Ein Ort im Siegerlandzentrum soll an Bruno Kappi erinnern
Die Erinnerung wach halten

Ein Blick ins Archiv: Nach der Erstmeldung am Tattag, da war die SZ noch eine Mittagszeitung, folgte eine ausführlichere Berichterstattung.
  • Ein Blick ins Archiv: Nach der Erstmeldung am Tattag, da war die SZ noch eine Mittagszeitung, folgte eine ausführlichere Berichterstattung.
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  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Siegen/Weidenau. Diese Tat blieb ungesühnt, wurde aber nie vergessen: Am Morgen des 15. Dezembers 1992 war Bruno Kappi auf dem Weg zur Arbeit. Der sehbehinderte Lagerarbeiter kam allerdings nie an. Im Weidenauer Einkaufszentrum wurde der 55-Jährige von Unbekannten durch Schläge und Tritte schwer misshandelt. Kappi verstarb noch am Tatort.

Die Ermittlungen der Polizei führten damals zu zwei dringend Tatverdächtigen aus der rechtsextremen Szene des Siegerlandes. Skinheads. Beide wurden wegen Mordes angeklagt, doch der Prozess endete mit dem Freispruch der Angeklagten aus Mangel an Beweisen und weil Zeugen ihre polizeilichen Aussagen teilweise widerriefen und sich in Widersprüche verstrickten. Um an diese abscheuliche Begebenheit mit unbefriedigendem Ausgang zu erinnern, soll nun ein „Ort der Erinnerung” im Siegerlandzentrum gefunden und als kleine Gedenkstätte ausgewiesen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Siegen (HFA) hat am Mittwoch eine entsprechende Bürgeranregung nach Paragraf 24 der NRW-Gemeindeordnung positiv beschieden. Und zwar einstimmig.

Siegener Bündnis für Demokratie aktiv

Das Siegener Bündnis für Demokratie, vorneweg der DGB-Kreisverband Siegen Wittgenstein, hatte die Anregung im Rathaus eingereicht. „Um die Erinnerung wach zu halten, bedarf es unserer Meinung nach einer bleibenden Erinnerung am Ort des Geschehens”, so DGB-Chef Ingo Degenhardt vorab für das Bündnis, das in der Vergangenheit auch in Sachen Bruno Kappi immer wieder aktiv war. In den Jahren nach der Tat hatte es regelmäßig Aktionen zur Erinnerung gegeben, die durch Einzelpersonen, universitätsnahe Gruppen, der DGB-Jugend und eben auch durch die Petenten der Bürgeranregung initiiert wurden. Nun soll „ein sichtbares Zeichen gegen rechte Gewalt” geschaffen werden, so am Mittwoch Torsten Thomas in der HFA-Sitzung stellvertretend für die Antragsteller.

Standort im EKZ Weidenau noch offen

Dabei sind das „Wie“ und das „Wo” noch zu klären. Planung, Organisation und Durchführung des Projektes sollen im wesentlichen durch die Petenten gestemmt werden.

Am Ende halten Verwaltung und Politik den Daumen auf dem Projekt: „Die Wahl des Standortes sowie die Gestaltung des Ortes der Erinnerung erfolgt in Abstimmung mit der Stadt Siegen”, so der abschließende Satz des Beschlusses in der HFA-Sitzung im Rathaus in der Oberstadt.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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