ist?

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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