Der »Spagat« ist rundum gelungen

Bei der 7. Turnschau des Turnbezirks Siegerland-Süd:

Mischung zwischen Breiten- und Spitzensport »passte« / Viel Raum für das Kunstturnen

Krup Siegen. Die Turnschau des Siegerländer Turnbezirks Süd war auch bei ihrer 7. Auflage ein echter Publikumsmagnet. »Inklusive der aktiven Teilnehmer hatten wir heute Abend rund 1200 Menschen in der Halle«, resümierten die Turnbezirks-Vorsitzende Gudrun Kunz (TV Neunkirchen) und Oberturnwart Horst Keiner (Alcher TG) nach dem gut dreistündigen turnerischen »Feuerwerk«.

Dabei war das Konzept gegenüber der 6. Auflage vor zwei Jahren verändert worden. Hatte die Turnschau seinerzeit bei ihrer »Wochenend-Rundreise« durch die vier Bezirke Nord, Süd, Wittgenstein und Olpe ein imposantes Sammelsurium von Weltklasse-Athleten/-innen aus nahezu allen turnerischen Bereichen aufgeboten, so legten die Veranstalter diesmal deutlich größeren Wert auf die breitensportliche Komponente.

Doch auch die hat dank des unglaublich weiten Spektrums, das der schlichte Begriff »Turnen« umfasst, ihren ganz besonderen Reiz. Da man davon ausgehen darf, dass sich der Großteil der knapp 900 Zuschauer aus Vereinen des Siegerland-Turngaus rekrutierte, hat es eben auch für die Besucher etwas Spezielles, wenn man den ein oder anderen Akteur auf dem Parkett der Siegerlandhalle mehr oder minder persönlich kennt. »Man hat gespürt, dass die Darstellung des Turnens in seiner Breite genauso gut ankommt wie der geballte Spitzensport vor zwei Jahren«, urteilte Horst Keiner zufrieden.

Eine »große Bühne« für die Talente

Wobei, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, auch bei Turnschau Nummero sieben wieder reichlich Spektakuläres zu sehen war – nur halt eben mit verstärktem lokalen Einschlag. Für die aufstrebenden Siegerländer Kunstturn-Talente wie Adrian Kuchta, Jonas Rohleder (Deutscher Schüler-Meister von 2001), Hendrik Meyer, Viktor Schuldeis und Jan Mencke oder auch für die sechsmalige Deutsche Hochschul-Meister Silvie Schneider aus Weidenau muss es ein tolles Gefühl gewesen sein, ihr Leistungsvermögen mal vor einer solch großen Kulisse demonstrieren zu dürfen. Schließlich werden die Zuschauerzahlen bei Kunstturn-Wettkämpfen im Normalfall dem immensen Trainingsaufwand der Aktiven nicht im mindesten gerecht.

Gudrun Kunz: »Eine tolle Atmosphäre«

Ein Lob in diesem Zusammenhang an das Publikum, das mit Applaus für die Aktiven wirklich nicht geizte. »Wir freuen uns auch über die tolle Resonanz und die schöne Atmospäre, die Besucher sind ja voll mitgegangen«, bemerkte Gudrun Kunz. So herrschte im Großen Saal von Beginn an eine Stimmung, die die Aktiven zu besonderen Leistungen anspornte. Angefangen mit den Kinderturngruppen der SKV (Turnpilze und Barren) sowie von Grün-Weiß Siegen (Bodenturnen und Kästen), Alcher TG/TSG Siegen (Trampolin), Ballett (TV Neunkirchen), Volleyball (TV Salchendorf) und TV Dreis-Tiefenbach (Doppelband-Gymnastik), die den Gästen gleich zu Beginn schon mal ein herrlich buntes Bild von der Bandbreite des turnerischen Wirkens im Bezirk Süd vermittelten. Sehr wirkungsvoll auch das Dance-Medley der Alcher Turngemeinschaft, das rund 80 (!) Personen vereinte. »Das war schon sehr beeindruckend, wie die Verein so viele Menschen verschiedener Altersgruppen zusammengefügt hat. Überhaupt hat sich dieser Verein phänomenal entwickelt«, staunte Turngau-Oberhaupt Horst-Walter Eckhardt (TuS 1900 Eisern) nicht schlecht.

Spektakulär auch der Rhönrad-Auftritt von Sarah-Christin Helmke und Kristina Scheffe von der TG Friesen Klafeld-Geisweid, den beiden WM-Teilnehmerinnen von 2001. Die jungen »Friesinnen« zeigten, was in der »Wheel Gymnastics« (so heißt das in neudeutsch) so alles möglich ist. Ein »Gänsehaut-Feeling« zauberten die Turnerinnen des TV Niederschelden mit ihrem Show-Tanz zum ewig jungen Klassiker »Music« auf die Bühne.

Nachdem Seilspringer/-innen (oder »Rope Skipper«) des TV 13 Büren für Begeisterungsstürme sorgten, hatten die jungen Frauen des TV Freudenberg mit »A little less conversation« ihren großen Auftritt. Viel Raum und Zeit widmeten die »Macher« der Turnschau den Kunsturnerinnen und -turnern.

Yvonne wirklich mit »Musik im Blut«

Hier erlebte man nicht nur die eingangs erwähnten Lokalmatadoren, sondern neben den Trampolin-Assen Sabrina Hoffmann, Talina Müller und Sabine Kölzer auch einen Lukas Prodelak (21) und vor allem einen Fabian Hambüchen (beide TSG Niedergirmes), der mit seinen gerade mal 15 Lenzen schon 13 (!) nationale Titel im Schüler- und Jugendbereich gewonnen hat und mit der Sprungkraft eines Flummis für Raunen auf den Rängen sorgte. Zur nationalen Spitze im Frauenturnen zählt die Abordnung des TV Hoffnungsthal mit Yvonne Musik, die ihrem Namen alle Ehre machte und fürwahr »Musik im Blut« hat, Camilla Ermert sowie den beiden »Turn-Flöhen« Nina Pielen (Jahrgang 1990) und Jana Straka (1991).

Nach einer erneuten »Lokalzeit« mit einem Tanz der Frauen der Bezirksvereine (»Heaven for everyone«) und einem Auftritt des TV Dreis-Tiefenbach (»Sticks«) boten die Rhythmischen Sportgymnastinnen aus der deutschen Nationalmannschaft – Edita Schaufler, Annika Seibel und Lena Asmus – nochmals Sport von internationem Format. Das Schlussbild blieb den Mädchen des TV Neunkirchen »Lord of the dance« vorbehalten, und damit schloss sich getreu dem Motto der Kreis eines höchst unterhaltsamen Abends.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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