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Wegen Corona: Heizung vor Gottesdiensten ausschalten
Die Kirche bleibt kalt

Es soll verhindert werden, dass sich die Aerosole weiter im Kirchenraum verteilen können.

tile Siegen/Olpe. Die Kirchen haben sich wegen der Corona-Pandemie weiter geleert. Trotz Wiederöffnung der Portale nach dem Lockdown blieben einige sonst treue Kirchgänger über den Sommer eher zu Hause und nutzten die inzwischen von den Kirchengemeinden entwickelten Alternativangebote, um weiter an der christlichen Gemeinschaft teilhaben zu können. In den kalten Herbst- und Wintermonaten drohen die Kirchenbänke nun noch spärlicher besetzt zu werden. Denn sowohl die ev. Kirche in Westfalen als auch das Bistum Paderborn empfehlen aktuell, die Heizungen während der Gottesdienste abzustellen.
Beheizen und Temperieren in KirchenDas ev. Landeskirchenamt hat eine ausführliche Handlungsempfehlung zum Beheizen und Temperieren verfasst.

tile Siegen/Olpe. Die Kirchen haben sich wegen der Corona-Pandemie weiter geleert. Trotz Wiederöffnung der Portale nach dem Lockdown blieben einige sonst treue Kirchgänger über den Sommer eher zu Hause und nutzten die inzwischen von den Kirchengemeinden entwickelten Alternativangebote, um weiter an der christlichen Gemeinschaft teilhaben zu können. In den kalten Herbst- und Wintermonaten drohen die Kirchenbänke nun noch spärlicher besetzt zu werden. Denn sowohl die ev. Kirche in Westfalen als auch das Bistum Paderborn empfehlen aktuell, die Heizungen während der Gottesdienste abzustellen.

Beheizen und Temperieren in Kirchen

Das ev. Landeskirchenamt hat eine ausführliche Handlungsempfehlung zum Beheizen und Temperieren verfasst. Darin heißt es: „Bei der Erwärmung der Raumluft wird gleichzeitig die relative Luftfeuchte reduziert. Hierdurch verkleinern sich die Aerosole, die sich dann weiter im Kirchenraum verteilen können und schlechter von Masken zurückgehalten werden können. Daher sollten folgende Maßnahmen umgesetzt werden.“ Es wird empfohlen, die Kirche zum Gottesdienst nicht zusätzlich aufzuheizen und die Heizung 30 Minuten vor Beginn abzuschalten. Denn: „Jede punktuelle Wärmeeinbringung führt zu großen Luftbewegungen, die vermieden werden sollten.“

Heizung vor den Gottesdiensten ausschalten

Das Erzbistum empfiehlt ebenfalls, das Heizen eine halbe Stunde vor der Messe einzustellen. Ausnahme: „Fußbodenheizungen, Wandtemperierungen und beheizte Sitzkissen können durchgehend betrieben werden.“ Während des Gottesdienstes dürften außerdem Fensterheizungen genutzt werden. Sie schützten „vor Fallwinden und wirken ungewollten Luftbewegungen entgegen“.

Gemeinden vor Ort sind zuständig

Der ev. Kirchenkreis Siegen teilt auf Nachfrage mit, dass für die Umsetzung der Empfehlungen die Gemeinden vor Ort zuständig sind. Die Pfarrkonferenz des Wittgensteiner Kirchenkreises verwies ebenfalls auf die jeweiligen Presbyterien vor Ort, die prüften, „was das für die einzelnen Gottesdienststätten bedeutet“. Absehbar sei allerdings, dass man nun besser Jacke oder Mantel mitbringen müsse, „denn es wird in fast allen Kirchen künftig deutlich kälter als gewohnt sein“.

Probe am Erntedank-Sonntag

Die Nikolai-Kirchengemeinde machte bereits am Erntedank-Sonntag eine erste Probe aufs Exempel: Eine Stunde vor Gottesdienstbeginn wurde die Heizung abgestellt. „Tatsächlich gab es dadurch kaum Bewegung der Luft in der Kirche“, berichtet Pfarrer Stefan König. 80 Gläubige hatten den Gottesdienst unterm Krönchen besucht. Derzeit sind es sonst im Durchschnitt 40 Kirchgänger. Ein Temperaturabfall wurde (ohne zu messen) nicht festgestellt, allerdings waren die Temperaturen draußen noch mild. Ob das im Winter auch so seien werde, stellte Stefan König zumindest infrage.

Pandemie eindämmen

Das Presbyterium der Christus-Gemeinde in Siegen will zeitnah ein Konzept für seine beiden Gemeindehäuser entwickeln. „Wir werden unserer Verantwortung gerecht werden, um die Pandemie weiter einzudämmen“, sagt Dirk Hermann, Vorsitzender des Presbyteriums. Man werde sich wohl an die Empfehlungen halten. Vielleicht werde man mit „einer etwas höheren Grundtemperatur“ versuchen, für einigermaßen angenehme Temperaturen zu sorgen. Eines sei aber klar: Neben den wieder steigenden Infektionszahlen werde auch diese Maßnahme weitere Gottesdienstbesucher fernhalten. Über die entwickelten Angebote und ehrenamtliche Helfer werde man Kontakt zu den Menschen halten, versichert Hermann.

Reaktion der Kirchenbesucher bleibt abzuwarten

„Wir werden den Gemeinden ganz klar sagen, dass die Kirchen kalt sein werden“, setzt Pfarrer und Dechant Andreas Neuser aus Attendorn auf rechtzeitige und klare Informationen. In keiner Kirche des Pastoralverbunds gebe es eine Fußbodenheizung. Ob und für wie viele Gläubige das ein Grund sei, den Messen fern zu bleiben, könne er nicht einschätzen. Insgesamt schöpften die Kirchgänger das Angebot der aktuell zulässigen Sitzplätze in den Gottesdiensten größtenteils aus.

Videostream wird weiterhin angeboten

Wer Corona-bedingt oder wegen der mutmaßlich zunehmenden Kälte beschließt, die Kirche zu meiden, könne der Messe sonntags im Videostream verfolgen. Durchschnittlich seien 100 Endgeräte verbunden. Dass in den Gemeinden Decken ausgelegt oder im Anschluss an den Gottesdienst Tee ausgeschenkt werde, könne er sich momentan noch nicht vorstellen. „Das sind derzeit eben die Umstände, unter denen Gottesdienst gefeiert werden darf“, sagt Pfarrer Andreas Neuser. „Und natürlich werden wir uns an die Vorgaben halten.“

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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