Der Tod gehört zum Leben

Die 14 Teilnehmer des Sterbe- und Trauerseminars mit ihren Lehrkräften.  Foto: pebe

pebe Achenbach. Sterben, Tod und Trauer gehören immer noch zu den Tabuthemen in der Gesellschaft. Und das, obwohl der Tod ausnahmslos jedem gilt. Pflegekräfte werden im Berufsalltag immer wieder mit diesen Themen konfrontiert. Grund genug, dem Erlebten auch in der beruflichen Fortbildung Aufmerksamkeit zu schenken, wie kürzlich für 14 Fachkräfte im ambulanten Pflegebereich der Diakonie, die sich derzeit in der Weiterbildung „Palliative Care“ befinden. Gemeinsam mit Lehrkräften der Altenpflegeschule des Berufsfortbildungswerks (bfw) in Geisweid machten sie sich auf den Weg, Tod und Trauer in ihrer Arbeit, aber auch im persönlichen Erleben zu reflektieren.

„Das Thema ist gerade im palliativen Bereich wichtig“, erläuterte Dozentin Helga Utsch der SZ. Der „Mantel“ der Sorge für die Betroffenen, vom Tumor-Langzeitpatienten bis zum demenzkranken Menschen, umfasse auch den Umgang mit diesen Fragen. „Viele möchten zu Hause sterben, brauchen dafür aber auch eine angemessene Versorgung.“ Für die Pflegekräfte bedeute dies, nicht nur in der Akutphase, sondern bis zum Schluss pflegerisch zu betreuen.

Das dreitägige Sterbe- und Trauerseminar, das auch von dem katholischen Geistlichen Roland Schmitz begleitet wurde, stehe letztlich unter dem Motto „Den Stunden mehr Leben, nicht dem Leben mehr Stunden geben“, erläuterte Utschs Kollegin Maria Sondermann. Denn es gehe darum, den Patienten soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten und die Angehörigen in den Prozess einer guten Begleitung mit einzubinden. „Es erfordert eine besondere Stärke, das auszuhalten und auch die Angehörigen zu diesem Weg zu ermutigen“, so Sondermann.

So standen auf dem Seminarplan nicht nur das Thema Sterben, sondern z. B. auch der Umgang mit den Angehörigen, das Thema (Lebens-)Zeit, Trauer und ihre Bewältigung, Patientenverfügung, Abschied und Tod aus theologischer und psychosozialer Sicht sowie die Besinnung der Teilnehmer auf das eigene Ende. Dennoch keine deprimierende Angelegenheit, wie Sondermann und Utsch betonten: „Hier pulsiert das Leben, hier wird auch viel gelacht.“ Denn Vergänglichkeit sei ein normales Thema, das zum Leben gehöre.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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