Deutsche Bahn: Chaos ohne Ende

Die Aufzüge am Bahnhof Siegen fehlen nach wie vor. Archivfoto: Peter Helmes

mir - Schlimm, schlimmer, Deutsche Bahn! Anders lässt sich nicht umschreiben, was die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Personennahverkehr am Mittwochabend an Negativnachrichten erfuhr. Zum Bahnhof Siegen. Und zum Zustand der Rothaarbahnstrecke RB 93 von Betzdorf bis Wittgenstein. ZWS-Geschäftsführer Günter Padt schien der Verzweiflung nahe: „Das ist nicht mehr auszuhalten, da wird man langsam Banane.“

Der Bahnhof Siegen, eigentlich als Prestigeprojekt dereinst geplant und in der Realisierung nur noch chaotisch: Im Sommer 2017 sollte alles fertig sein, wegen diverser Probleme kam die Verschiebung des Bauendes zunächst auf den Sommer 2018. Padt in der Sitzung: „Ich hoffe, die Arbeiten werden bis Ende des Jahres zum Abschluss kommen.“ Was fehlt denn noch? Vor allem die Aufzüge, sie sollten eigentlich längst montiert sein. Jetzt steht als Liefertermin wohl der Oktober in Aussicht, Ende Oktober könnten die Aufstiegshilfen montiert sein, hieß es am Mittwoch. Dabei hängt der nächste Bauabschnitt gerade an dieser Maßnahme: Erst wenn die Aufzüge funktionstüchtig sind, kann die Unterführung baulich angegangen werden. Und der Mittelbahnsteig muss auch noch fertig werden, seit vielen Monaten tut sich an dieser Stelle rein gar nichts.

Vor einiger Zeit kursierte das Gerücht, womöglich sei am Bahnhof Siegen ein wichtiger Stromanschluss vergessen worden. In der Tat, es gab zwischenzeitlich keinen Baustrom, der Anschluss an sich sei aber nicht vergessen worden, so Padt: „Der Strom ist wieder da.“ Landrat Andreas Müller platzte etwas der Kragen: „Wir sind nicht Vertragspartner, wir berichten nur über den Sachstand. Das alles ist doch Sache von DB Netz und DB Station und Service. Die müssten eigentlich hier sitzen und berichten, was läuft und was nicht.“ 

Langsamfahrstellen gibt es auf der RB 93, der Rothaarbahn, einige. Zum Beispiel in Ferndorf im Bereich Aherhammer: Eigentlich sollte das Übel 2017 beseitigt werden. Baulich ist aber nichts passiert. In den Büchern aber doch: Die Langsamfahrstelle existiert nicht mehr, das reduzierte Tempo ist im „Verzeichnis örtlich zulässiger Geschwindigkeiten“ fest verankert worden. Heißt: Soll schneller gefahren werden, muss dazu ein neues Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Was für ein Bürokratie-Monster! Gleiches betrifft auch in der Weise die Langsamfahrstelle an den Erndtebrücker Eisenwerken, besagtes Verfahren könnte 2020 angestrengt werden, stellte Padt in Aussicht.

Noch ein Problem: das Gleis 107 am Bahnhof Betzdorf. Ursprünglich sollte die Trasse 2015 fertiggestellt werden, „es fehlen noch zehn Meter“, so Padt. Mittlerweile gibt es eine neue Entwicklung: Es wird ein Lärmschutzgutachten verlangt, das könnte 2020 erstellt werden. Wer steckt dahinter? Das Eisenbahn-Bundesamt, verlautete in der Sitzung des Zweckverbandes. Am Bahnhof Hilchenbach, auch ein Problemfeld an der RB-93-Route, soll seit geraumer Zeit die gemeinsame Einfahrt von Zügen ermöglicht werden. Ehemals war 2017 dazu als Realisierungszeitraum eingeplant, seit Mittwoch gibt es Klarheit: „Um 16.45 Uhr erhielt ich von der DB Netz die Nachricht, dass die geplante Inbetriebnahme für den 12. Oktober vorgesehen ist“, so Padt. Diese einzige Positiv-Nachricht machte es nicht besser, Michael Sittler (SPD-Fraktionschef im Kreistag) meckerte mit Recht: „Viel schlimmer kann es nicht mehr werden. Das können wir so nicht hinnehmen.“ Günter Padt versuchte eine Erklärung: „Die DB Netz kann nicht am Eisenbahn-Bundesamt vorbei.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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