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Globalisierung bringt Bienen in Gefahr
Die Probleme der Unverzichtbaren

Im Bienenvolk von Christoph Buck in Sechshelden herrscht dichtes Gedränge.
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  • Im Bienenvolk von Christoph Buck in Sechshelden herrscht dichtes Gedränge.
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sp Seelbach. Sie ist ein kleines Insekt mit großer Bedeutung: die Biene. Sie versorgt die Menschen nicht nur mit Honig, sondern trägt einen großen Teil dazu bei, dass Wild- und Nutzpflanzen bestäubt werden. Grund genug, am Weltbienentag (20. Mai) zu fragen: Wie geht es eigentlich dem kleinen gestreiften Tierchen? „Allgemein geht es der Biene sehr gut“, kann Andreas Schlosser, Imker und Vorsitzender des Kreisimkervereins Siegerland, aus Seelbach sagen.

Die meisten Krankheiten und Parasiten, die die Honigbiene bedrohten und die aus anderen Ländern eingeschleppt wurden, hätten die Imker im Griff. Allerdings: Die Globalisierung bringt immer wieder neue Herausforderungen. „Wir warten auf den Kleinen Beutenkäfer, der ist jetzt schon in Süditalien und ist mit Bananenkisten oder so gekommen.

sp Seelbach. Sie ist ein kleines Insekt mit großer Bedeutung: die Biene. Sie versorgt die Menschen nicht nur mit Honig, sondern trägt einen großen Teil dazu bei, dass Wild- und Nutzpflanzen bestäubt werden. Grund genug, am Weltbienentag (20. Mai) zu fragen: Wie geht es eigentlich dem kleinen gestreiften Tierchen? „Allgemein geht es der Biene sehr gut“, kann Andreas Schlosser, Imker und Vorsitzender des Kreisimkervereins Siegerland, aus Seelbach sagen.

Die meisten Krankheiten und Parasiten, die die Honigbiene bedrohten und die aus anderen Ländern eingeschleppt wurden, hätten die Imker im Griff. Allerdings: Die Globalisierung bringt immer wieder neue Herausforderungen. „Wir warten auf den Kleinen Beutenkäfer, der ist jetzt schon in Süditalien und ist mit Bananenkisten oder so gekommen.“ Ein Mittel gegen diesen Parasiten gebe es bislang nicht.

Importhonig wird zur Gefahr

Ein weiteres Problem, das mit der Globalisierung einhergeht: der Import von Honig aus anderen Ländern. Er macht den hiesigen Imkern nicht nur Konkurrenz beim Verkauf des eigenen Honigs und kann zu Billig-Preisen angeboten werden, er birgt auch Gefahren für die Bienen selbst. Schlosser erklärt, warum: „Die Krankheitserreger befinden sich im Honig.“ Kritisch werde es, wenn leere Honiggläser im Altglascontainer landeten und die Bienen den Honig aufnähmen. Krankheiten könnten sich so verbreiten, beispielsweise die Amerikanische Faulbrut, eine Bienenseuche.

Erfahren mit dem unverzichtbaren Insekt: Imker Andreas Schlosser.

„Alles, was auf der Welt verbreitet ist, kommt zu unseren Bienen.“ Deshalb die eindringliche Bitte: „Die Gläser nur gespült und verschlossen in den Container werfen.“ Hinzu kommt: Während die Imker in Deutschland versuchten, mit biologischen Maßnahmen Parasiten und Krankheiten zu bekämpfen, setzten andere Länder Biozide oder Antibiotika ein, sagt der Bienenhalter.

Mai 2021 macht Bienen keinen Spaß

Auch das Wetter kann dem Insekt schnell zu schaffen machen. „Die Wetterlage ist im Moment viel zu kühl und verregnet“, weiß Schlosser. Unterwegs sind die Bienen bei diesen Temperaturen nur ungern. Und: Auch wenn derzeit alles in voller Blütenpracht steht, „aufgrund der Kälte haben die Blüten keinen Nektar“. Der Nektar ist der Kohlenhydratlieferant für die Bienen, die Pollen versorgen die Insekten mit Eiweiß.

Fehlt eines von beiden, kommt es zu einer Mangelernährung. Die könne er bei seinen Bienen mit zusätzlichem Futter ausgleichen, bei den Wildbienen funktioniere das aber nicht, erklärt der erfahrene Imker. Das beste Wetter für die Bienen sei, wenn es immer wieder mal regne, aber es warm sei. Denn auch bei zu starker Trockenheit wie in den vergangenen Jahren fänden die Bienen weniger Futter.

Zahl der Bienenvölker im Kreis steigt

Trotz der Bedrohungen gibt es auch Lichtblicke. Das Bewusstsein für die Bienen (und andere Insekten) und das Interesse an deren Haltung habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, weiß Schlosser. Klimawandel, Insektensterben etc. „All das bringt die Bienenhaltung in die Öffentlichkeit.“ 2012 habe es im Altkreis Siegen 350 Imker mit 2000 Bienenvölkern gegeben, heute seien es 510 Imker mit 3200 Völkern.

Im Bienenvolk von Christoph Buck in Sechshelden herrscht dichtes Gedränge.
Erfahren mit dem unverzichtbaren Insekt: Imker Andreas Schlosser.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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