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Hohe Beteiligung bei "Stunde der Gartenvögel"
Der Spatz ist der Gewinner

Der Spatz mag es gesellig und ist ein gefiederter Lebenskünstler.
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sz/goeb Siegen/Betzdorf/Olpe. Der Haussperling, auch liebevoll Spatz genannt, ist in den vier Landkreisen Siegen-Wittgenstein, Altenkirchen, Olpe und Lahn-Dill der Anführer der in den Gärten beobachteten und gezählten Vögel. Wo einer der die Geselligkeit liebenden Vögel auftaucht, da sind meist mehrere. Drei bis sechs der intelligenten Kerlchen wurden je nach Landkreis durchschnittlich gezählt. Fast 5000 waren es insgesamt.
Über 140 000 Menschen haben bundesweit an der Aktion des Naturschutzbundes (Nabu), der „Stunde der Gartenvögel“, vom 13. bis 16. Mai teilgenommen. Das Endergebnis der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion liegt nun vor. Aus mehr als 95 000 Gärten und Parks wurden dabei über 3,1 Millionen Vögel gemeldet.

sz/goeb Siegen/Betzdorf/Olpe. Der Haussperling, auch liebevoll Spatz genannt, ist in den vier Landkreisen Siegen-Wittgenstein, Altenkirchen, Olpe und Lahn-Dill der Anführer der in den Gärten beobachteten und gezählten Vögel. Wo einer der die Geselligkeit liebenden Vögel auftaucht, da sind meist mehrere. Drei bis sechs der intelligenten Kerlchen wurden je nach Landkreis durchschnittlich gezählt. Fast 5000 waren es insgesamt.
Über 140 000 Menschen haben bundesweit an der Aktion des Naturschutzbundes (Nabu), der „Stunde der Gartenvögel“, vom 13. bis 16. Mai teilgenommen. Das Endergebnis der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion liegt nun vor. Aus mehr als 95 000 Gärten und Parks wurden dabei über 3,1 Millionen Vögel gemeldet. Auch in hiesigen Gärten wurden eifrig Vogelarten bestimmt und dokumentiert. In Siegen-Wittgenstein ist in insgesamt 307 Gärten Strichliste geführt worden, beim hessischen Nachbarn waren es gar 315, in „AK“ 175 und in „OE“ 109 Gärten.

33 Vögel pro Garten gezählt

„Nach der Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr ist die Teilnehmerzahl auf hohem Niveau geblieben. Das freut uns sehr“, wird Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller zitiert. „Die Corona-Krise hat unsere Sicht auf die Dinge verändert. Für die Natur ist es gut, wenn ein gewachsenes Interesse und die Freude an der Vielfalt vor der Haustür dazugehören.“

Die Vogelschutzexperten des Nabu haben die Rohdaten der Zählung nun analysiert und statistische Korrekturen vorgenommen. Insgesamt konnten pro Garten knapp 33 Vögel von 11,4 unterschiedlichen Arten entdeckt werden. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, in dem mit nur gut 30 Vögeln der bisher niedrigste Wert ermittelt worden war.

"Wer unseren gefiederten Sorgenkindern helfen will, muss seinen Garten so gestalten, dass Insekten sich dort wohlfühlen."
Leif Miller
Nabu-Geschäftsführer

Insgesamt erweist sich der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005 als weitgehend stabil. Dennoch gibt es unter den 66 am häufigsten beobachteten Arten ein leichtes Übergewicht deutlich abnehmender Arten: 20 Arten mit sinkenden Beständen stehen 16 Arten mit zunehmenden und 30 Arten mit stabilen Zahlen gegenüber. Unter den größten Verlierern finden sich mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger. Mit Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, Kuckuck, Nachtigall und Klappergrasmücke sind weitere ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten dabei.

Vegetarier im Aufschwung

Langfristig deutliche Zunahmen zeigen dagegen einige Vegetarier, darunter Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer. Leif Miller: „Wer unseren gefiederten Sorgenkindern helfen will, muss seinen Garten so gestalten, dass Insekten sich dort wohlfühlen: Heimische Laubgehölze pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anlegen und selbstverständlich auf Umweltgifte verzichten.“

Rotkehlchen so gut wie nie

Die von der hiesigen Bevölkerung am häufigsten beobachteten Arten fügen sich gut in das Bundesbild ein. Auch da führt der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star, Blaumeise und Feldsperling, Elster und Ringeltaube. Der erstmals öffentlich gewählte Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, fliegt auf Platz 9 und erzielt damit – möglicherweise kraft Amtsbonus – seine bisher beste Platzierung. In unseren heimischen Gärten nimmt das Rotkehlchen sogar einen deutlich besseren Platz ein, liegt also über dem Bundesdurchschnitt. Auch die von Krankheiten gebeutelten Arten Blaumeise und Grünfink (die SZ berichtete) können sich in unserer Region behaupten.

Bei der Gartenvogelzählung stehen häufige Vogelarten im Vordergrund. Daher ist die diesjährige hohe Zahl von knapp 230 unterschiedlichen gemeldeten Vogelarten bemerkenswert. Aus ihr spricht die große Vielfalt unterschiedlicher Wohnlagen in Deutschland zwischen Alpen und Nordsee. In Siegen-Wittgenstein wurden wieder 15 Kolkraben gemeldet, früher eine äußerst seltene Art. Dass NRW-weit nur 518 Wacholderdrosseln übermittelt worden sind, bietet indes Anlass zur Sorge.

Der Spatz mag es gesellig und ist ein gefiederter Lebenskünstler.
Mehlschwalben leiden nicht nur unter dem Schwund der Fluginsekten, sie finden heutzutage seltener Lehmpfützen und geeignete Gebäude für den Nestbau.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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