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DAK-Studie zum Home-Office
Die moderne Heimarbeit hat sich etabliert

"Wenn Beschäftigte im Home-Office regelmäßig über ihre Grenzen gehen, besteht langfristig das Risiko einer Über- und Fehlbelastung". sagt Andreas Storm, DAK-Vorstandsvorsitzender.
  • "Wenn Beschäftigte im Home-Office regelmäßig über ihre Grenzen gehen, besteht langfristig das Risiko einer Über- und Fehlbelastung". sagt Andreas Storm, DAK-Vorstandsvorsitzender.
  • Foto: DAK
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ap Siegen. Eine Studienupdate der DAK-Gesundheit und dem IGES-Institut zeigt: Das Arbeiten von zu Hause hat sich in den vergangenen Monaten weiter etabliert. Laut Experten der Universität Siegen hat das Modell ohnehin Zukunft. Vor der Corona-Pandemie waren nur zehn Prozent der Arbeitnehmer im Home-Office. Dieser Anteil hat sich mittlerweile mehr als verdreifacht. So haben im Februar dieses Jahres mehr als 38 Prozent der Beschäftigen regelmäßig von zu Hause gearbeitet – insbesondere in den Branchen Datenverarbeitung und Informationsdienstleistung (82 Prozent) sowie Bildung, Kultur, Medien (69 Prozent).

ap Siegen. Eine Studienupdate der DAK-Gesundheit und dem IGES-Institut zeigt: Das Arbeiten von zu Hause hat sich in den vergangenen Monaten weiter etabliert. Laut Experten der Universität Siegen hat das Modell ohnehin Zukunft. Vor der Corona-Pandemie waren nur zehn Prozent der Arbeitnehmer im Home-Office. Dieser Anteil hat sich mittlerweile mehr als verdreifacht. So haben im Februar dieses Jahres mehr als 38 Prozent der Beschäftigen regelmäßig von zu Hause gearbeitet – insbesondere in den Branchen Datenverarbeitung und Informationsdienstleistung (82 Prozent) sowie Bildung, Kultur, Medien (69 Prozent).

Home-Office-Potenzial bleibt zu häufig ungenutzt

Doch ein gewisses Potenzial bleibt weiterhin ungenutzt: Obwohl fast die Hälfte aller Beschäftigten größtenteils ins Home-Office gehen könnte, nutzt nur jeder Dritte diese Möglichkeit. Neun Prozent der Beschäftigten entscheiden sich sogar bewusst dagegen, von zu Hause aus zu arbeiten und drei Prozent berichten von einem Verbot seitens der Firma.

Home-Office ist ein Modell mit großer Zukunft

Auch Arbeitszufriedenheit, Work-Life-Balance und Produktivität sind bei den über 7000 Studienteilnehmern weiter gestiegen. Als größter Vorteil wird der Wegfall von Pendelzeit genannt. Auch eine angenehmere Atmosphäre und eine höhere Produktivität gelten als Vorzüge des heimischen Arbeitens. Zudem besitzen die Beschäftigen nach eigener Einschätzung mittlerweile mehrheitlich eine gute Kompetenz für das Home-Office: Sie geben ihrem Arbeitstag eine klare Zeitstruktur, richten sich Pausen ein, achten auf Arbeitsplatzergonomie oder tragen bewusst Bürokleidung.

Beruf und Familie lassen sich auch im Home-Office miteinander vereinbaren

Die große Mehrheit der Befragten (72 Prozent) kann Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren – auch wenn 44 Prozent der Arbeitnehmer mit Kind angeben, dass sie häufig abgelenkt sind. Die durch die Pandemie bedingte Sondersituation wird zwar als belastend empfunden, aber als Auswirkung der Krise angesehen und nicht dem Home-Office selbst angelastet.
„Das Home-Office hat sich in der Arbeitswelt etabliert und kann zu einer Erfolgsgeschichte werden“, resümiert Andreas Storm, Vorsitzender des Vorstandes der DAK. „Und das funktioniert – wie wir sehen – auch ohne gesetzliche Verpflichtung.“

Nichtsdestotrotz beklagen viele Beschäftigte den fehlenden Kontakt mit Kollegen und einen erschwerten Informationsaustausch mit Vorgesetzten. Zudem bekommt die große Mehrheit nur einen Laptop gestellt und hat deshalb zu Hause eine ergonomisch unzureichende Ausstattung. Auch Schulungen oder betriebliche Gesundheitsförderung werden noch immer sehr selten von den Unternehmen angeboten. „Wenn Beschäftigte im Home-Office regelmäßig über ihre Grenzen gehen, besteht langfristig das Risiko einer Über- und Fehlbelastung“, warnt Storm.

Langfristig Kombination aus Präsenzarbeit und Home-Office

Diese Prognose hat sich bereits im vergangenen Jahr in den Krankmeldungen niedergeschlagen: Die Krankenkasse konnte signifikante Zunahmen bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (plus 2,5 Prozent) und der Psyche (plus 1,7 Prozent) feststellen. „Wir gehen davon aus, dass das insbesondere auf das Home-Office zurückzuführen ist“, so der Vorstandschef.
Aus seiner Sicht liegt die Zukunft in einer Kombination aus Präsenzarbeit und Home-Office. Das erfordere jedoch nachhaltige Nutzungskonzepte, die sowohl den betriebswirtschaftlichen Anforderungen als auch denen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gerecht werden, folgert Storm.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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