Die Galerie wird zum Zoo

Lehrende und Studierende des Faches Kunst zeigen »Tierschau« im Haus Seel

zel Siegen. Zebras, eine Giraffe, Frösche, Pferde, Insekten und einige Fabelwesen tummeln sich im Haus Seel. Dort wurde am Mittwochabend eine große »Tierschau« eröffnet. Einmal im Jahr bespielen Lehrende und Studierende des Fachs Kunst an der Universität Siegen die städtische Galerie, in diesem Jahr mit einer Themenausstellung. Wie passend, dass das Brauhaus, wo die Künstler tätig sind, die Adresse »Zum Wildgehege« hat. Aus verschiedenen Bereichen wie Malerei, Zeichnung, Fotografie, Plastik oder Installation sind Arbeiten entstanden, die – mit Unterstützung des städtischen Kulturamts – bis zum 20. Juli in der Galerie am Siegener Marktplatz zu sehen sind.

Eine Jury, bestehend aus drei Lehrenden und drei Studierenden, habe aus den zahlreichen themengebundenen Arbeiten die nun ausgestellten ausgewählt, berichtete Prof. Daniel Hees, der kurz in die Ausstellung einführte. »Es sind nicht nur sind Repräsentationen oder Abbildungen von Tieren zu sehen, sondern auch solche, die in keinem Gehege oder nicht in freier Wildbahn zu entdecken sind«, beschrieb Hees die ganze Bandbreite der Tierschau.

Viele, viele Zebras hat Regina Grass auf eine Folie aufgebracht, die sie mit einem Mini-Ventilator in Schwingungen versetzt. Die Herde, von oben zu sehen, scheint durch die Steppe zu galoppieren – eine einfach-geniale Installation erzeugt die Illusion. Den Zebras gegenüber steht eine ganze Armada von Tigerenten auf dem Boden. Stefanie Knauß hat die zehn mal zehn Sympathieträger von Janosch aufgereiht. Aber warum? Vielleicht weil das gestreifte Entchen schon tausendfach reproduziert wurde und überall auftaucht, dass wir seine Künstlichkeit nicht mehr wahrnehmen. Gestreifte Enten gibt es, na klar.

Tiere sehen dich an. Und lächeln dabei. So scheint es jedenfalls. Die freundlichen, komischen Pelzträger, die Michel Sauer auf Holz gezeichnet hat, erscheinen bestimmt nicht in »Brehms Tierleben«. Auf keinen Fall ist es eine bekannte Spezies. Zuerst scheint es, als habe der Professor für Plastik eine Evolution, eine Weiterentwicklung von einem Bild zum nächsten aufzeigen wollen, aber nein. Das sind alles eigenständige, freundliche Tiere. Mit Charakter. Denen würde man sogar im Dunkeln begegnen wollen.

Tier und Mensch: auch ein Thema. Alexandra Frömmer hat ein Mädchen und ihre Kuschelkatze gezeichnet, realistisch, fast kitschig. Ob diese romantische Überhöhung gewollt war? Gar nicht romantisch, sondern eher unangenehm ist es, wenn sich ein dicker grüner Fisch im Bett breit macht. Wiebke Felter hat ihn in ihrem großformatigen Gemälde einer Frau und ihrem Baby ins Bett gelegt. Die scheinen sich aber gar nicht daran zu stören. Beide schlafen, als gehöre das Tier zu ihrem Nachmittagsschlaf dazu.

Auch Andrea Freiberg hat sich mit Mensch und Tier beschäftigt. Mit kleinen Menschen und ihrer Art, Tiere zu zeichnen. Sie hat Kinder spontan und schnell auf Holzblöcke ihre Lieblingstiere zeichnen lassen, die Kinder mit dem »Bild« fotografiert und dann die Kontur ausgesagt. So ist ein »Wildgehege« aus kleinen Plastiken entstanden, die Andrea Freiberg nach bestimmten Mustern angeordnet hat: die Vierfüßer gerade, die Vögel diagonal und so weiter. Beim Herumgehen kann der Betrachter die verschiedenen Gruppen betrachten und erkennen.

Diese und andere Tiere sind in der animalische Ausstellung im »Zoo« Haus Seel täglich von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags auch von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Keine Angst, Kunst-Tiere beißen nicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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