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Schulen öffnen wieder - viele offene Fragen
Die große Pause ist vorbei

Das Gymnasium am Löhrtor prüft, ob die Abiturienten überhaupt in die Schule müssen. Schulleiter Dr. Reiner Berg verweist darauf, dass die Ansteckungsgefahr noch immer nicht gebannt sei, die Schüler aber gut auf die Prüfungen vorbereitet seien.  Foto: kalle
  • Das Gymnasium am Löhrtor prüft, ob die Abiturienten überhaupt in die Schule müssen. Schulleiter Dr. Reiner Berg verweist darauf, dass die Ansteckungsgefahr noch immer nicht gebannt sei, die Schüler aber gut auf die Prüfungen vorbereitet seien. Foto: kalle
  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

sp Siegen/Olpe/Bad Laasphe. Das Land NRW geht seinen eigenen Weg – zumindest in Sachen Schulöffnung. Und das stellt die betroffenen Schulkollegien zum Teil vor größere Herausforderungen. Dabei sehen die von der SZ befragten Schulleiter das Problem weniger in den eigenen Räumen, wo sie alles überblicken und auf Hygiene- und Schutzmaßnahmen achten können. Sie sorgen sich um das dichte Nebeneinander der Kinder in den Pausen, bei Toilettengängen und vor allem bei der Busbeförderung.

Wie sollen die jungen Menschen in die Schule kommen, ohne dabei eng an eng im Bus zu sitzen? Sollte das passieren, wären Reaktionen vorprogrammiert: „Das würden die Eltern als widersinnig erachten“, sagt Mechthild Ermert-Heinz, Leiterin der gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen.

sp Siegen/Olpe/Bad Laasphe. Das Land NRW geht seinen eigenen Weg – zumindest in Sachen Schulöffnung. Und das stellt die betroffenen Schulkollegien zum Teil vor größere Herausforderungen. Dabei sehen die von der SZ befragten Schulleiter das Problem weniger in den eigenen Räumen, wo sie alles überblicken und auf Hygiene- und Schutzmaßnahmen achten können. Sie sorgen sich um das dichte Nebeneinander der Kinder in den Pausen, bei Toilettengängen und vor allem bei der Busbeförderung.

Wie sollen die jungen Menschen in die Schule kommen, ohne dabei eng an eng im Bus zu sitzen? Sollte das passieren, wären Reaktionen vorprogrammiert: „Das würden die Eltern als widersinnig erachten“, sagt Mechthild Ermert-Heinz, Leiterin der gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen. Wenn es eine Art Schichtbetrieb gebe, „und die Schüler warten gemeinsam auf den Bus“, sei das sicherlich auch keine gute Lösung, meint Manuel Cordes, der zur erweiterten Leitung der St.-Franziskus-Schule (Gymnasium und Realschule) in Olpe gehört. „Das Ganze hat noch einige offene Stellen.“

Herausforderungen und Ängste

Bereits zu Beginn der strengen Corona-Schutzmaßnahmen hatten sich die Schulen Gedanken gemacht, wie eine mögliche Öffnung später einmal aussehen könnte. Die Gesamtschule Eiserfeld beispielsweise hat zwei Standorte, ein klarer Vorteil. Nächste Woche werden 100 Abiturienten und 120 Zehntklässler erwartet, sie werden auf die Gebäude an der Talsbachstraße und am Hengsberg verteilt. Am Wochenende wolle man genauere Pläne erstellen, verspricht Schulleiter Werner Jüngst. „Der Teufel steckt im Detail. Wir sehen eine ganze Reihe von Herausforderungen. Und auch Ängste.“ Jetzt sei das Wetter noch gut, man könne die Fenster geöffnet lassen, um für gute Luft zu sorgen. „Was passiert aber, wenn das nicht mehr geht? Alle sitzen in einem Raum und für wie lange?“ Es sei ausschlaggebend, ob die Schüler für 45 Minuten in einem Raum säßen oder für sechs Stunden. Mit solchen Fragen „sind wir im Moment ein bisschen überfordert“. Die wenigen Tage zur Vorbereitung hält Jüngst für zu knapp bemessen. Noch schwieriger werde es, wenn ab dem 4. Mai noch mehr Schüler hinzukämen.

Mit besonderen Vorkehrungen wird auch das städtische Gymnasium in Bad Laasphe wieder seine Türen öffnen. Die Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, für zwei Stunden ihre Leistungsfächer zu besuchen. Die größte Gruppe besteht aus 20 Personen. Sie werden in der Aula ihrem Lehrer Fragen stellen können, wo sie weit genug auseinander sitzen.

So starten die Schulen nach dem Corona-Shutdown

Genügend Seife und Desinfektionsmittel 

Um Hygienemaßnahmen macht sich die gemeinschaftliche Sekundarschule Burbach-Neunkirchen keine Sorgen. „Was Hygiene angeht, herrscht bei den Gemeinden kein Mangel“, sagt Ermert-Heinz. Die Handtuchspender seien voll, genügend Seife und Desinfektionsmittel habe man gebunkert. Sogar Waschbecken seien in den Klassenräumen vorhanden. Man orientiere sich an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. „Einen Hygiene-Plan hat es aber schon vorher gegeben, unabhängig von Corona.“ Mundschutzmasken hält sie persönlich für sinnvoll, auch um Angst zu verhindern, wenn beispielsweise jemand niesen sollte, ohne dass er krank sei. Aber: Es sei schwierig, Masken zu bekommen, und nicht jeder könne sich eine nähen.

In Sachen Personal und Räume sieht sich die Sekundarschule ebenso gut aufgestellt. „Aber wenn die Abstandsregel von zwei Metern eingehalten werden soll, dann können maximal sechs bis acht Schüler in einen Klassenraum“, betont Ermert-Heinz. Die Vorstellung, dass die Hälfte der Klasse noch in einen Raum passe, treffe nicht zu. Es müsse kleine Gruppen geben. „Das ist alles nicht ganz so leicht“, zieht die Schulleiterin ein Fazit zu den vielen offenen Fragen: Können Pausen versetzt stattfinden? Wie sollen die Schutzmaßnahmen bei Toilettengängen eingehalten werden? Verhalten sich die Jugendlichen vernünftig und einsichtig?

Warten auf Ministerium 

„Wir warten auf Konkretisierung des Ministeriums“, sagt Manuel Cordes. Damit habe man in der letzten Zeit gute Erfahrung gemacht: „Es ist vernünftig abzuwarten. Das, was aus Düsseldorf kommt, ist brauchbar.“ Auch andere befragte Schulen geben an, dass sie zuerst auf genaue Angaben und Anweisungen des Schulministeriums warten. Cordes betont, dass die Schüler mittels digitaler Lernplattform und Unterricht per Video gut vorbereitet seien. „Der Druck sie in die Schule zu holen, ist nicht so groß“.

Ähnlich sieht das auch das Gymnasium am Löhrtor in Siegen. Hier soll geprüft werden, inwieweit es überhaupt notwendig ist, die Abiturienten wieder in die Schule zu holen. „Die Ansteckungsgefahr ist nicht gebannt“, sagt Leiter Dr. Reiner Berg. Die Schüler seien bereits gut vorbereitet.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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