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Konfirmationen finden in abgespeckter Form statt
"Die Jugendlichen lechzen nach Begegnung"

Gestern wurden in der ev. Kirche in Wilnsdorf sechs Jugendliche – zweimal je drei – unter Coronabedingungen von Pfarrerin Rebecca Schmidt konfirmiert. Ein- und Ausgang der Besucher des Gottesdienstes waren streng geregelt. Jedem wurde ein nummerierter Sitzplatz zugewiesen. Singen war untersagt – es durfte aber gesummt werden.
  • Gestern wurden in der ev. Kirche in Wilnsdorf sechs Jugendliche – zweimal je drei – unter Coronabedingungen von Pfarrerin Rebecca Schmidt konfirmiert. Ein- und Ausgang der Besucher des Gottesdienstes waren streng geregelt. Jedem wurde ein nummerierter Sitzplatz zugewiesen. Singen war untersagt – es durfte aber gesummt werden.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Siegen/Bad Berleburg. Lange haben sie warten müssen – nun aber ist sie für viele gekommen, die Zeit, um vor Gott und der Gemeinde „Ja“ zur Taufe zu sagen. Das Coronavirus wirft auch den Jahreskalender der ev. Kirchengemeinden durcheinander. Konfirmationen stehen normalerweise im Frühjahr an. Hier und da wurden sie schon im Sommer gefeiert. Nun geht es aber konzertierter los: Am Sonntag, 23. August, z. B. in Wilnsdorf und Berghausen (dort: Open-air mit allen acht „Konfis“), am kommenden Wochenende gleich zweimal in der Kreuztaler Kreuzkirche.
Maske, Hände desinfizieren, Abstand„Konfirmationen finden nun von August bis Oktober in den meisten unserer Kirchengemeinden statt“, hieß es auf Anfrage vom ev. Kirchenkreis Siegen.

nja Siegen/Bad Berleburg. Lange haben sie warten müssen – nun aber ist sie für viele gekommen, die Zeit, um vor Gott und der Gemeinde „Ja“ zur Taufe zu sagen. Das Coronavirus wirft auch den Jahreskalender der ev. Kirchengemeinden durcheinander. Konfirmationen stehen normalerweise im Frühjahr an. Hier und da wurden sie schon im Sommer gefeiert. Nun geht es aber konzertierter los: Am Sonntag, 23. August, z. B. in Wilnsdorf und Berghausen (dort: Open-air mit allen acht „Konfis“), am kommenden Wochenende gleich zweimal in der Kreuztaler Kreuzkirche.

Maske, Hände desinfizieren, Abstand

„Konfirmationen finden nun von August bis Oktober in den meisten unserer Kirchengemeinden statt“, hieß es auf Anfrage vom ev. Kirchenkreis Siegen. „Die Entscheidung fällt die Gemeinde in Abhängigkeit davon, ob die Hygieneregeln eingehalten werden können.“ Die Ev. Landeskirche von Westfalen hat, wie berichtet, ein Hygienekonzept erarbeitet. Ein Aspekt: die räumlichen Kapazitäten in den Kirchen. Bei den Konfirmationsgottesdiensten gelten die allgemeinen Regeln: Wer sich im Gotteshaus bewegt, muss also Mund-Nasen-Schutz tragen, die Hände desinfizieren, sich in Namenslisten eintragen und Abstand halten. Hier und da werden die Gottesdienste draußen zelebriert.

Häufig nur die Familien anwesend

Wie viele Gäste dürfen mitfeiern? „Das hängt von der Größe der Konfirmationsgruppe und des Raumangebots ab. Die meisten Gemeinden haben beschlossen, dass nur die Familien in der Kirche dabei sein dürfen.“ Gibt es Familien, die mit Blick auf das Virus auf die Konfirmation verzichten? „Es besteht die Möglichkeit, dass die Familien ihr Kind nächstes Jahr konfirmieren lassen. Dies muss jedoch mit der Gemeinde abgesprochen werden. Ein kompletter Verzicht auf die Konfirmation ist uns nicht bekannt“, sagt der Kirchenkreis. „In manchen Kirchengemeinden gibt es zudem die Möglichkeit, sie auch online zu verfolgen.“

Elf Gäste pro "Konfi"

Um 10 und um 12 Uhr feiert Thies Friederichs von der ev. Kirchengemeinde Kreuztal  am kommenden Samstag und Sonntag mit jeweils fünf oder sechs Teenagern und deren Familien Konfirmation.  „Jeder darf elf Gäste in die Kirche einladen. Dann sind wir insgesamt jeweils rund 70 Leute – das geht in der Kreuzkirche sehr gut“, so der Pfarrer, der beim Gottesdienst von einer Band unterstützt wird. Gesungen wird wegen der Aerosolproblematik derzeit nicht in den Kirchen: „Die Enttäuschung der Konfirmanden darüber hält sich in Grenzen“, merkt Friederichs schmunzelnd an. In der vergangenen Woche fand das erste „analoge“ Treffen seit März statt – auch dies in Kleingruppen. Bis dahin gab es seit Mitte März nur sporadische Onlinekontakte.

Autokino-Variante keine Alternative für Konfirmation

Friederichs überlegte auch kurz, die Konfi-Feier in Anlehnung an die Autokino-Veranstaltungen zu gestalten. „Das wäre aber hochaufwendig gewesen.“ Die Gottesdienste würden in diesem Jahr also kleiner und intimer. „Wir ziehen – unter Wahrung der Abstandsregeln – aber auch in die Kirche ein. Ich werde die Konfirmanden segnen – Handauflegen muss dabei aber nicht unbedingt sein.“ Normalerweise findet eine Woche vorher im Gottesdienst die Vorstellung der „Konfis“ statt. Diese bringen sich dann in die Gestaltung ein. Darauf wurde nun verzichtet. Thies Friederichs aber hat die jungen Leute bei Bibellesungen gefilmt; dieses Video wurde am Sonntag vorgeführt. Den Gottesdienst nächste Woche gestalten dann ehrenamtliche Mitarbeiter mit: Die Konfirmanden können sich also zurücklehnen und feiern lassen.

In Wittgenstein wird seit einigen Wochen konfirmiert

Im ev. Kirchenkreis Wittgenstein fanden erste Konfirmationen mit Kleinstgruppen schon vor den und während der Sommerferien statt, erzählt die Berghausener Pfarrerin Berit Nolting, „Konfi“-Beauftragte im Kirchenkreis. Weiter geht es nun bis etwa Mitte Oktober.

Kein "Frontalunterricht"

Und auch die Katechumenen-Gruppenarbeit läuft nun wieder an. Es handele sich um „außerschulische Bildungsarbeit“, für die strengere Reglementierungen gelten: „30 Leute in einem Raum – das geht nicht.“ Man wolle den Jugendlichen auch keinen „Frontalunterricht“ zumuten: Wenn man aus eigenem Erleben etwas erfährt, bleibt mehr hängen, so die Pfarrerin sinngemäß.

Freizeit geplant

Es dürften Bezugsgruppen mit bis zu zehn Personen gebildet werden – in denen dann „alles möglich ist“, also auch z. B. gemeinsames Fußballspielen. Konzepte müssten erarbeitet werden. Sie selbst habe eine kleine Gruppe und auch schon die Arbeit aufgenommen: „Die Jugendlichen lechzen nach Begegnung!“
Pfarrerin Nolting plant auch schon eine Freizeit: Am dritten Wochenende im September geht es mit 45 Katechumenen und Betreuern ins Abenteuerdorf Wemlighausen: „Eine große Herausforderung – aber es wird ein Spaß! Wir bilden mehrere Bezugsgruppen mit je 20 Leuten, Mitarbeiter inklusive. Das Abenteuerdorf hat das Konzept sehr gut durchdacht!“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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