Die bewegte Familie

 Die drei von der Kunststelle im Siegerländer Sommer (v. l.): Karin Stroot, die Tänzerin, Eberhard Stroot, der bildende Künstler, und Mara Stroot, die Schauspielerin. Foto: dbe
  • Die drei von der Kunststelle im Siegerländer Sommer (v. l.): Karin Stroot, die Tänzerin, Eberhard Stroot, der bildende Künstler, und Mara Stroot, die Schauspielerin. Foto: dbe
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- Der Tee aus selbst angebauter Minze zieht duftig vor sich hin. Die Atmosphäre ist locker und entspannt, das Gespräch lebendig. Man kann sich gut vorstellen, was hier abgeht, wenn die ganze Familie zusammenkommt. Vater Eberhard ist bildender Künstler, Mutter Karin Tänzerin, die älteste Tochter Mara Schauspielerin. Und auch die drei anderen Mädels pflegen ihre Leidenschaften: Alicia und Mascha tanzen, Mira tanzt und beschäftigt sich mit bildender Kunst.

Sportlich sind sie alle. Mit Bewegungstalent reichlich gesegnet. Das liegt quasi in der Familie. Das muss nicht immer so sein, auch oder gerade wenn der Vater ein Olympionike ist, der 1976 in Montreal im Zehnkampf antrat. So ein Hochleistungssportler und Deutscher Jugendmeister in der Leichtathletik-Königsdisziplin kann vermutlich so anstrengend sein wie eine übereifrige Tennismutter.

Nicht so bei den Stroots. Eberhard und Karin, die sich an der Sporthochschule Mainz kennenlernten, landeten vor 41 Jahren im Siegerland, genau gesagt, möbliert in Littfeld. Ein Jahr wollten sie bleiben … Bei der zweiten Tasse Pfefferminz im Buschhüttener Heim der Familie, das viele Spuren der künstlerischen Aktivitäten seiner Bewohner zeigt, wird ein wenig deutlich, wie die Stroots ticken. Die Kinder haben die Möglichkeit gehabt, ihren Weg zu finden und gehen. Im Austausch mit den Eltern, ohne den erhobenen Zeigefinger vorgehalten zu bekommen, erst einmal etwas Richtiges zu lernen, statt auf die vermeintlich brotlose Kunst zu setzen. Mara, die 2002 am Ev. Gymnasium Weidenau Abi gemacht hat, setzte nach der Schule erst einmal auf die Karte Schauspielerei. Die Siegerländer kennen sie aus dem Apollo (u. a. „Gott des Gemetzels“), aber sie spielte auch schon bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

Inzwischen ist die freie Schauspielerin auf dem Weg zur Lehrerin, folgt den Spuren ihrer Eltern, die beide früher im Schuldienst waren. Ihren ersten Auftritt auf einer ganz großen Bühne hatte die älteste der vier Stroot-Töchter übrigens 1981 im zarten Alter von sechs Monaten im „Sportstudio“ des Zweiten Deutschen Fernsehens. Während in einer Live-Performance Karin tanzte und Eberhard sie vor laufenden Kameras zeichnete, überkam Mara das Bedürfnis, lautstark nach der Mama zu verlangen. ZDF-Leichtathletik-Experte Bernd Heller „entschärfte“ die Situation, beruhigte sie. Solche Performances zu zweit oder dritt gehörten übrigens zum festen künstlerischen Fahrplan der Familie. So malte Eberhard Stroot, der einst in seinen großen Stahlskulpturen, anfangs auch gerne rostrot, das schwere Material zum Swingen brachte, seine Mädels in spektakulären Aktionen während ihrer Tanzdarbietungen. Zu so etwas hätte der vielseitige Zeichner, Maler, Skulpteur, der auch für die künstlerische Ausgestaltung der Mainzer-Fußball-Arena („Kunst am Bau“, die SZ berichtete) gesorgt hat, auch noch einmal Lust: „Aber es muss etwas Neues sein!“

Auf seine Frau kann er da sicherlich bauen, denn die hat schon immer gerne Neuland betreten. Entschuldigung, betanzt natürlich! Mit 14 Jahren führte das Bewegungstalent Karin bei den Bundesjugendspielen eine Reifen-Gymnastik zur flotten und nicht erst seit dem „Blues-Brothers“-Film unsterblichen Aretha-Franklin-Nummer „Think!“ auf. Ein alter Kampfrichter motzte zwar rum, aber sie hatte ihre künstlerische Bestimmung gefunden: Geschichten tanzen. Davon haben oft auch die Siegerländer profitiert.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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