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Frost-Tage könnten einige Baumbestände gerettet haben
Der „weiße“ Käfer friert kaputt

Der Borkenkäfer hat dem Wittgensteiner Wald reichlich zugesetzt. Jetzt soll der Frost dem Borkenkäfer an die Haut. Zumindest die Larven dürften Probleme mit den hohen Minusgraden gehabt haben. Vielleicht sind sie sogar kaputtgefroren.
  • Der Borkenkäfer hat dem Wittgensteiner Wald reichlich zugesetzt. Jetzt soll der Frost dem Borkenkäfer an die Haut. Zumindest die Larven dürften Probleme mit den hohen Minusgraden gehabt haben. Vielleicht sind sie sogar kaputtgefroren.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

howe Bad Berleburg/Siegen. Der Borkenkäfer ist resistent. Er kann den hohen Minus-Temperaturen widerstehen, weil er eine Art körpereigenes Frostschutzmittel produziert. Ja, ist aber nur bedingt richtig. „Da muss man differenzieren“, stellt Manfred Gertz, Leiters des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein, im SZ-Gespräch fest. Die Alt-Käfer seien gegen Frost nahezu immun. Da müssten schon über längere Zeiträume Minusgrade um die 30 herrschen. „Anders ist es bei denjenigen Käfern, die sich noch nicht im vollständig entwickelten Stadium befinden.“ Die Larve fresse sich in die Gänge, danach begebe sie sich in die Metamorphose und verwandele sich sozusagen in einen fliegenden Käfer.
Situation besser als im vorigen Jahr„Im Weißstadium ist der Borkenkäfer nicht ganz so frostresistent.

howe Bad Berleburg/Siegen. Der Borkenkäfer ist resistent. Er kann den hohen Minus-Temperaturen widerstehen, weil er eine Art körpereigenes Frostschutzmittel produziert. Ja, ist aber nur bedingt richtig. „Da muss man differenzieren“, stellt Manfred Gertz, Leiters des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein, im SZ-Gespräch fest. Die Alt-Käfer seien gegen Frost nahezu immun. Da müssten schon über längere Zeiträume Minusgrade um die 30 herrschen. „Anders ist es bei denjenigen Käfern, die sich noch nicht im vollständig entwickelten Stadium befinden.“ Die Larve fresse sich in die Gänge, danach begebe sie sich in die Metamorphose und verwandele sich sozusagen in einen fliegenden Käfer.

Situation besser als im vorigen Jahr

„Im Weißstadium ist der Borkenkäfer nicht ganz so frostresistent.“ Und es gebe Wälder, in denen gerade die geschlüpften Larven loszögen. „Da haben wir die Hoffnung, dass es die Weißen unter der Rinde nicht geschafft haben.“ Wie viele Borkenkäfer das seien, sei schwer zu sagen. Viele hätten im Boden überwintert. „Aber unsere Chance durch den extremen Frost ist größer geworden. Das Wetter hat uns in die Karten gespielt. Ob das ausreicht, werden wir im Sommer sehen.“ Fakt sei aber, die Situation sei insgesamt besser als im vorigen Jahr. Und wie sieht es mit der Aufforstung und möglichen Konzepten aus? Da steht für Manfred Gertz fest, dass die Wiederbewaldung ganz stark von den privaten Waldbesitzern abhängen werde. Denn die seien in der Mehrheit. 65.000 Hektar von 80.000 Hektar Wald befänden sich in privatem Besitz. Überhaupt spielten bei der Aufforstung mehrere Faktoren eine Rolle. An den Wald seien die unterschiedlichsten Interessen gebunden, von der Erholung, Wirtschaft bis hin zum Klima. „Alles soll der Wald leisten.“

Privatwaldanteil im Kreis sehr hoch

Im Kreis ist die Privatwaldverteilung sehr hoch, hier entscheidet der Eigentümerwille. Und schließlich gibt es in NRW keine gesetzlichen Vorgaben, wie der Wald zu bestücken sein muss. „Wir können da als Regionalforstamt steuern und empfehlen“, sagt Manfred Gertz, mehr könne man nicht tun. Für ihn sei aber klar, dass die Zukunft der Mischwald sei. „Wir müssen uns einigermaßen breit aufstellen. Apropos Mischwald: Da hat das Regionalforstamt vor einigen Jahren eine Fläche im Feudinger Kalterbach als Projektwald entwickelt. Nach Kyrill ist hier eine Mischwaldfläche entstanden, in der zurzeit 13 bis 14 Baumarten stehen. „Die Bäume zeigen interessante Entwicklungen.“ Was den Laubwald anbetrifft, kommt da von Natur aus jede Menge Nachwuchs aus verschiedenen Baumarten. Manfred Gertz: „In Hektik zu verfallen, bringt gar nichts. Wir können in aller Ruhe schauen, was sich in den Flächen an jungen Pflanzen zeigt.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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