Der Verstädterung die Stirn geboten

BUND-Umwelturkunde für Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte aus »Hollekusse«

ph Langenholdinghausen. Großer Bahnhof beim kleinen Backes am Zinnwald: Die Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) verlieh am Freitag die alljährliche Umwelturkunde. Entgegennehmen durfte sie der Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen um deren Geschäftsführer Ernst-Otto Ohrndorf. In der 1991 gegründeten Gruppe wirken 15 Familien aus dem Ort gleichberechtigt zusammen. Vieles haben sie seither erreicht, vieles wollen sie noch anpacken – Alltägliches ebenso wie Außergewöhnliches. Dazu gehört erstmals die Herausgabe eines Jahreskalenders 2007.

BUND-Naturschutzwart Ulrich Banken sprach von einem vorbildlichen Engagement. So habe der Arbeitskreis an der Entwicklung des Dorferneuerungskonzepts Anfang der 90er Jahre kritisch und konstruktiv mitgearbeitet. Schon dabei habe die Gruppe ihre bis heute verfolgten Ziele vor Augen gehabt, nämlich das Dorf zu bewahren vor einer schleichenden Aushöhlung und Zerstörung des gewachsenen Kulturerbes, Bürger und Politikern die historisch prägenden Strukturen von Dörfern bewusst zu machen, sie wiederzubeleben, zu pflegen und weiter zu entwickeln.

Etliche Ortschaften, blickte Banken zurück, seien nach ihrer Eingemeindung vom »Moloch Stadt« geschluckt worden. Dabei besitze die Bewahrung der Siegerländer Dorfbilder auch eine wirtschaftliche Bedeutung, konkret auf dem Touristiksektor. Banken rief eine ganze Reihe von Aktivitäten des Arbeitskreises zur Verbesserung des Ortsbildes und der Dorfökologie in Erinnerung. Zu den jüngsten Erfolgen zählt zweifellos die Goldmedaille auf Kreisebene beim Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft«. Die Ziele der Dorferneuerung und damit auch des Arbeitskreises fasst dieser in vier Punkten zusammen: das historisch gewachsene, charakteristische Bild des Dorfes erhalten helfen; mehr Natur und Natürlichkeit in den Ort bringen; das Dorf sicherer machen für Fußgänger – insbesondere für Kinder und ältere Menschen; den Ort noch wohnlicher und lebenswerter machen.

Ernst-Otto Ohrndorf freute sich sichtlich über die Umwelturkunde »im 15. Jahr unseres Bestehens«. Tatsächlich sei im Laufe der Zeit eine ganze Reihe an Aktivitäten zusammengekommen. Bezeichnend für den Arbeitskreis sei, »dass wir nicht nur unstrittige Dinge anpacken«. Die Auszeichnung durch die BUND-Kreisgruppe dürfte für die Männer und Frauen aus »Hollekusse« ein zusätzlicher Ansporn sein, weiter an einem Strang zu ziehen. Zugleich wünscht sich der Umweltverband, dass »auch in anderen Dörfern so intensive Anstrengungen unternommen werden, den Charakter von Dorf und Landschaft zu bewahren, einer Verstädterung vorzubeugen und eine ausufernde Bebauung der Landschaften zu vermeiden«.

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