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Aufwärtstrend im Luftverkehr
Deshalb nimmt der Fluglärm über dem Siegerland zu

Maschinen im Anflug auf Köln passieren das Siegerland teils nur noch in einer Höhe von rund 2500 Metern.
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  • Maschinen im Anflug auf Köln passieren das Siegerland teils nur noch in einer Höhe von rund 2500 Metern.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tip Siegen. „Fängt es schon wieder an zu gewittern?“ André Müller schaut aus dem Fenster. Keine Spur von dunklen Wolken. Stattdessen, am blauen Himmel deutlich zu erkennen: jede Menge Kondensstreifen. Wieder mal. Was ist da los am Himmel über dem Siegerland? Der Siegener begibt sich auf Spurensuche.

André Müller a

tip Siegen. „Fängt es schon wieder an zu gewittern?“ André Müller schaut aus dem Fenster. Keine Spur von dunklen Wolken. Stattdessen, am blauen Himmel deutlich zu erkennen: jede Menge Kondensstreifen. Wieder mal. Was ist da los am Himmel über dem Siegerland? Der Siegener begibt sich auf Spurensuche.

André Müller aus Geisweid nimmt deutlich mehr Fluglärm wahr

„So vor zwei, drei Monaten hat das begonnen. Mich hat das einfach neugierig gemacht. So viele Flugbewegungen waren mir in der Vergangenheit nicht aufgefallen. Und dazu natürlich der Lärm“, so der Geisweider. Mittels Handy-Apps, Webseiten und diverser Foren macht er sich schlau. André Müller ist nicht alleine mit seinen Beobachtungen. „Viele Leute berichteten nach einer ersten Durchsicht davon, 
Tatsächlich will der Siegener Maschinen über seiner Heimat am späten Abend in einer so tiefen Flughöhe beobachtet haben, dass er die Kabinenbeleuchtung gesehen habe. Daten der unter Aviationsfreunden beliebten Webseite „Flightradar24“ belegen, dass Flugzeuge im Landeanflug auf den Airport Köln/Bonn das Siegerland teils in Höhen von nur rund 2500 Metern überqueren.

Dieser Airbus vom Typ A320 war unterwegs von Istanbul zum Flughafen Köln/Bonn. Das nördliche Siegerland passierte er in einer Höhe von nur rund 2500 Metern.
  • Dieser Airbus vom Typ A320 war unterwegs von Istanbul zum Flughafen Köln/Bonn. Das nördliche Siegerland passierte er in einer Höhe von nur rund 2500 Metern.
  • Foto: Flightradar24
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Flugzeuge aus Osteuropa nehmen Anflugroute über das Siegerland

Nachfrage beim Flughafen. „Es gibt keine grundsätzlichen Änderungen bei den Anflugrouten“, teilt ein Sprecher der SZ mit. „Aber die Bahnverteilung wird ständig angepasst. Das hängt unter anderem vom Flugverkehr oder der Windsituation ab.“

André Müller hat das „Flightradar“ in den vergangenen Wochen ausgewertet. Seine Beobachtung: Vor allem Maschinen aus Osteuropa oder der Türkei nehmen häufig eine Anflugroute über das Siegerland. „Der Lärm ist dann auch teils noch nach 23 Uhr zu hören“, berichtet der Siegener.
Der Flughafen Köln/Bonn beruft sich auf das dann eigentlich geltende Nachtflugverbot: „Zwischen 22 und 6 Uhr dürfen lediglich Flugzeuge, die auf der so genannten Bonusliste stehen, starten und landen.“ Die Bonusliste umfasst Maschinen, die vom Bundesverkehrsministerium als „besonders lärmarm“ eingestuft sind.

Deutsche Flugsicherung vermeldet Aufwärtstrend im Luftverkehr

Auf die tatsächlichen Anflugrouten haben die Flughäfen keinen Einfluss. Die legt die deutsche Flugsicherung (DFS) fest. Die vermeldete Anfang der Woche einen „Aufwärtstrend im Luftverkehr“. Man habe den bislang kräftigsten Verkehrsanstieg des Jahres registriert.

Der Verkehr erreichte erstmals seit März 2020 wieder mehr als 50 Prozent des Vorkrisenniveaus. „Gut möglich, dass der Anstieg des Luftverkehrs dazu führt, dass Menschen auch im mittelbaren Umfeld den Fluglärm nun wieder vermehrt wahrnehmen“, denkt Kristina Kelek, Pressesprecherin der DFS.

Am Himmel über Trupbach zeigen sich zahlreiche Kondensstreifen. Das Foto entstand Ende Juli.

Auf das gesamte Jahr bezogen sind die Auswirkungen des Corona-bedingten Verkehrseinbruchs aber immer noch spürbar. Zwischen Januar und Juli wurden im deutschen Luftraum insgesamt rund 714.000 Flüge gezählt. Trotz der Zuwächse sind dies immer noch 63 Prozent weniger als in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019. Also alles eine Frage der Wahrnehmung? André Müller hofft und bangt: „Ich bin gespannt, wie es wird, wenn es wieder so viele Flüge gibt, wie vor der Pandemie.“

Wetterdaten im Corona-Sinkflug
Autor:

Tim Plachner

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