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Nach 20 Jahren noch voll im Trend
Der Rothaarsteig feiert Geburtstag

Wandern hat in Coronazeiten an Beliebtheit zulegt, der Rothaarsteigverein hatte 2020 rund 67 Prozent mehr Zugriffe auf die Homepage. Einzig die Übernachtungen und Gastronomiebesuche fehlen – den Naturfreunden wie den Wirten.
  • Wandern hat in Coronazeiten an Beliebtheit zulegt, der Rothaarsteigverein hatte 2020 rund 67 Prozent mehr Zugriffe auf die Homepage. Einzig die Übernachtungen und Gastronomiebesuche fehlen – den Naturfreunden wie den Wirten.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

mir Siegen/Bad Berleburg. In Kühhude bei Bad Berleburg – wo die ausgewilderten Wisente oft stehen – ist er zum Greifen nahe, in Zinse beim Dreiherrnstein auch, auf der Ginsberger Heide sowieso, da führt der Rothaarsteig mitten durchs Gelände: 20 Jahre gibt es ihn schon, den Premium-Wanderweg, genauer genommen seit dem 6. Mai 2001. Kritiker gab es anfangs genug. Man denke nur an die Skulpturen im einstigen Fichten-Dickicht: Was will mir der Künstler sagen? Mittlerweile ist das positive Echo riesengroß, insgesamt 1,7 Millionen Besucher hat der Steig im Jahr.

Hunderte Gastro- und Beherbungsbetriebe haben vor Corona von dem Premium-Wanderweg eifrig profitiert, jetzt harren sie aus, hoffen auf einen baldigen Neustart.

mir Siegen/Bad Berleburg. In Kühhude bei Bad Berleburg – wo die ausgewilderten Wisente oft stehen – ist er zum Greifen nahe, in Zinse beim Dreiherrnstein auch, auf der Ginsberger Heide sowieso, da führt der Rothaarsteig mitten durchs Gelände: 20 Jahre gibt es ihn schon, den Premium-Wanderweg, genauer genommen seit dem 6. Mai 2001. Kritiker gab es anfangs genug. Man denke nur an die Skulpturen im einstigen Fichten-Dickicht: Was will mir der Künstler sagen? Mittlerweile ist das positive Echo riesengroß, insgesamt 1,7 Millionen Besucher hat der Steig im Jahr.

Hunderte Gastro- und Beherbungsbetriebe haben vor Corona von dem Premium-Wanderweg eifrig profitiert, jetzt harren sie aus, hoffen auf einen baldigen Neustart. Die Macher dahinter sind die Aktiven des Rothaarsteigvereins, Touristikexperten wie Thomas Weber (Vorsitzender Rothaarsteigverein) oder Monika Dombrowsky (Vorsitzende Rothaarsteig Infrastruktur). Weber: „Wir brauchten damals etwas Besonderes, der Mittelgebirgstourismus war vor 20 Jahren in der Krise.“

154 Kilometer durch 26 Kommunen

Mit vielen Partnern ist es gelungen, „ein AHA-Erlebnis zu schaffen“, sagt der Sauerländer. Die Waldliegen verblüffen mittlerweise interessierte Spaziergänger und Wanderer, die große Familie der SGV-Wanderer ist aktiv dabei, stützt das Konzept. Auf 154 Kilometer Länge ist für jeden Geschmack in den 26 Kommunen zwischen Winterberg, Bad Berleburg, Burbach und dem „welligen Süden im Westerwald“ eine neugierig machende Etappe dabei.

Was erwartet den Gast nach 20 Jahren? Allerbeste Markierungen überall, ein Verlaufen hält Dr. Harald Knoche für nahezu unmöglich. „Wir haben nicht nur die Ranger als Alleinstellungsmerkmal, sondern auch 70 zuverlässige Wege-Paten. Das Waldsofa haben wir selbst kreiert, darauf sind wir stolz.“ Auch die zahlreichen Hütten sind eine Besonderheit, ebenso die Aussichtsplattformen, Hängematten und Vesperinseln.

67 Prozent mehr Zugriffe in 2020

Eigentlich ketzerisch die Frage nach der Bedeutung des Rothaarsteigs: Der Steig mit dem liegenden „R“ auf rotem Grund „ist schlicht das Aushängeschild“ hier in der Region, sagt Monika Dombrowsky, im Siegener Kreishaus zuständig für Tourismus. Erstaunlich, 2020 hat es 67 Prozent mehr Zugriffe auf die Homepage des Steigs gegeben. Pandemie-bedingt soll es massenweise Erstwanderer geben, vor allem junge Leute. Zahlen liegen nicht vor, Hotels und Pensionen sind ja seit Monaten zu. „Aber wir werden das genau beobachten“, sagt Dombrowsky.

Einen neuen Trend am Rothaarsteig kann Dr. Harald Knoche bestätigen: Trekking, individuell unterwegs sein in der freien Natur. „Mit legalen Möglichkeiten sind wir an der Stelle noch nicht genügend ausgestattet. Wir suchen mit Partnern nach Standorten.“ Eindeutig sind diese Trekking-Interessierten aber junge Leute.
Wo steht der „Weg der Sinne“ im innerdeutschen Ranking? Knoche ist stolz darauf, dass „wir Geburtshilfe geleistet haben beim Rheinsteig“. Aber auch in die Lüneburger Heide, den Schwarzwald und Österreich oder Griechenland gebe es gute Kontakte, man helfe sich gegenseitig mit Tipps und Erfahrungen. Knoche: „Fernwanderwege haben weiter ein großes Potenzial.“ Parallel suche man nach kurzen Rundwanderwegen, drei neue könnten in naher Zukunft bei voller Eignung hinzukommen. 13 sogenannte Rothaarsteig-Spuren gibt es schon. Alles Ableger für Halb- oder Ganztagstouren.

Winterwandern im Blickpunkt

Was bringen die nächsten zwei, drei Jahre? Digitalisierung ist auch hier das Stichwort, die gesamte Infrastruktur soll digital aufgerüstet werden. Ein Landesförderprogramm bildet den finanziellen Rahmen ab.

Was geht noch ab? In Zeiten klimatisch milder Winter will der Rothaarsteigverein das Winterwandern forcieren. Im November sowieso. Aber auch darüber hinaus. Mit neuen und weiteren Schutzhütten. „Eine weitere Hängebrücke wird es nicht geben“, sagt Katharina Schwake-Drucks (PR und Marketing).
Das Motto im Jubeljahr ist simpel: Die Natur ist das schönste Geschenk. Genau dazu gibt es eine Art Geburtstagsaktion in Form einer Video-Aktion: Bis in den Herbst können Interessierte ihre schönsten Naturmomente im Video festhalten und dem Verein einsenden. Daraus entsteht am Ende ein kleiner Film. Wer mitmacht, kann einen von drei attraktiven Preisen gewinnen.

Weitere Aktionen werden im Sommer folgen. Alles unter dem Motto „20“. Also 20 markante Gesichter beim Wandern oder 20 Sonnenuntergänge. Oder 20 Wisente.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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