Der »Nervenkitzel« geht weiter

Sonderaufgaben für Islamoglu und Zott

DFB-Pokal-Auslosung und Auswärtsspiel beim Spitzenreiter

rege Siegen. Was für eine Woche mit »Nervenkitzel pur« hat der Fußball-Regionalligist Sportfr. Siegen hinter sich: Erst am Sonntag das unglückliche Pokal-»Aus« gegen LR Ahlen, dann der nachträgliche Sprung in die 2. DFB-Pokal-Runde am »Grünen Tisch« (Anm.: Ahlen verzichtet auf eine mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht), anschließend die 70-minütige »Auszeit« inclusive 0:2-Rückstand gegen den VfR Aalen und last but not least die erfolgreiche Aufholjagd in den letzten zehn Minuten des Aalen-Spiels. Gut möglich, dass sich die »Achterbahnfahrt der Gefühle« auch an diesem Wochenende fortsetzen wird, denn morgen wird gegen 18.10 Uhr im Rahmen der Sportschau die 2. Runde des DFB-Pokals ausgelost, und am Sonntag gastieren die Siegerländer ab 15 Uhr beim Spitzenreiter der Regionalliga Süd, den Amateuren des FC Bayern München.

Das Amateurteam des Deutschen Rekord-Meisters ist in der 3. Liga derzeit das »Maß aller Dinge«. Abgesehen von dem 1:1 gegen den Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken haben die Bajuwaren in dieser Saison bisher stets drei Punkte eingefahren – und das wie beim 6:1-Triumph in Aalen zum Teil auf recht eindrucksvolle Art und Weise. »Die Bayern sind im Moment eine Übermannschaft, die die Liga nach Belieben dominiert. Die Münchener sind technisch die beste Mannschaft in dieser Klasse und taktisch sehr gut geschult. Wenn wir die ins Spiel kommen lassen, sind wir chancenlos. Wir müssen kompakt stehen, im erlaubten Rahmen mit der notwendigen Aggressivität zu Werke gehen, und ihnen die Spiellust nehmen«, fordert Siegens Trainer Michael Feichtenbeiner von seinen Kickern frühes und intensives Stören der Gegenspieler sowie das Vermeiden unnötiger Ballverluste.

Falls sich seine Akteure erneut eine einstündige »Tiefschlafphase« erlauben wie am Mittwoch beim Spiel gegen den VfR Aalen, sieht Feichtenbeiner schwarz: »Wenn wir am Sonntag wieder so eine schwache Stunde haben, werden wir von den Bayern fünf, sechs Gegentore eingeschenkt bekommen. Mit der Spielweise von Mittwoch werden wir dort keinen Blumentopf gewinnen. Wir brauchen ein ganz anderes Engagement und Zweikampfverhalten als beim Aalen-Spiel.«

Lob, aber auch kritische Worte

Womit wir bei der Vergangenheitsbewältigung wären: Trotz der positiven Erkenntnisse, dass die »Sportfreunde« gegen Aalen eine Super-Moral bewiesen haben und nach dem 2:2 nicht auf »Ergebnis halten« gespielt haben, sondern mit aller Macht noch den Siegtreffer erzielen wollten, und der Tatsache, dass die Spiele im Leimbach-Stadion aufgrund des hohen Unterhaltungswertes wieder das Eintrittsgeld wert sind, müssen sich die Spieler auch kritische Worte gefallen lassen. Die eklatanten Schwächen im Spielaufbau und Unkonzentriertheiten, die zu vielen Fehlpässen und Ballverlusten führten, haben auf den Zuschauerrängen und der Siegener Bank für viel Unmut gesorgt. Entsprechend schlicht fiel das Fazit von Feichtenbeiner aus: »Aalen war nicht stark, sondern wir waren schwach.«

Da der Verlust von spielerischer Substanz bei einigen Spielern auch auf gewisse »Verschleißerscheinungen« des 120-minütigen Pokal-Fights und der »englischen Woche« zurückzuführen ist, hat Feichtenbeiner für Sonntag personelle Veränderungen angekündigt. Der Coach wollte die Katze gestern zwar noch nicht aus dem Sack lassen, aber zu den Männern, die dringend mal eine Verschnaufpause benötigen, zählt bestimmt Timo Schlabach – und auf der rechten Seite hätte Feichtenbeiner mit Jozef Kotula, der nach seiner Einwechslung am Mittwoch für frischen Wind sorgte, durchaus eine Alternative. Ob der Trainer weiter auf Eric Lukin und Lars Toborg, die gegen Aalen ebenfalls nicht sonderlich überzeugten, setzen wird, bleibt abzuwarten.

»So ein Tor ist wie Doping«

Schwerstarbeit wird übermorgen auf Tobias Zott und Cem Islamoglu zukommen, denn die beiden Defensivspezialisten sollen sich um das bayerische Sturm-Duo Zvjezdan Misimovic (21 Jahre; aus Serbien und Montenegro) und Paolo Guerrero Gonzales (19 Jahre; aus Peru), der mit sechs Treffern die Torschützenliste anführt, kümmern. »Von Guerrero sagt man, dass er der nächste ist, der den Sprung in den Bundesliga-Kader schafft. Das ist genau die richtige Aufgabe für Islamoglu und Zott. Da können sie sich noch einmal zusätzlich beweisen.« In der Abteilung »Offensive« hat Til Bettenstaedt momentan eine Stammplatz-Garantie. »Seine Tore in den vergangenen zwei Spielen waren phänomenal. Ich hoffe, dass er sich jetzt wieder schnell regeneriert, aber so ein Tor wie das gegen Aalen ist wie Doping.« Ein FC Bayern München als nächster Gegner im DFB-Pokal wäre das sicher auch, und zwar für die ganze Mannschaft – nur sollten die »Sportfreunde« vorsichtshalber eine Packung Schlaftabletten mit in die Isar-Metropole nehmen, und zwar nicht für Sonntag, sondern für die »Nacht davor«, damit die Hauptdarsteller bei den FCB-Amateuren etwas ausgeschlafener agieren als gegen Aalen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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