Die nächste Generation klingt gut

Jugendsinfonieorchester der Fritz-Busch-Musikschule spielte erfolgreich schönes Programm

pch Siegen. Das Jugendsinfonieorchester der Siegener Fritz-Busch-Musikschule betritt das Podium im Leonhard-Gläser-Saal. Zwischen den vielen neuen Gesichtern entdecken die Besucher nur noch wenige altbekannte. Generationenwechsel ist angesagt. Ein Wechsel der optischen Wahrnehmung wird aber gern in Kauf genommen, wenn er musikalisch so gekonnt wie am Sonntag vollzogen wird. Ein Erfolgsgarant war auch die Programmauswahl des Dirigenten Siegfried Fiedler, ein klanglicher Maßanzug für das junge Orchester.

»Cantus in memory of Benjamin Britten«, für Streichorchester und Glocke – ein Stück, das archaische Klänge mit modernem Empfinden vereint. Die einfache Melodieführung des Esten Arvo Pärt, ein ohne Tempoveränderung Durchschreiten der Tonräume, absolvierten die jungen Musiker im nötigen zurückgezogenen Klang nahezu sphärenhaft.

Eine musikalische Rakete zündete das Orchester mit Beethovens 1. Sinfonie C-Dur op. 21. Deutlich von Haydn und Mozart herkommend, dokumentiert das Werk mit seinen aufwärts strebenden Hauptthemen eine ungemein lebensbejahende Grundstimmung. Die Mischung von Energie, Lebensfreude, Kraft und Anmut beginnt mit einer kurzen Adagio-Einleitung, dem »Geburtsort« der Motive der gesamten Sinfonie, dem sich das aus Dreiklängen bestehende Allegro-Thema anschließt.

Und dann synkopierte Akkordschläge, Streicher-Pianissimo, düsteres Bass-Motiv, unisono mit Celli, lieblicher Zwiegesang von Oboe und Flöte, in den das Fagott später einstimmt. Überhaupt gebührt diesen Vertretern der Holzbläser ein dickes Extralob, nicht zuletzt auch wegen ihrer sauberen Terzgänge. Friedvoll kam das Andante mit zarten Geigen im träumerischen Seitensatz daher, fließende Sechzehntel-Triolen der Flöten über klopfendem Rhythmus der Pauke. Scharf kontrastierten sich die Klangbilder im dritten Satz, stürmisch drängendes Thema im Menuett, als Gegenpol im Trio erhabene Bläserakkorde zu flink eilenden Violinen. Brausende Vitalität dann wieder im Finale.

Nach einem Fortissimoschlag des gesamten Orchesters beginnen die ersten Violinen zögernd das Thema, steigern Metrum und Höhenlagen, gesellen sich Hörner und Trompeten mit marschmäßigen Signalmotiven hinzu, ehe sich alle in einer festlich aufrauschenden Coda zusammenfinden. Die Vokabel »festlich« beschreibt am besten die gehörte Aufführung dieses Beethovens.

Auf Wunsch des Verlegers Simrock komponierte Antonin Dvor#FFák ein Werk für Klavier zu vier Händen, dem er wegen des großen Erfolgs schnell eine Orchesterfassung verpasste. Bei den Slawischen Tänzen griff er zwar auf Elemente slawischer Folklore zurück, schuf jedoch eigenständige Kompositionen. Aus diesem op. 46 spielte das Orchester Nr. 2 e-moll, Nr. 6 D-Dur und Nr. 8 g-moll. Der zweite Tanz pendelt zwischen Elegie (träumerisch, versonnen von den Holzbläsern umgesetzt) und Hochspannung (leidenschaftlich, explosiv vom Blech bedient).

Im sechsten, einer Art böhmischen Ländlers, wurden die Musiker vom Orchester-Chef erfolgreich zur Schaffung filigraner Miniaturen angeregt, um mit dem achten Tanz, einem Wechsel von Zweier- und Dreierrhythmus, dem Furiant, einen strahlenden Abschluss zu geben, dessen Feuer nur im Mittelteil mit sanft wogenden Streichern zu weichen Holzbläsern eine kurze Unterbrechung erfährt.

Wie nicht anders zu erwarten, musste noch etwas nachgereicht werden. Tanz Nr. 7, ein Springtanz mit einem schönen Kanon von Oboe und Fagott, war der krönende Abschluss.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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