Der „harte Kern“ blieb dabei

Im März 1981 veröffentlichte die Siegener Zeitung als Vorschau für eine „Paulus“-Aufführung der Evangelischen Singgemeinde Siegen in der Siegener Nikolaikirche dieses Foto.  Foto: SZ-Archiv
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Siegen. Natürlich lebt ein Chor von den Menschen, die ihn voranbringen. Neben der musikalischen Leitung ist das das Management, der Vorstand um 1. Vorsitzende Ulrike Stille, der 50 bis 60 Veranstaltungen pro Jahr organisieren muss. Im Jahr 2004 wurde 111-mal gesungen. Bei 365 Tagen im Jahr ist das ein ordentlicher Schnitt …

Ein harter Kern, berichtet Hans Wedde, Sänger fast der ersten Stunde, sei über all die Jahre engagiert dabeigeblieben. Vom Doppelquartett über 30 Stimmen bis zum 130 Köpfe starken Chor geht die Bandbreite. Gerade in dem großen Klangkörper sind viele junge Leute mit dabei, das Altersspektrum reicht von 17, 18 bis in die 70er. Die Vokalisten kommen aus dem Siegerland, aber auch aus Bad Marienberg, Bad Berleburg oder Hessen. Uli Stötzel, der Profi, weiß, dass das Singen für die Menschen im Chor ein Hobby ist, deshalb bemüht er sich, die Proben nicht stocksteif abzuhalten.

„Aber bei aller Lockerheit“, so Wedde, „der hört sofort, wenn irgendwo falsch gesungen wird.“ Und im Collegium vocale liegen Ansprüche und Messlatte natürlich höher.

Von nichts kommt natürlich nichts, vor allem keine Einladung zur 3000-Jahr-Feier Jerusalems. Zum Auftakt 1994 und zum Abschluss 1997 waren die Siegener dabei und haben sogar in Gaza gesungen. Nachdem sie nachmittags in Jerusalem angekommen waren, sollten sie bereits am gleichen Abend singen. Sie schafften es knapp zur richtigen Zeit, und es kam – niemand. Aber, andere Länder, andere Sitten. Traditionell, so die Erklärungen, kämen die besucher 45 Minuten später, und dann war die Kirche auch rappelvoll.

Wirklich knapp, erinnert sich Hans Wedde, war es einmal bei einem Trip nach England. London rief, aber der Bus mit dem Bach-Chor kam im Inselkönigreich nicht von Bord der in Oostende gestarteten Fähre. Es war zur Hoch-Zeit des Baader-Meinhof-Terrorismus und es wurde kontrolliert ohne Ende. Wedde, damals Polizeibeamter, zeigte einem Bobby seinen Dienstausweis und der lotste den Bus an der langen Schlange vorbei. „Der glaubte“, so Hans Wedde, „in dem Bus säßen nur deutsche Kriminalbeamte.“ Trotzdem wurde der „Kriminaltango“ am Themseufer an diesem Abend nicht gesungen ...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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