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Polizisten in der Corona-Pandemie
Die Infektionsgefahr fährt immer mit

Hauptkommissar Daniel Hausmann und Kommissarin Ayleen Marx sind sich des Risikos bewusst, das mit dem täglichen Einsätzen einhergeht. Zu vermeiden ist die Gefahr meistens nicht, obwohl die Maske ständiger Begleiter ist. Nur für ein Foto haben die Polizisten den Schutz abgenommen.
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  • Hauptkommissar Daniel Hausmann und Kommissarin Ayleen Marx sind sich des Risikos bewusst, das mit dem täglichen Einsätzen einhergeht. Zu vermeiden ist die Gefahr meistens nicht, obwohl die Maske ständiger Begleiter ist. Nur für ein Foto haben die Polizisten den Schutz abgenommen.
  • Foto: Julian Kaiser
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen. Während in vielen Berufen und Betrieben seit Monaten das Arbeiten im Homeoffice nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel ist, geht es andernorts nicht nur über E-Mails, Videokonferenzen und Systeme auf dem heimischen Laptop. Neben Beschäftigten beispielsweise in Krankenhäusern oder Supermärkten gilt dies größtenteils auch für die Polizei. Streifendienst aus den eigenen vier Wänden etwa? Undenkbar! Auf Demonstrationen, bei Familienstreitigkeiten oder sonstigen Auseinandersetzungen geraten die Beamten so immer wieder in enge Kontaktsituationen – ohne zu wissen, ob der Gegenüber möglicherweise Symptome mit sich herumträgt oder sogar infiziert ist.

juka Siegen. Während in vielen Berufen und Betrieben seit Monaten das Arbeiten im Homeoffice nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel ist, geht es andernorts nicht nur über E-Mails, Videokonferenzen und Systeme auf dem heimischen Laptop. Neben Beschäftigten beispielsweise in Krankenhäusern oder Supermärkten gilt dies größtenteils auch für die Polizei. Streifendienst aus den eigenen vier Wänden etwa? Undenkbar! Auf Demonstrationen, bei Familienstreitigkeiten oder sonstigen Auseinandersetzungen geraten die Beamten so immer wieder in enge Kontaktsituationen – ohne zu wissen, ob der Gegenüber möglicherweise Symptome mit sich herumträgt oder sogar infiziert ist.

Konzept des NRW-Innenministeriums kann Infektionsgefahr nicht ausschließen

Ob sich auch schon Beamte im Dienst infiziert haben, dazu lässt sich laut der Kreispolizeistelle Siegen-Wittgenstein keine Aussage treffen. „Sobald jedoch der Verdacht besteht, erfolgt eine Dokumentation möglicher Kontaktpersonen und eine häusliche Isolation, um frühzeitig Infektionsketten innerhalb der Behörde zu unterbinden“, erklärt Polizei-Pressesprecher Niklas Zankowski das Prozedere. Um die Mitarbeiter auch im Einsatz bestmöglich zu schützen, gebe es ein landesweit geltendes Maskentragekonzept des NRW-Innenministeriums. Doch komplett ausschließen kann das die Infektionsgefahr auch nicht.

Polizisten müssen dahin, wo die Konflikte sind

Auch die Beamten sind sich über die Gefahr im täglichen Dienst bewusst. „Das Risiko, sich irgendwo zu infizieren, ist immer da“, weiß Polizeihauptkommissar Daniel Hausmann. „Wir gehen eben dahin, wo die Konflikte sind.“ Daran könne auch die Corona-Pandemie nichts ändern. Geändert habe sich hingegen teilweise die Art der Einsätze. „Die Masse ist deutlich geringer geworden, es gibt durch die Beschränkungen weniger Konflikte im öffentlichen Raum“, hat Hausmann ausgemacht. Dafür spiele sich mehr im privaten Raum ab. „Die Menschen sind ja nicht weg, sie sind nur woanders.“ Und in diesen Konflikten liege für die Polizisten auch eine gewisse Gefahr. Denn dort seien die Regeln nicht unbedingt gegeben, nicht jeder trage eine Maske. „Aber das ist meistens keine Absicht. Die Menschen haben in dem Moment ganz andere Probleme“, erklärt der Polizeihauptkommissar. Dass Personen bewusst oder aus Provokation gegen Regeln verstoßen, komme nur selten vor, oft seien dann Alkohol oder Drogen im Spiel. „Aber es darf nicht sein, dass sich Einzelne über die eigene und die Gesundheit anderer hinwegsetzen“, findet Hausmann klare Worte.

"Man nimmt das auf jeden Fall mit nach Hause"

Oft sind zudem die Gedanken an die Infektionsgefahr im Dienst auch nach dem Ende der Arbeitszeit nicht verschwunden. „Man nimmt das auf jeden Fall mit nach Hause und überlegt, wie man damit umgeht. Ob man dann beispielsweise nach dem Dienst noch zu den Großeltern fährt oder nicht. Der Gedanke ist auf jeden Fall da“, berichtet Kommissarin Ayleen Marx. Auch wenn die Hygienekonzepte der Polizei gut seien und dem Schutz eine große Bedeutung zugemessen werde, habe man viele Aspekte nicht immer selbst in der Hand. „Vieles ist einfach fremdgesteuert und wir müssen darauf reagieren“, fügt Hausmann mit Blick auf Einsätze an, bei denen die Beamten vorher nicht wissen, was sie erwartet.
Intern möchte man dafür die Kontrolle komplett möglichst groß halten, das Arbeiten sicher machen.

Neben der Maskenpflicht im Dienstgebäude gibt es eine „Corona-Ampel“, die je nach Entwicklung des Inzidenzwertes unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen vorsieht, in vielen Abteilungen wurde zu einem Zweischichtmodell gewechselt und die Möglichkeit, den Tagesdienst im Homeoffice zu verrichten, wurde ausgebaut. Die verbliebenen Mitarbeiter können so in Einzelbüros arbeiten. Auch der Besucherverkehr sowie interne und externe Besprechungen in Präsenz wurden ausgesetzt. Ähnlich wie in vielen anderen Betrieben auch also. Dennoch: Viele enge Kontakte sind für die Beamten nicht zu vermeiden. Und so wird die Infektionsgefahr noch auf absehbare Zeit täglicher Begleiter bleiben.

Hauptkommissar Daniel Hausmann und Kommissarin Ayleen Marx sind sich des Risikos bewusst, das mit dem täglichen Einsätzen einhergeht. Zu vermeiden ist die Gefahr meistens nicht, obwohl die Maske ständiger Begleiter ist. Nur für ein Foto haben die Polizisten den Schutz abgenommen.
Die Infektionsgefahr fährt bei den Polizisten immer mit.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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