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Uni Siegen ist reif für die Stadt
Der Masterplan zum „Jahrhundertprojekt“

Der Süd-Campus soll viel Aufenthaltsqualität bieten.
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js Siegen. Der „Elfenbeinturm“ auf dem Haardter Berg ist Schnee von gestern, die Zukunft der Uni Siegen liegt im Zentrum: in dem von Stadt, Region und Gesellschaft. In einem „Jahrhundertprojekt“ ziehen Hochschule, Stadt und Land NRW derzeit an einem Strang, um Lehre und Forschung der Universität und damit auch die Studenten und Beschäftigten ins Herz der Stadt zu holen. Ein erster Schritt ist bereits getan: Campus Unteres Schloss, das neue Hörsaalzentrum über der Karstadt-Filiale und die frisch gebackene Mensa stehen bereit, um nach der Pandemie Präsenz in der City zu schaffen. Weitere Meilensteine stehen bevor – die Umsetzung einer großen Vision rückt in Sichtweite.

js Siegen. Der „Elfenbeinturm“ auf dem Haardter Berg ist Schnee von gestern, die Zukunft der Uni Siegen liegt im Zentrum: in dem von Stadt, Region und Gesellschaft. In einem „Jahrhundertprojekt“ ziehen Hochschule, Stadt und Land NRW derzeit an einem Strang, um Lehre und Forschung der Universität und damit auch die Studenten und Beschäftigten ins Herz der Stadt zu holen. Ein erster Schritt ist bereits getan: Campus Unteres Schloss, das neue Hörsaalzentrum über der Karstadt-Filiale und die frisch gebackene Mensa stehen bereit, um nach der Pandemie Präsenz in der City zu schaffen. Weitere Meilensteine stehen bevor – die Umsetzung einer großen Vision rückt in Sichtweite.

In einer gemeinsamen Präsentation gaben Universitätsleitung und Stadtverwaltung am Montag Einblicke in den Stand des Masterplans. Fest steht nun nicht nur, dass am Ende drei von fünf Universitätsfakultäten aus der Peripherie in den Schatten des Krönchens geholt werden – fest steht nun auch, welcher Platz dafür zur Verfügung steht.

"Siegen. Wissen verbindet"

Dass die Uni von dem Gründungsstandort auf dem Haardter Berg in die Stadt kommt, ist weithin bekannt – als Titel des Gesamtprojekts hat diese Zielsetzung inzwischen aber ausgedient. Ab sofort firmiert die groß anlegte Umsiedelung unter dem Slogan „Siegen. Wissen verbindet“. Wortwahl und neues Logo – ein stilisiertes Krönchen über aufgeschlagenem Buch – sollen andeuten, was hier alles zusammengeführt werden soll: Uni und Stadt, Uni und Wirtschaft, Uni und die Bürger, die Unter- und die Oberstadt. 
Dieser Tage wird der Masterplan in die politischen Gremien der Stadt Siegen gehen. 2022 sollen gemeinsam mit Investoren Umsetzungspakete geschnürt werden. 2024, so die Vorstellung von Uni und Stadt, sollen die ersten Bagger anrollen.

Für den 10. Juni kündigen Uni und Stadt eine öffentliche Veranstaltung an – die Corona-bedingt digital als Livestream durchgeführt werden soll. Informationen und Ausblicke gibt es zudem ab sofort auf der neuen Website www.siegen-wissen-verbindet.de

Uni kommt mit großen Schritten in die Stadt

„Nord-Campus“ wird urbanes Quartier

Der „Nord-Campus“, demnächst Domizil der Philosophischen Fakultät, entsteht zwischen Sand- und Siegbergstraße, und wird der urban geprägte Teil der neuen Uni mit dichter Bebauung, angeordnet um einen zentralen Hof („Anger“), mit Torfunktion von Reichwalds Ecke aus. Über eine offene Treppe wird die Oberstadt erreichbar sein, ein rund um die Uhr und von jedermann nutzbarer Aufzug bietet eine barrierefreie Anbindung. Zusätzlich wird die neue Uni-Bibliothek im alten Hettlage-Gebäude als öffentlicher Weg zwischen dienen zwischen Haupt- und Nord-Campus. Städtebaulich wird rund um die Friedrichstraße ein Sorgenkind aufgepeppelt. Bestehende Leerstände sind mit Einzelhandel nicht aufzufüllen. Die heutige Hinterhof-Atmosphäre soll universitärem Leben weichen. Im Wonnemann-Möbelhaus entsteht das Student Service Centre.

„Süd-Campus“ soll mit Leichtigkeit punkten

Der Campus im Süden (Architektur, Pädagogik und Kunst) soll „leichter“ und transparenter gestaltet werden als sein nördliches Pendant. Durch neu hinzugekaufte Flächen können die Gebäude vom heutigen Löhrtorbad entlang der Weiß angeordnet werden, hier soll Platz sein für attraktive Freiräume – selbst die ikonografischen Kirschbäume tauchen in den Zukunftsplänen auf. Aufenthaltsqualität soll groß geschrieben werden. Der eingefasste Bachlauf der Weiß soll erlebbar gemacht und eingebunden werden, das neue Siegufer lässt grüßen. Verbindungswege zum neuen Haus der Musik (Brücke) und zum Obergraben (Treppe) sollen angelegt werden. Die Gebäude sollen zumeist nur bis zu vier Stockwerke hoch werden. Aus dem Häutebachweg wird eine Fahrradstraße, die Löhrstraße wird Baumtore und eine Mittelinsel als Querungshilfe bekommen.

Siegen holt aus zum großen Wurf

Einmalige Chance

„Solche Chancen muss man nutzen.“ Bürgermeister Steffen Mues freut sich darauf, dass die Uni künftig maßgeblich zur Belebung in der Siegener Innenstadt beitragen dürfte – in Handel, Gastronomie und Kultur. Dass Karstadt Siegen bei der jüngsten Filialschließungswelle des Warenhauskonzerns nicht mehr habe zittern müssen, führt Mues auf die bereits bestehende Verzahnung im Gebäude zurück. „Wir werden Hinterhofatmosphäre durch Leben ersetzen“, sagt Mues mit Blick auf den Campus Nord. Zudem würden problematische Leerstände sinnvoll genutzt, ohne dass Verdrängung stattfinde. Die geplanten neuen Verbindungswege zwischen Ober- und Unterstadt böten ebenfalls enormes Potenzial.

Rektor Holger Burckhart ist überzeugt davon, dass die Uni kräftige Impulse in der Stadt setzen wird. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort, das er immer wieder bringt: Die Uni in der Stadt werde sich nachhaltig entwickeln können, sowohl was Forschung und Lehre – aber auch was Lebens- und Sozialqualität angehe. „Hier entsteht gemeinsames Leben.“ Das werde Studenten und Professoren nach Siegen ziehen. „Wir möchten eine bürgeroffene Universität sein.“ Inzwischen mache das Pilotprojekt Schule: Die Unis in Aachen und Bielefeld wollten ebenfalls den Siegener Weg einschlagen.

Uni setzt auf Bahn, Bus und Fahrrad

Drei Fakultäten bedeuten rund 14.000 Studenten und Mitarbeiter, die demnächst innerstädtische Uni-Einrichtungen nutzen. Entsprechend groß ist die Bedeutung eines Verkehrskonzepts. Anders als beim Pendler-Standort Haardter Berg soll bei der City-Uni nicht der Autoverkehr im Vordergrund stehen. Vielmehr soll zumindest die „letzte Meile“ zu Fuß, per ÖPNV oder per Fahrrad zurückgelegt werden. Dezentrale Parkmöglichkeiten sollen dafür geschaffen werden, u. a. auf dem Areal des Kreiswehrersatzamts an der Tiergartenstraße. Zumindest für vergleichsweise wenige Autos sollen Tiefgaragen geschaffen oder Parkhausplätze angemietet werden. Weitaus mehr Stellplätze hingegen sind für Fahrräder geplant. Zentraler Ankunftsort für den ÖPNV wird neben dem Bahnhof die Bushaltestelle am Kölner Tor. Stadtbaurat Henrik Schumann verspricht sich vom Uni-Projekt einen gewaltigen Schub für die städtische Verkehrswende.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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