SZ

Rückkehr in den Präsenzunterricht
Die neue Lust auf Schule

Willkommen zurück! Sowohl das Kollegium des Löhrtor-Gymnasiums als auch Fünftklässlerin Julia freuen sich auf die Rückkehr in den Präsenzunterricht. Nach dreimonatiger Pause wird tageweise wieder gemeinsam im Klassenraum gelernt.
  • Willkommen zurück! Sowohl das Kollegium des Löhrtor-Gymnasiums als auch Fünftklässlerin Julia freuen sich auf die Rückkehr in den Präsenzunterricht. Nach dreimonatiger Pause wird tageweise wieder gemeinsam im Klassenraum gelernt.
  • Foto: rt
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

rege Siegen. Als die Neue Deutsche Welle in war, gab es mit „Hurra, hurra, die Schule brennt“ einen Hit, der bei Klassen- bzw. Stufenfeiern gern mal angestimmt wurde. Heute wäre das Lied von „Extrabreit“ wohl völlig out, denn selten waren die Schülerinnen und Schüler so heiß darauf, wieder ihre Schule besuchen zu dürfen wie momentan. Sie brennen regelrecht darauf, nach drei langen Monaten wieder in den Genuss von Präsenzunterricht zu kommen. Nach dem „Frühstart“ der Grundschulen und der Abschlussklassen am 22. Februar steigen ab Montag auch alle anderen wieder ins normale Schulgeschäft ein, wobei das Wort normal sich nur auf die Rückkehr ins Schulgebäude bezieht – von einem normalen Schulalltag kann noch lange nicht die Rede sein.

rege Siegen. Als die Neue Deutsche Welle in war, gab es mit „Hurra, hurra, die Schule brennt“ einen Hit, der bei Klassen- bzw. Stufenfeiern gern mal angestimmt wurde. Heute wäre das Lied von „Extrabreit“ wohl völlig out, denn selten waren die Schülerinnen und Schüler so heiß darauf, wieder ihre Schule besuchen zu dürfen wie momentan. Sie brennen regelrecht darauf, nach drei langen Monaten wieder in den Genuss von Präsenzunterricht zu kommen. Nach dem „Frühstart“ der Grundschulen und der Abschlussklassen am 22. Februar steigen ab Montag auch alle anderen wieder ins normale Schulgeschäft ein, wobei das Wort normal sich nur auf die Rückkehr ins Schulgebäude bezieht – von einem normalen Schulalltag kann noch lange nicht die Rede sein.

Große Vorfreude

Immerhin: Es geht wieder los, Lehrer und Schüler werden sich erstmals nach vielen Wochen wieder von Angesicht zu Angesicht sehen, die Vorfreude ist groß. „Endlich wieder Schule. Diesen Satz habe ich landauf, landab gehört. Dass sich Schüler so freuen, in die Schule zu kommen, ist schon eine Besonderheit“, beschreibt Andreas Stelzig, der stellvertretende Schulleiter der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach/Neunkirchen die außergewöhnliche Stimmungslage. Ähnliche Erfahrungen hat der Schulleiter des Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasiums gemacht: „Ich habe in den vergangenen Tagen bei Schülern und Kollegen gemerkt, dass eine ehrliche Freude aufgekommen ist.“ Der stellvertretende Leiter des Siegener Löhrtor-Gymnasiums, Dr. Holger Zeigan, erwähnte zudem die besondere Atmosphäre, die es Ende Januar bei der termingebundenen Zeugnisübergabe im Foyer gegeben habe: „Wir wollten die Schüler unbedingt hier haben. Es war nicht zu glauben, in wie viele glückliche Gesichter wir bei der Zeugnisübergabe geguckt haben. Das war eine schöne Stimmung.“
Die Halbjahreszeugnisse sind abgeheftet, jetzt wird für die Jahreszeugnisse gebüffelt. Bei den Modellen, die die Lehranstalten bevorzugen, gibt es aber Unterschiede: Löhrtor und „JAG“ haben die Klassen halbiert und jeweils A- und B-Gruppen gebildet, die sich täglich abwechseln. Die Sekundarschule in Burbach lässt täglich zwei komplette Jahrgänge „antanzen“ und teilt diese dann für den Unterricht. Die St.-Franziskus-Schule in Olpe und das Evangelische Gymnasium in Weidenau haben sich für wöchentliche Wechsel entschieden. „Wir wollten die Zahl der Kontakte für Schüler und Lehrer innerhalb von einer Woche reduzieren. Für die Schüler gibt es so eine Woche mit vielen Kontakten und eine Woche komplett ohne Schulkontakte“, erläuterte „SFG“-Schulleiter Manuel Cordes den Hintergrund der Entscheidung. Für Dr. Holger Zeigan spielt noch ein anderer Gedanke eine Rolle: „Wenn ein Schüler eine Woche krank ist, verliert er bei täglichem Wechsel nicht gleich die ganze Präsenzwoche, sondern nur zwei oder drei Tage.“

Gestaffelter Beginn kein Thema

Was lernen wir daraus? Wie bei so vielen Dingen im Leben hat alles Vor- und Nachteile. Ein gestaffelter Unterrichtsbeginn zum Entzerren der Schülermassen ist in „SiWi“ und „OE“ kein Thema. „Die Busse kommen eh alle zur gleichen Zeit“, macht eine Staffelung für Manuel Cordes keinen Sinn. Clemens Binder sieht es genauso: „Das ist auf dem Land nicht möglich.“ Auch Andreas Stelzig bestätigt, dass sich das aufgrund des Busverkehrs in Neunkirchen und Burbach nicht realisieren lasse. Auch das zentral gelegene Löhrtor ist auf die Dienste der VWS-Transporter angewiesen. „Wir haben viele Schüler, die aus Freudenberg kommen“, schildert Dr. Zeigan die Abhängigkeit von den Busfahrplänen.

Zweifel an kostenlosen Selbsttests

In einer anderen Sache sind die Schulen abhängig vom Land. Nach der Ankündigung des Schulministeriums, ab Dienstag „unbürokratisch“ Schnelltests zur Verfügung zu stellen, sind sie noch skeptisch. „Das Land ist bemüht, Tests zu kaufen, und es wird der Eindruck vermittelt, dass ab nächster Woche getestet wird, aber die Rahmenbedingungen sind noch nicht klar. Wir wissen noch nicht, ob wir Spuck- oder Abstrichtests bekommen und wo die Lkw hinrollen“, ist Manuel Cordes gespannt, wann das erste Test-Material im Sauerland ankommt. Dr. Zeigan meldete gar Zweifel an, ob es bis zu den Osterferien mit den ersten Testpaketen klappt. In einem Punkt waren sich aber alle „Schulbosse“ einig: Die Schüler-Schnelltests sind ein sinnvolle Sache. „Sie bringen Sicherheit in den Schulalltag, und dafür sind wir sehr dankbar“, nimmt Clemens Binder das Geschenk vom Land gerne an.

"Evau" schmiedet eigenen Test-Plan

Weil die Mühlen der Politik – mal wieder – zu langsam mahlen, hat das „Evau“ einen eigenen Test-Plan geschmiedet. Vor „Dienstbeginn“ werden Montagmorgen in Eigeninitiative auf zwei Teststraßen unter den Arkaden des oberen Schulhofs alle Schülerinnen und Schüler von zwei Ärzten zum Abstrich gebeten. „Uns war wichtig, dass die Schüler Montagfrüh getestet werden und nicht erst Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Das gibt uns allen ein besseres Gefühl. Wir müssen aufpassen und wollen alles tun, damit die dritte Welle nicht stärker wird“, erzählt Schulleiterin Beate Brinkmann, dass man sich mit dem Schulpflegschaftsvorsitzenden, der Arzt ist, viele Gedanken gemacht und dann ein Konzept entwickelt habe. Ein Konzept, das dazu beitragen soll, dass die Schüler ihren Wissensdurst wieder guten Gewissens löschen können, denn sie brennen auf die Schule und vor allem auf den Präsenzunterricht …

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen