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Kreis Siegen-Wittgenstein
Der Frust wächst: Über 100 Kinder in Corona-Quarantäne

Immer mehr Kinder aus Siegen-Wittgenstein müssen in Corona-Quarantäne. Die Zahl der betroffenen Kitas und Schulen ist sprunghaft angestiegen.
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  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Siegen. Das Siegener Corona-Update vom Montag wirft Fragen auf. 108,3 steht da als Inzidenz der vergangenen sieben Tage. Wie kann das sein? Was kommt noch? Vor einem Monat dümpelte die Inzidenz tief im einstelligen Bereich, die Partys boomten. Sommer, Sonne, Sand und Meer lockten die Menschen nach draußen. Mit dem Schulstart nach den großen Ferien ist die totale Ernüchterung eingetreten: Nicht weniger als 20 Kitas und Schulen haben neue Covid-Fälle zu verkraften, über 100 Mädchen und Jungen sind allein übers Wochenende vom Kreisgesundheitsamt Siegen-Wittgenstein neu unter Quarantäne gestellt worden.

Für Dr. Christoph Grabe ist die Entwicklung keine Überraschung
Für Dr.

mir Siegen. Das Siegener Corona-Update vom Montag wirft Fragen auf. 108,3 steht da als Inzidenz der vergangenen sieben Tage. Wie kann das sein? Was kommt noch? Vor einem Monat dümpelte die Inzidenz tief im einstelligen Bereich, die Partys boomten. Sommer, Sonne, Sand und Meer lockten die Menschen nach draußen. Mit dem Schulstart nach den großen Ferien ist die totale Ernüchterung eingetreten: Nicht weniger als 20 Kitas und Schulen haben neue Covid-Fälle zu verkraften, über 100 Mädchen und Jungen sind allein übers Wochenende vom Kreisgesundheitsamt Siegen-Wittgenstein neu unter Quarantäne gestellt worden.

Für Dr. Christoph Grabe ist die Entwicklung keine Überraschung

Für Dr. Christoph Grabe, den Leiter des Kreisgesundheitsamtes , ist diese Entwicklung keine Besonderheit: „Letztes Jahr hatten wir das in ähnlicher Weise.“ Reiserückkehrer stellen das Gros der Fälle, das steht fest. Und es wird nach dem Beginn des Schulunterrichts regelmäßig und flächendeckend getestet.

Noch zeichnet sich beim Kreisgesundheitsamt Siegen keine Tendenz ab, ob und wie viele weitere Corona-Fälle aus den Schulen bekannt werden oder auch nicht. Selbst Kinder, die am ersten Schultag negativ getestet wurden, können womöglich im Laufe dieser Woche noch erkranken, darauf weist Dr. Grabe ausdrücklich hin. „Positive Befunde können noch kommen, darauf müssen wir uns einstellen. Allerdings nimmt die Sicherheit an den Grundschulen mit jedem neuen Schultag nach dem Ferienende zu.“ Die Rückreisewelle aus den Urlaubsgebieten sei hoffentlich zum größten Teil vorbei, sagt Dr. Grabe offen. Wohl wissend, dass es Folgefälle geben wird.

Ein Stück weit beunruhigt die 108er-Inzidenz vom Montag. Dr. Grabe: „Delta ist überall, es gibt fast keine andere Corona-Variante mehr bei uns.“ Und Delta ist eben deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus.

"Es gibt keine Todesfälle mehr im Kreisgebiet"

Gut möglich, dass die Zahlen weiter steigen. „108, diese Inzidenz hatten wir 2020 erst im Oktober“, blickt Grabe in die Statistik. Wobei ihn ein Umstand beruhigt: „Wir haben keine Alten mehr unter den Erkrankten, es gibt keine Todesfälle mehr im Kreisgebiet.“ Einen Tag hat er sich beispielhaft angesehen, durchweg seien die Infizierten sehr viel jünger als 2020. Mit leichteren Symptomen und nicht so schweren Verläufen.

Aus zahlreichen Schulen, hauptsächlich sind es Grundschulen, heißt es, „einzelne Kinder“ bestimmter Klassen seien betroffen. So ist das der Fall an der Albert-Schweitzer-Schule in Geisweid, der Birlenbacher Schule, der Geisweider Schule, der Grundschule Neunkirchen oder auch der Nordschule und der Hammerhütter Schule.

Quarantäne frustriert Schüler, Eltern und Lehrer

In der Liste der 20 Kitas und Schulen mit neuen Quarantäne-Fällen tauchen aber auch andere Beispiele auf. So etwa die Glückaufschule in Weidenau. Leiterin Anna Withake ist betrübt: „Zwei Tage Schule und schon wieder Quarantäne. Die Eltern sind ratlos oder verärgert, sie beschweren sich. Das schränkt natürlich wieder den normalen Unterricht ein.“ Der betroffene Klassenlehrer müsse jetzt wieder doppelt planen und arbeiten, für den Präsenzunterricht und die Distanzstunden für die Quarantäne-Kinder.
Für Anna Withake und deren Kollegium ist das Prozedere rund um die Quarantäne nicht ganz nachvollziehbar: Bereits am Donnerstagabend habe das Labor angerufen und über die Fälle berichtet, am späten Abend noch habe sie mit den betroffenen Eltern gesprochen. Erst am Freitag habe sich das Gesundheitsamt bei der Schule gemeldet, Samstag seien die Eltern von dort unterrichtet worden, dass ihre Kinder unter Quarantäne gestellt werden müssten.

Nächster Fall: Jung-Stilling-Schule am Weidenauer Stockweg. Mehrere Schüler der Klassen 2a und 2b müssen vorsorglich daheim bleiben, weil sie sich angesteckt haben könnten. Bis Montag waren zwei erkrankte Kinder bekannt. Mehr nicht. Trotzdem trifft das die Schule: „Corona überlagert all unser Tun im negativen Sinne“, redet Petra Dors, die Schulleiterin Klartext.

Dors findet es ausgesprochen traurig, dass das Land Nordrhein-Westfalen im Vorfeld nicht mehr für die Gesundheit der Kinder und Lehrenden getan hat. Ihrer Ansicht nach hätten die Schüler nur getestet am ersten Tag nach den Ferien in die Schulen geschickt werden dürfen. Eine Testpflicht vor dem Schulstart wäre besser gewesen, sagt sie im Moll-Modus, um sogleich optimistisch nach vorne zu schauen: „Am 31. August werden wir Schule mit Courage.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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