Der Eishockey-Familienbetrieb

 November 2016: André, Reinhard und Tim Bruch (v. l.) prägen das Eishockey in Netphen schon seit vielen Jahren. „Sobald man mit jemand über Eishockey in Netphen spricht, fällt spätestens im zweiten Satz der Name Bruch“, schmunzelt Felix Bauer, der Mannschaftskapitän des EHC 08 Netphen. Fotos (2): Frank Kruppa  Selber Ort, andere Zeit: Im November 2000 berichtete die Siegener Zeitung schon einmal über André, Reinhard und Tim Bruch (v. l.) – André erinnerte sich beim aktuellen Fototermin genau und regte an, die gleichen Positionen wie damals einzunehmen. Man beachte: Papa Reinhard war damals noch größer als seine beiden Jungs...
  • November 2016: André, Reinhard und Tim Bruch (v. l.) prägen das Eishockey in Netphen schon seit vielen Jahren. „Sobald man mit jemand über Eishockey in Netphen spricht, fällt spätestens im zweiten Satz der Name Bruch“, schmunzelt Felix Bauer, der Mannschaftskapitän des EHC 08 Netphen. Fotos (2): Frank Kruppa Selber Ort, andere Zeit: Im November 2000 berichtete die Siegener Zeitung schon einmal über André, Reinhard und Tim Bruch (v. l.) – André erinnerte sich beim aktuellen Fototermin genau und regte an, die gleichen Positionen wie damals einzunehmen. Man beachte: Papa Reinhard war damals noch größer als seine beiden Jungs...
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krup - Der Name „Bruch“ spielt im Siegerländer Eishockey seit gut 30 Jahren eine prägende Rolle. Vater Reinhard Bruch (53) hat noch die glorreichen Jahre der TEG Netphen erlebt, deren Heimspiele zu Beginn der 80er-Jahre einen regelrechten Boom auslösten – 1000 Zuschauer und mehr waren damals an der Tagesordnung.

Anno 2016 leitet Reinhard Bruch als Trainer die sportlichen Geschicke des Eishockey-Bezirksligisten EHC 08 Netphen, bei dem seine beiden Söhne Tim (29) und André (28) zu den absoluten Leistungsträgern zählen. „Beide sind ganz unterschiedliche Spielertypen“, sagt der Vater. „André ist mehr der spielerische Typ, Tim der Kämpfer.“

Das außergewöhnliche Talent der beiden Bruch-Junioren war schon früh erkennbar, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise – während der jüngere André ein ausgesprochen eleganter Schlittschuhläufer mit teils verblüffenden Bewegungen auf dem Eis ist, kommt sein älterer Bruder Tim mehr über Kraft, Kampfgeist und unermüdlichen Willen. „André ist einfach nicht klein zu kriegen. Durch seine höherklassige Erfahrung schauen alle unsere Spieler zu ihm auf und sehen in ihm ein Vorbild. Für mich ist er unser wichtigster Spieler“, lobt Tim seinen „kleinen“ Bruder, während André den (rhetorischen) Puck gleich zurückspielt: „Tim ist einfach ein Stier, ein unermüdlicher Kämpfer für die Mannschaft. Er ist kein Einzelspieler, der selbst jedes Tor machen will, sondern jemand, der seine Mitspieler einsetzt und sich über deren Treffer genau so sehr freut.“

Im Jahr 2000 weckten Tim und André das Interesse der Scouts anderer Vereine. Tim wechselte zu den Iserlohn Young Roosters, André zum Königsborner JEC, wo er doppelt bei den Knaben und den Schülern spielte. Vater Reinhard ging damals als Nachwuchstrainer gleich mit nach Unna-Königsborn. Tim Bruch musste seine Zelte in Iserlohn verletzungsbedingt rasch wieder abbrechen und kehrte schon im Laufe der Saison 2002/03 zum damaligen EC Siegerland zurück.

Nach Ablauf seiner Jugendjahre standen für Tim Bruch in 150 Nachwuchsspiele in zehn Jahren 208 Treffer und 162 Vorlagen, also 370 Scorerpunkte, zu Buche. Mit satten 565 Strafminuten wandelte er auf den Spuren seines Vaters Reinhard, der in 23 Jahren beim EHC Netphen, EC Siegerland und dem „neuen“ EHC 08 Netphen in 473 Spielen mit 1234 Minuten auf dem „Sünderbänkchen“ echte Maßstäbe gesetzt hatte. Bruch senior war ein echter „Rough guy“ auf Kufen, er brachte so manchen renommierten Gegenspieler mit seinem Trash Talk und harten Checks zur Weißglut.

„Die Schiedsrichter mochten mich halt nicht so“, schmunzelt Papa Bruch. „Wenn man hart auf den Körper spielt, kriegt man sofort viele Strafzeiten – ob die nun immer berechtigt sind oder nicht.“ Ähnlich sieht es sein älterer Sohn: „Ich scheue keinen Zweikampf und nehme die alle an – da schaukelt sich schon mal einiges mit dem ein oder anderen Gegenspieler hoch. Wer so in die Zweikämpfe geht, bekommt halt Strafzeiten – aber dafür ziehe ich ja auch viele Strafen beim Gegner“, weiß Tim Bruch, dass er selbst oft genug nur durch Fouls zu stoppen ist.

André Bruch, der erst unlängst mit der deutschen Inline-Skaterhockey-Nationalmannschaft zum zweiten Mal Europameister wurde, folgt in der „ewigen“ Nachwuchs-Rangliste des Siegerländer Eishockeys mit 291 Punkten (172 Tore, 119 Vorlagen) in 166 Partien auf Rang 6 – mit allerdings vergleichsweise „zahmen“ 164 Strafminuten...

Während Tim Bruch nach dem einen Jahr im Iserlohner Nachwuchs stets in Netphen blieb, hatte André schon eher die Wanderschuhe an. Er spielte beim Königsborner JEC, später dann im Seniorenbereich für die 1b-Mannschaft des Iserlohner EC, den EHC Neuwied und die Eisadler Dortmund. Von diesen kehrte er nun zu Beginn der „Eiszeit“ 2016/17 zum EHC 08 Netphen zurück und brachte seinen Kumpel Jiri Svejda (31) gleich mal mit – zwei absolute Volltreffer für die heimischen Puckjäger! Nicht von ungefähr führen die Johannländer die Tabelle der Bezirksliga nach fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen mit 14 Punkten an. Auch in den Siegerländer Seniorenmannschaften haben Tim (412 Scorerpunkte) und André (257) schon nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. „Der Aufstieg ist Pflicht“, zeigt sich André Bruch selbstbewusst, und sein Bruder Tim ergänzt: „Am liebsten ohne weiteren Punktverlust...“

„Ein schöner Fakt ist folgender“, sagt EHC-Kapitän Felix Bauer (24): „Sobald man mit jemand über Eishockey in Netphen spricht, fällt spätestens im zweiten Satz der Name Bruch. Alle drei sind echte Figuren und Autoritäten, die überall große Fußspuren hinterlassen. Die Bruchs stehen wie keine zweite Familie für das Eishockey in Netphen, Reinhards und Annes Tochter Ann-Christin war ja früher als Betreuerin auch noch mit dabei.“ Frank Kruppa

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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