Der 3. Oktober: Trauer- statt Feiertag

»Sportfreunde« nach erster Heimniederlage mitten im Abstiegskampf

Petry Heil! Offenbacher zweifacher Torschütze / Siegener Spieler bis in die Nacht »unterwegs«

rege Siegen. Der Tag der Deutschen Einheit war für den Fußball-Regionalligisten Sportfr. Siegen alles andere als ein Feiertag. Grund zum Feiern hatten im Leimbach-Stadion gestern nur die Fans von Kickers Offenbach, denn die Hessen entführten mit dem 2:0 (2:0)-Sieg drei Punkte aus dem Leimbach-Stadion und rehabilitierten sich somit für die 0:4-Heimpleite gegen die Amateure von Bayern München.

Bei den »Sportfreunden« ist unterdessen das eingetreten, was viele befürchteten: Irgendwann mussten die Siegener ja mal ein Heimspiel verlieren – und schwuppdiwupp stecken die Siegerländer im Abstiegskampf, und zwar mittendrin! Wer das gestrige Heimspiel und die vorherigen Auswärtsspiele in Feucht und Kaiserslautern gesehen hat, der wird zu dem Entschluss kommen, dass in den kommenden Monaten eigentlich nur noch darum gehen kann, irgendwie die Klasse zu halten. Spielerisch scheint die Mannschaft von Trainer Michael Feichtenbeiner eher Rück- als Fortschritte zu machen. Und wenn die »Sportfreunde« sich weiterhin nur auf kämpferische Qualitäten verlassen, dann werden sie es schwer haben, weitere »Dreier« einzufahren.

Der 1. FC Köln kennt das Problem ...

Doch nicht nur während des Spiels mangelte es gestern an der richtigen Einstellung. Es ist kaum verwunderlich, dass ein vermeintlicher »Leistungsträger« (Name ist der Redaktion bekannt), der bis in die Nacht hinein das Siegener Partyleben genossen hat, wenige Stunden später von seiner Bestform weit entfernt ist. Vielleicht sollte Michael Feichtenbeiner sich hier einfach ein Beispiel an seinem Bundesliga-Kollegen Friedhelm Funkel nehmen, der auf die Disziplinlosigkeiten der Spieler des 1. FC Köln inzwischen mit einem Strafenkatalog reagiert hat. Zudem müssen die FC-Akteure ab 22 Uhr für Kontrollanrufe erreichbar sein. Auch in Siegen scheint es zumindest einen Kicker zu geben, dessen »Einstellung zum Beruf« momentan nicht ganz stimmt.

Die Quittung für ihr bisher schwächstes Heimspiel in dieser Saison bekamen die Spieler vom Publikum, denn insbesondere in der 2. Halbzeit mussten sie »Aufhören«-Rufe und Pfiffe über sich ergehen lassen. Das lag vor allem daran, dass die »Sportfreunde« überhaupt keine spielerische Linie in ihr Gekicke bekamen. Durch die extreme Anhäufung von Fehlern im Spielaufbau, die vielen Fehlpässe und Ballverluste, geriet der Spielfluss immer wieder ins Stocken.

Wenn mal vernünftig kombiniert wurde, dann wurde es für den OFC auch meist gefährlich so wie in der 21. Minute, als Nauroth nach einem tollen Pass von Nemeth in den Strafraum flankte, und Offenbachs Keeper Cesar Thier mit Mühe und Not noch gegen Til Bettenstaedt klären konnte. Oder in der 54. Minute: Nach einem Doppelpass mit Christian Mehr war es erneut Nauroth, der in den Strafraum flankte, doch John van Buskirk köpfte den Ball – zum Entsetzen der Fans – neben das Tor. Bei Siegens Großchance Nummer 3 war es dann Nauroth, der in der 64. Minute nach Vorlage von Lars Toborg nicht kaltschnäuzig genug war. Der Malberger zog zwar aus zehn Metern ab, doch Thier konnte seinen Schuss mit den Fingerspitzen gerade noch so zur Ecke lenken.

Judt bereitete 0:1 genial vor

Besser machten es die Gäste, die sich zwar auch nicht allzu viele Tormöglichkeiten erarbeiteten, zwei davon aber eiskalt verwerteten. In der 30. Minute hatte sich der gebürtige Niederdreisbacher Thorsten Judt wunderbar freigelaufen, und nach dessen genialem Rückpass von der Torauslinie in den 5-m-Raum, brauchte Michael Petry den Ball nur noch zum 0:1 über die Linie zu drücken. Petrys zweiter Streich folgte elf Minuten später: Nach einem überflüssigen Ballverlust von Tobias Zott, der sich bei dieser Aktion auch noch verletzte, hatte Christian Müller »freie Bahn«. Dessen Schuss konnte Siegens Torwart Andreas Koch zwar noch glänzend parieren, doch Petry stand goldrichtig, um zum 0:2 abzustauben.

Eine bestenfalls durchschnittliche Leistung reichte den Hessen, um die Siegener in Richtung Tabellenkeller zu schicken. Vielleicht hätten sich die Siegener Akteure einfach mal ein Beispiel an Sängerin Ariane Timmermann nehmen sollen, die die Stimmung mit ihren gekonnten Gesangseinlagen anheizte. Nur dumm, dass das Stimmungsbarometer der »Sportfreunde«-Fans während der 90 Fußball-Minuten wieder Richtung Nullpunkt sank.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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