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Tourismus-Branche klagt nach Unwetter
Deswegen sagen Touristen Urlaub im Sieger- und Sauerland ab

Traditionell zieht es viele Menschen aus dem Rheinland zum Wandern und Urlaubmachen in die heimische Region – logischerweise haben die nach der Flutkatastrophe aber aktuell ganz andere Sorgen.
  • Traditionell zieht es viele Menschen aus dem Rheinland zum Wandern und Urlaubmachen in die heimische Region – logischerweise haben die nach der Flutkatastrophe aber aktuell ganz andere Sorgen.
  • Foto: Rothaarsteigverein / Klaus-Peter Kappest
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tip/sz Siegen/Schmallenberg. Nach der Unwetterkatastrophe im Südwesten von Nordrhein-Westfalen verzeichnet die Tourismusbranche auch in nicht betroffenen Landesteilen Stornierungen durch Urlaubsgäste im wichtigen Sommergeschäft. Dabei seien Urlaub und Reisen in den meisten Teilen von NRW, so der Dachverband, „problemlos möglich“.
Von flächendeckenden Stornierungen kann der Verband Sauerland-Tourismus in Schmallenberg zwar nicht berichten. „Es gibt aber vereinzelte Fälle“, berichtet Rouven Soyka, Pressesprecher, der SZ am Telefon. Dies geschehe wohl eher selten aus Unkenntnis über örtliche Gegebenheiten.
Nach Unwetter sind viele Waldwege im Siegerland nicht passierbar
„Die Reisenden können schon die Region um den Biggesee vom Märkischen Kreis unterscheiden.

tip/sz Siegen/Schmallenberg. Nach der Unwetterkatastrophe im Südwesten von Nordrhein-Westfalen verzeichnet die Tourismusbranche auch in nicht betroffenen Landesteilen Stornierungen durch Urlaubsgäste im wichtigen Sommergeschäft. Dabei seien Urlaub und Reisen in den meisten Teilen von NRW, so der Dachverband, „problemlos möglich“.
Von flächendeckenden Stornierungen kann der Verband Sauerland-Tourismus in Schmallenberg zwar nicht berichten. „Es gibt aber vereinzelte Fälle“, berichtet Rouven Soyka, Pressesprecher, der SZ am Telefon. Dies geschehe wohl eher selten aus Unkenntnis über örtliche Gegebenheiten.

Nach Unwetter sind viele Waldwege im Siegerland nicht passierbar

„Die Reisenden können schon die Region um den Biggesee vom Märkischen Kreis unterscheiden. Wir haben eher den Eindruck, dass es die gesamte Lage ist, welche zu weniger Buchungen führt.“ Vor allem das Regenwetter und die daraus resultierenden schlecht bis gar nicht bewanderbaren Waldwege sorgten dafür, dass Spontanbuchungen und Kurztrips aktuell weniger nachgefragt würden. Dazu komme, so Soyka, dass das Sauerland für Bewohner des Rheinlandes eine traditionell sehr beliebte Urlaubsregion sei. „Aber in den von der Flut betroffenen Gebieten haben die Menschen verständlicherweise gerade ganz andere Sorgen, als ihren Urlaub anzutreten oder auch nur zu planen.“

Viele Waldwege auch im Siegerland nicht passierbar

Touristikverband Siegerland-Wittgenstein sieht kaum Stornos

Beim Touristikverband Siegerland-Wittgenstein sind Stornos kaum Thema. Reisende machten sich stattdessen lediglich Sorgen darum, ob die Wanderwege intakt seien. „Ein Anrufer sprach von der ,schlimmen Lage bei uns’“, erzählt Stefanie Stoltenberg, zuständig für die Pressearbeit im Verband. „Es stellte sich aber dann heraus, dass er den Rhein-Sieg-Kreis mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein verwechselt hatte.“
Am Donnerstag werde es, so Rouven Soyka, zu dem Thema der Stornierungen ein Abstimmungsgespräch unter allen NRW-Touristikern geben.

In einer landesweiten Blitzumfrage des Branchenverbandes Dehoga, an der sich rund 200 Hoteliers und Gastronomen beteiligten, berichteten 54,4 Prozent von Hochwasser-bedingten Stornierungen. Rund 90 Prozent der Befragten hätten dabei angegeben, die vereinbarten Leistungen erbringen zu können, weil sie nicht oder nicht mehr vom Hochwasser betroffen seien, wie Dehoga NRW am Mittwoch mitteilte. Diese hohe Quote gelte selbst bei den Teilnehmern an der Umfrage im Raum Aachen/Eifel. Aber auch in Regionen, die von dem Hochwasser verschont blieben wie dem Münsterland, berichteten Unternehmer von ausbleibenden Gästen, die sich auf das Hochwasser als Absagegrund beriefen.

Stornierungen treffen die Tourismus-Branche hart

Stornierungen verschärften die Lage der Branche und seien vor allen Dingen dann bitter, so betonte Dehoga-Regionalpräsident Haakon Herbst, wenn sie in nicht oder nicht mehr betroffenen Gebieten erfolgten. Von den Teilnehmern der Blitzumfrage betrachteten 14,3 Prozent die jetzigen Stornierungen als existenzbedrohend. 38,1 Prozent könnten die Gefährdung durch die aktuelle Stornierungswelle noch nicht einschätzen. Mit 47,6 Prozent sähe weniger als die Hälfte der Teilnehmer keine akute Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz durch die jetzt erfolgten Absagen. Die Blitzumfrage ist laut Dehoga zwar nicht repräsentativ, bilde aber einen Branchenquerschnitt ab.

Autor:

Tim Plachner

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