Denkmalschutz wird zunächst für ein Jahr ausgesetzt

Bauausschuss votiert für drei neue Wenscht-Bebauungspläne

sob Geisweid. Ob die Neufassung der Bebauungspläne für das Wenscht-Gebiet und die parallele Erarbeitung von Gestaltungssatzungen den von Münster verlangten Denkmalschutz tatsächlich aus den Angeln heben können, wird sich zeigen müssen. Fakt ist: Mit den gestern vom Bauausschuss auf den Weg gebrachten Aufstellungsbeschlüssen für drei neue Bebauungspläne (Vorderes, Hinteres und Oberes Wenscht) hat die Politik zunächst einmal Zeit gewonnen. Vor Jahresfrist, so versicherte Stadtbaurat Joachim Brune gestern, wird der Kulturausschuss nicht erneut mit der Frage der Eintragung der Vorderen Wenscht in die städtischen Denkmalliste befasst. Manfred Reitz (CDU) ging in seiner Prognose sogar noch einen Schritt weiter: »Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg, so dass der Denkmalschutz nicht mehr zu befürchten ist.« Eine Aussage freilich, die der Stadtbaurat nicht kommentierte, allenfalls mit einem eher skeptisch wirkenden Blick auf seine Krawatte.

Abwarten heißt es also, und zunächst einmal die selbst auferlegten Hausaufgaben erledigen. Bebauungspläne wie auch Gestaltungssatzungen sollen in enger Abstimmung mit den Hauseigentümern erarbeitet werden. Von Arbeitsgruppen ist die Rede, die nach der Bestandsaufnahme Ideen entwickeln sollen, wie Renovierungs- und Erweiterungsbedarf, Parkplatzflächen, Verkehrsführung und Erhaltung des Erscheinungsbilds der Siedlung in Einklang zu bringen sind. Ziel ist es, möglichst schnell zu Ergebnissen zu kommen, so dass die neuen Bebauungspläne und die Gestaltungssatzungen möglicherweise bereits in einem Jahr Rechtskraft erlangen. Bis dahin gilt der alte Bebauungsplan, wobei die Stadt – wie berichtet – die Entscheidung über Bauvorhaben, die den Planungszielen widersprechen, zurückstellen kann. Und genau in diesem Punkt dürfte dem jetzt eingeschlagenen Weg schon bald die erste Nagelprobe ins Haus stehen. Wenn nämlich die zu bildenden Arbeitsgruppen mit den ersten konkreten Renovierungs- und Ausbauwünschen von Hauseigentümern konfrontiert werden. Gleichwohl: Der Ausschussvorsitzende Werner Schulte (CDU) sprach von einem »guten Weg, der jetzt eingeschlagen werden soll,« zumal er die Chance biete, auch die Belange der Eigentümer entsprechend zu gewichten und zu regeln.

Ob sich für die Denkmalbehörden in Münster und in Siegen bei der Beurteilung des Denkmalschutzes für die Vordere Wenscht nach Abschluss der Verfahren dann tatsächliche neue Gesichtspunkte ergeben, bleibt abzuwarten. Gegenüber der SZ hatte Brune ja jüngst angekündigt, dass er seine Denkmalschutzvorlage erneut im Kulturausschuss zur Abstimmung stellen werde. Über einen Antrag der FDP in der gestrigen Sitzung des Bauausschusses, zunächst eine Unterschutzstellung für das Vordere Wenscht abzulehnen, wurde nicht abgestimmt. Begründung: Der Ausschuss sei in dieser Frage nicht zuständig.

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