Die Menschen mögen Wisente

Die Menschen der vier Landkreise begegnen Wisenten nicht mit Angst oder Verunsicherung und betrachten die Tiere durchaus als Tourismusfaktor. Foto: Archiv
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dima/sz - Artenschützer und Waldbesitzer, Wisentfreunde und -skeptiker blicken nach Hamm. Am Oberlandgericht befassen sich die Juristen am Donnerstag mit dem Waldbetretungsverbot für Wisente, das Waldbesitzer im benachbarten Schmallenberger Sauerland zuvor beim Amts- und auch beim Landgericht erstritten hatten. Je nach Urteil steht nichts weniger als die Fortführung des international anerkannten Artenschutzprojekts in Frage.

Die Siegener Zeitung erhielt am Mittwoch Einblick in die Ergebnis einer Forsa-Umfrage, mit der der WWF, eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt und einer der ersten Förderer des Wisent-Auswilderungsprojekts, die Meinungen und Einstellungen der Bürger im Kreis Siegen-Wittgenstein, im Hochsauerlandkreis, im Kreis Olpe sowie im Märkischen Kreis erforschen wollte.

Bemerkenswert sei die breite Akzeptanz der Wisente in der Bevölkerung, betonte Roland Gramling, Pressereferent des WWF Deutschland gegenüber der Siegener Zeitung. Die Menschen begegnen den Tieren demnach nicht mit Angst oder Verunsicherung und betrachten die Wisente durchaus als Tourismusfaktor.

Dabei sei bemerkenswert, dass in den vier Landkreisen die neutralen bzw. positiven Gefühle gegenüber Wisenten deutlich überwögen. Insgesamt nur 7 Prozent der Befragten sind gegenüber der immer noch gefährdeten Tierart „eher negativ beziehungsweise sehr negativ“ eingestellt. Allen voran hegt man in Siegen-Wittgenstein positive Gefühle gegenüber den Tieren. Aber auch im Hochsauerlandkreis haben die Wisente eine Lobby. 49 Prozent der Befragten sind hier bekennende Wisentliebhaber.

Interessant sind aber auch die Befragungsergebnisse zum Bekanntheitsgrad des Wiederansiedlungsprojekts, mit dem das Überleben der Tierart gestützt werden soll. Insgesamt 68 Prozent der Befragten haben schon einmal etwas davon gehört. In Siegen-Wittgenstein ist der Bekanntheitsgrad demnach mit 82 Prozent am größten, gefolgt vom Kreis Olpe (80 Prozent), dem Hochsauerlandkreis (76 Prozent) und dem Märkischen Kreis (49 Prozent).

Jeweils 83 Prozent finden es gut, dass im Rothaargebirge wieder Wisente angesiedelt wurden. Sie bewerten die Wiederansiedlung von Wisenten im Rothaargebirge als wichtig für den Erhalt der Art. Jeweils 78 Prozent erwarten, dass die Wiederansiedlung des Wisents den Tourismus in der Region fördert bzw. meinen, die angesiedelten Wisenten sollten im Rothaargebirge bleiben. 75 Prozent würden gerne freilebende Wisente sehen und 73 Prozent finden, Wisente gehörten in die Landschaft, auch wenn es zeitweise zu Problemen kommt. Dass Wisente im Rothaargebirge ein wichtiger Teil des Ökosystems sind, meinen 62 Prozent. 59 Prozent würden in einem Wald, in dem sich Wisente aufhalten, auch öfter spazieren gehen. Nur 28 Prozent geben hingegen an, dass sie Angst hätten, in einen Wald zu gehen, in dem sich Wisente aufhalten, und nur 18 Prozent erwarten, dass die Wiederansiedlung des Wisents in der Region wirtschaftliche Nachteile bringt. Befragte aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Märkischen Kreis haben dabei im Schnitt eine noch etwas positivere Einstellung gegenüber den Wisenten als Befragte aus dem Hochsauerlandkreis bzw. dem Kreis Olpe. Befragte unter 60 Jahren finden es häufiger als über 60-Jährige gut, dass im Rothaargebirge wieder Wisente angesiedelt wurden, halten die Wiederansiedlung häufiger für wichtig für den Erhalt der Art und erwarten noch häufiger, dass die Wiederansiedlung des Wisents den Tourismus in der Region fördert. Zudem würden die unter 60-Jährigen häufiger als die über 60-Jährigen gerne freilebende Wisente sehen und meinen häufiger, dass Wisente in die Landschaft gehören, auch wenn es zu Problemen kommt.

Dass Wisente im Rothaargebirge ein wichtiger Teil des Ökosystems sind, meinen die über 45-Jährigen seltener als die unter 45-Jährigen. Und über 60-Jährige hätten laut Studie häufiger als die jüngeren Befragten Angst, in einen Wald zu gehen, in dem sich Wisente aufhalten, und erwarten etwas häufiger als die Jüngeren, dass die Wiederansiedlung des Wisents wirtschaftliche Nachteile für die Region bringt.

Diejenigen, die von dem Wiederansiedlungsprojekt von Wisenten im Rothaargebirge gehört haben, wurden im Rahmen der Studie schließlich gefragt, wie stark ihr Interesse an der Medienberichterstattung zu diesem Projekt ist. 48 Prozent interessieren sich dafür sehr stark, 52 Prozent weniger stark bzw. überhaupt nicht. Befragte aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Märkischen Kreis interessieren sich etwas mehr für das Wiederansiedlungsprojekt als Befragte aus den anderen beiden Kreisen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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