SZ

Tipps zur Vorbeugung
Der Kampf gegen die Rückenprobleme

Victoria Heinbach erklärt SZ-Volontärin Alexandra Pfeifer die optimale (Arbeits-)Haltung: Frontal zum Bildschirm, aufrechter Sitz, Beine im rechten Winkel. Lieber Bildschirm kippen oder externe Tastatur verwenden statt Laptop mit Büchern auf Augenhöhe hochstapeln, sagt die Fachfrau von „Physiofit“. „Sonst zieht man beim Tippen die Schultern hoch und das führt zu Verspannungen.“
3Bilder
  • Victoria Heinbach erklärt SZ-Volontärin Alexandra Pfeifer die optimale (Arbeits-)Haltung: Frontal zum Bildschirm, aufrechter Sitz, Beine im rechten Winkel. Lieber Bildschirm kippen oder externe Tastatur verwenden statt Laptop mit Büchern auf Augenhöhe hochstapeln, sagt die Fachfrau von „Physiofit“. „Sonst zieht man beim Tippen die Schultern hoch und das führt zu Verspannungen.“
  • Foto: rt
  • hochgeladen von Marc Thomas

ap Siegen. „Durch Corona ist man an den Schreibtisch gefesselt“, so formuliert es Nezahat Baradari, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Das Problem daran: Die wenigsten haben ein (ergonomisch) gut ausgestattetes Büro. Improvisierte Arbeitsplätze und das lange Sitzen an Küchentisch & Co. können langfristig zu Rückenproblemen führen. Denn die Haltung, die dabei eingenommen wird, ist oftmals fehlerhaft.

Um Verspannungen im Rücken vorzubeugen und Beschwerden zu reduzieren, hilft manchmal schon die richtige Sitzposition am Arbeitsplatz. „Man sollte aufrecht und frontal vor dem Bildschirm sitzen“, erklärt Physiotherapeutin Victoria Heinbach. „Sonst drohen Bandscheibenvorfälle“, mahnt Baradari.

ap Siegen. „Durch Corona ist man an den Schreibtisch gefesselt“, so formuliert es Nezahat Baradari, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Das Problem daran: Die wenigsten haben ein (ergonomisch) gut ausgestattetes Büro. Improvisierte Arbeitsplätze und das lange Sitzen an Küchentisch & Co. können langfristig zu Rückenproblemen führen. Denn die Haltung, die dabei eingenommen wird, ist oftmals fehlerhaft.

Um Verspannungen im Rücken vorzubeugen und Beschwerden zu reduzieren, hilft manchmal schon die richtige Sitzposition am Arbeitsplatz. „Man sollte aufrecht und frontal vor dem Bildschirm sitzen“, erklärt Physiotherapeutin Victoria Heinbach. „Sonst drohen Bandscheibenvorfälle“, mahnt Baradari. Die Schultern sollten beim Sitzen locker fallen, die Beine im rechten Winkel auf dem Boden stehen. Heinbach empfiehlt außerdem höhenverstellbare Tische und Stühle sowie ab und zu auch mal im Stehen zu arbeiten. Wichtig sei vor allem, nicht stundenlang in nur einer Haltung zu verharren.

Jede Art von Bewegung ist gut

„Und man sollte immer Bewegungspausen einlegen“, betont Heinbach. „Die Bandscheiben müssen Entlastung haben in allen Dimensionen.“ Zur Entspannung zwischendurch dürfe man sich auch ruhig mal „hinfläzen“, fügt Praxisinhaberin Stefanie Müller hinzu. Grundsätzlich gilt aber: Jede Art von Bewegung ist gut und selbst einfache Aktivitäten helfen dem Rücken. Denn Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur und diese entlastet die Wirbelsäule. „Der Mensch ist ein Bewegungstier“, erklärt Baradari. „Unser Körperbau ist nicht für lange Sitzperioden ohne körperlichen Ausgleich gedacht.“

Starker Rücken durch Übungen im Wohnzimmer

Kurze Spaziergänge im Freien und kleine Tricks in der Wohnung können schon zu einer besseren Rückengesundheit führen. „Mein Drucker steht zum Beispiel in einem anderen Raum“, verrät Praxisinhaberin Stefanie Müller. „Da muss ich zwangsläufig immer mal aufstehen und ein paar Schritte gehen.“ Auch mehr Treppensteigen oder einfache Übungen im heimischen Wohnzimmer können zu einem starken Rücken beitragen. Zwei- bis dreimal die Woche reichten häufig schon aus, sagt Heinbach und zeigt drei Übungen, die jeder ganz einfach zu Hause nachmachen kann.

Mit der richtigen Übung kann man Rückenproblemen vorbeugen.
  • Mit der richtigen Übung kann man Rückenproblemen vorbeugen.
  • Foto: ap
  • hochgeladen von Marc Thomas

Übung 1: Kräftigung der Tiefenmuskulatur durch Stabilisierungs- und Gleichgewichtstraining. Was man dafür braucht: Eine Matte, ein Kissen oder eine dicke Decke. „Man kann immer improvisieren“, betont die Physiotherapeutin. Die Schwierigkeit besteht darin, beim Einbeinstand auf einer wackligen Unterlage die Balance zu halten. Fortgeschrittene können das Bein anheben, das Gewicht verlagern oder die Arme heben. Wichtig: Schultern locker lassen, Standbein nicht ganz durchdrücken und Bauch anspannen, damit kein Hohlkreuz entsteht.

Übung 2: Kräftigung des gesamten Rumpfes. „Dabei wird nicht nur der Rücken, sondern auch die Bauchmuskulatur trainiert“ erklärt die Physiotherapeutin. In Rückenlage wird die Übung dann ausgeführt: Füße hüftbreit aufstellen, die Handflächen zeigen nach oben. „Damit die Schultern richtig aufliegen.“ Beim sogenannten „Bridging“ wird dann die Hüfte in Wiederholungen nach oben und unten bewegt. Fortgeschrittene können die Schwierigkeit steigern, indem sie Haltephasen einbauen oder ein Bein dabei strecken.

Mit der richtigen Übung kann man Rückenproblemen vorbeugen.
  • Mit der richtigen Übung kann man Rückenproblemen vorbeugen.
  • Foto: ap
  • hochgeladen von Marc Thomas

Übung 3: Mobility-/Beweglichkeitsübungen. „Oft wird das Dehnen völlig vernachlässigt“, warnt Heinbach. Das sei jedoch sehr wichtig für die Bandscheibengesundheit. Eine einfache Übung: Sich auf den Rücken legen und um die Längsachse drehen. „So wie beim Handtuchauswringen“, veranschaulicht die Expertin die Mobility-Übung. Dabei könne ein deutliches Dehngefühl auftreten. „Das bedeutet nichts Schlechtes und ist ganz individuell“, so die Siegener Physiotherapeutin.

Nicht mehr gelbe Scheine Mehr gelbe Scheine aufgrund von Rückenproblemen wurden in der Pandemiezeit nicht eingereicht. „Die Zahlen sind stabil geblieben“, teilt Christian Elspas, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Techniker Krankenkasse auf SZ-Anfrage mit. Demnach lag 2020 der Anteil der Krankschreibungen wegen Rückenleiden durchschnittlich bei 1,39 Tagen. Im Vorjahr waren es 1,38 Tage. „Dafür mag es viele Begründungen geben“, so der Sprecher. Eine mögliche Erklärung führt die Attendorner Ärztin Nezahat Baradari an: „Ich kann mir vorstellen, dass Leute im Moment bei Rückenschmerzen nicht so häufig zum Arzt gehen als sonst und sich eher mal eine Tablette einwerfen.“
Autor:

Alexandra Pfeifer

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen