Impfzentrum zieht positive Bilanz
Die ersten 100 Tage Hoffnung

Die Mitarbeiter des Impfzentrums in Eiserfeld ziehen nach 100 Tagen ein positives Fazit.
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  • Die Mitarbeiter des Impfzentrums in Eiserfeld ziehen nach 100 Tagen ein positives Fazit.
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sabe Eiserfeld. Betoniert mit Hoffnung, umgebaut mit Überstunden, eingerichtet mit Ermutigung. Mitte Dezember war es, als Landrat Andreas Müller (unter anderem) auf seinem Instagram-Kanal freudig in die Kamera grinsend die wohl beste Nachricht des Jahres verkündete. „Startklar! Das Impfzentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein ist fertig!“ In nur neun Tagen hatten fleißige Handwerker und Kreis-Helfer den ehemaligen „Bauking“ in Eiserfeld umgebaut. Nur der Impfstoff fehlte (noch).

Wichtig: der 8. Februar als erster Tag mit Impfstoff. 100 Tage ist das jetzt her. Seitdem wurden im Kreis rund 70 000 Impfungen durchgeführt, endlich darf man mit Blick auf die sinkende Inzidenz im SI-Kreis, die nicht zuletzt auch an der stetig steigenden Impfgeschwindigkeit hängt, auf ein Stück Normalität hoffen.

Die Zahlen im Rückblick dazu gehen so: In 100 Tagen wurden von 60 Apothekern und PTAs rund 65 000 Impfdosen auf- und vorbereitet. Waren in den ersten drei Wochen des Impfzentrums nur vier Impfstraßen am Saft, die täglich zwischen 300 und 400 Impfungen schafften, so ist inzwischen an einem ganz normalen Tag im Impfzentrum jede Impfkabine in Betrieb, es werden täglich zwischen 1200 und 1300 Impfdosen verimpft. Es ginge sogar noch mehr, sagt Christine Domnick, die die organisatorische Leitung des Zentrums innehat. „Unsere Auslastung liegt noch nicht ganz bei 100 Prozent, mit etwas mehr Impfstoff wäre auch noch etwas Luft nach oben.“

Impfstoffknappheit größte Herausforderung

In ihrer Zwischenbilanz ist „die immer noch anhaltende Impfstoffknappheit“ auch weiterhin „die größte Herausforderung“, die es zwischen Priorisierung und Protesten für das Team zu stemmen gibt. Denn aus der Knappheit folgt die notwendige Einteilung einzelner Personengruppen in Impfberechtigte und nicht berechtigte Personen.

"Diese Endlosdiskussionen, die machen keinen Spaß."
Dr. Thomas Gehrke
Medizinischer Leiter Impfzentrum

Das stößt, mit Blick auf die ersten Aufhebungen von Priorisierungsgruppen in anderen Bundesländern, nicht bei allen Menschen auf Verständnis. Und das tut ein mancher auch kund. Zu oft mittlerweile vor dem Eingang des Zentrums, wie Dr. Thomas Gehrke, medizinischer Leiter des Zentrums, in den letzten Wochen erfahren und die Diskussion führen musste: Für AstraZeneca angemeldet, auf dem Stuhl sitzend dann aber Biontech fordern. Oder: Auch mit ungültiger Bescheinigung wird versucht, eine Piks abzuholen.

Es gibt so einige Geschichten – Gehrke kennt sie alle. „Diese Endlosdiskussionen, die machen keinen Spaß. Das ist ermüdend“, sagt er dazu. Christine Domnick kennt das. „Wir erleben tagtäglich viele Situationen, in denen wir gerne helfen würden, insbesondere wenn persönliche Schicksale die Situation der Menschen erschweren.

Einblick in undurchsichtige Impfsituation

Nicht immer ist uns das möglich, aber bisher haben wir mit vereinten Kräften sehr oft Lösungen gefunden und den Menschen durch verständnisvolle Gespräche auf Augenhöhe etwas mehr Einblick und somit Verständnis für die gerade oft undurchsichtige Impfsituation geben können.“ Das sei, man kann es sich denken, „ein enormer Kraftakt, der allen Beteiligten ein Höchstmaß an Verständnis und Geduld abfordert“.

100 Tage werden die Menschen aus Siegen-Wittgenstein jetzt im Eiserfelder Impfzentrum geimpft.
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Christine Domnick weiß, es geht nicht nur um ein organisatorisches Zusammenspiel, sondern vor allem dem aus „personellen Faktoren.“ Viele Menschen, Mitarbeiter, aus den unterschiedlichsten Bereichen hätten ad hoc zusammenfinden und zusammenspielen müssen. „Viele Prozesse auf allen Ebenen mussten erst „geboren“ werden und sich dann manifestieren, um letztlich zu einem möglichst effizienten Ablauf beizutragen.“ So sei es im Rückblick natürlich nicht zu vermeiden, dass nicht immer alles reibungslos und ohne anzuecken verlaufen sei.

Strahlen und Dankbarkeit für Impfung

Aber sei es drum. 100 Tage Hoffnung sind geschafft. Und Dr. Thomas Gerke nennt eine starke Quote. „95 Prozent der Impflinge sind super“, sagt er. Die anderen fünf Prozent könnten auch nicht kaputt machen, was ihm während seiner Arbeit von der Mehrheit Tag um Tag entgegenschlage: „Strahlen und Dankbarkeit.“ Und diesen Anblick wird er wohl auch nicht so schnell los. „Nach allem, was uns bisher an Erkenntnissen vorliegt, ist davon auszugehen, dass das Impfzentrum auch über den Sommer weiterhin eine wesentliche Rolle im Impfgeschehen in Siegen-Wittgenstein spielen wird“, blickt Christine Domnick in die Zukunft.

Die Mitarbeiter des Impfzentrums in Eiserfeld ziehen nach 100 Tagen ein positives Fazit.
100 Tage werden die Menschen aus Siegen-Wittgenstein jetzt im Eiserfelder Impfzentrum geimpft.
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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