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Brennholzpreise ziehen an
Die richtige Mischung macht's

Ein Leben ohne Holzofen könnten sich in unserer Region viele gar nicht vorstellen. Gerade im grimmig-kalten Frühling haben etliche Hausbesitzer ihre Vorräte aufgefüllt, trotz steigender Preise. Wenn man 50 Prozent Fichte beimischt, macht man nichts falsch, sagt Ulrich Daub aus Feuersbach. Und preiswerter wird’s auch.
  • Ein Leben ohne Holzofen könnten sich in unserer Region viele gar nicht vorstellen. Gerade im grimmig-kalten Frühling haben etliche Hausbesitzer ihre Vorräte aufgefüllt, trotz steigender Preise. Wenn man 50 Prozent Fichte beimischt, macht man nichts falsch, sagt Ulrich Daub aus Feuersbach. Und preiswerter wird’s auch.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

goeb Siegen/Nistertal. Was der Bausektor gerade zu spüren bekommt – zum Beispiel Preissteigerungen für Schnittholz um bis zu 400 Prozent – , ist in diesem Maße zwar nicht auf dem Brennholzmarkt spürbar, gleichwohl ziehen auch dort die Preise kräftig an. Mehr noch: Nicht mehr alle Brennholz-Lieferanten haben genügend Ware.

„Es gibt aktuell kaum noch Holz im Markt“, fasst Klaus Kümpflein, Inhaber der Fa. Brennholz Westerwald in Nistertal, die Situation in Worte. „Und das wird sich erstmal nicht ändern.“ Kümpflein hat gute Kontakte zu Privatwaldbesitzern, wie er sagt. Über viele Jahre gewachsene Geschäftsbeziehungen ließen zwar noch einiges möglich werden. „Doch man merkt, dass nur noch zögerlich abgegeben wird.

goeb Siegen/Nistertal. Was der Bausektor gerade zu spüren bekommt – zum Beispiel Preissteigerungen für Schnittholz um bis zu 400 Prozent – , ist in diesem Maße zwar nicht auf dem Brennholzmarkt spürbar, gleichwohl ziehen auch dort die Preise kräftig an. Mehr noch: Nicht mehr alle Brennholz-Lieferanten haben genügend Ware.

„Es gibt aktuell kaum noch Holz im Markt“, fasst Klaus Kümpflein, Inhaber der Fa. Brennholz Westerwald in Nistertal, die Situation in Worte. „Und das wird sich erstmal nicht ändern.“ Kümpflein hat gute Kontakte zu Privatwaldbesitzern, wie er sagt. Über viele Jahre gewachsene Geschäftsbeziehungen ließen zwar noch einiges möglich werden. „Doch man merkt, dass nur noch zögerlich abgegeben wird.“

Export auch hier das Problem

Schaut man auf die Preisentwicklung beim Holz, wird schnell klar, warum das so ist. „Es geht halt alles zu Wahnsinnspreisen im Container nach China oder in die USA“, meint Kümpflein. Neben dem Bauboom in diesen Ländern treibe der Personalmangel in der Waldarbeit die Preise.

Viele Brennholz-Betriebe haben weitere Standbeine in der Forstwirtschaft, sie pflanzen und beförstern mitunter und verkaufen auch verarbeitetes Holz. „Für einen Kubikmeter Leimbinder hat man früher 450 Euro gezahlt“, berichtet Kümpflein. Heute müssten 1450 Euro hingeblättert werden. Und die Preise kletterten weiter. „Wenn man überhaupt noch einen Anbieter findet.“ Wegen Dachlatten-Verknappung müssten manche Handwerksbetriebe bereits Kurzarbeit anmelden.

Zurück zum Brennholz: Ulrich Daub aus dem Siegener Stadtteil Feuersbach (Gebrüder Daub GmbH Forst & Galabau), mit 19 Mitarbeitern und breit aufgestelltem Geschäftsfeld einer der größeren Anbieter in der Region, bestätigt, dass Kleinere im Siegerland kaum noch die Möglichkeit zum Holzeinschlag bekämen. Die bei Holzofenbesitzern beliebte Buche sei wegen der Borkenkäfer-Katastrophe in den Fichtenbeständen in den vergangenen Jahren nicht oder nur zurückhaltend geschlagen worden. Mit 20 Prozent Preisaufschlag bei Buche müsse man rechnen.

"Warum kaufen die Leute nicht mehr Fichte? Wir haben doch das Fichtenholz."
Ulrich Daub
Brennholz-Lieferant zum Vorurteil gegenüber Fichte im Ofen

„Jetzt gucken natürlich alle aufs Wetter und versuchen abzuschätzen, wie es dieses Jahr mit dem Käfer weitergeht.“ Das Frühjahr war kalt und regenreich. Das mögen die Tierchen nicht. „Mal angenommen“, philosophiert Daub, „es läuft für den Käfer dieses Jahr nicht so rund, was ich nicht glaube, dann werden sich natürlich alle aufs Laubholz stürzen, weil das vier Jahre so gut wie nicht eingeschlagen worden ist.“

Sein Westerwälder Kollege Kümpflein, mit acht Mitarbeitern ein „großer Kleiner“, hat im Frühjahr, dem verkleideten Winter, gute Geschäfte gemacht. Er beobachtet: „Die Leute decken sich bis unters Dach mit Brennholz ein.“ Bis Anfang Juli nimmt er keine Aufträge mehr an. Er habe durchschnittlich um 15 Prozent die Preise angehoben. „Und das, was ich habe, habe ich vom letzten Jahr.“

„Warum wollen alle immer nur Buche?“, fragt sich Ulrich Daub. In nur zwei Jahren seien die Preise für das Hartholz um 20 Prozent geklettert. „Warum kaufen die Leute nicht mehr Fichte? Wir haben doch das Fichtenholz.“ Die Daubs verstochen es selbst „Es ist heimisch, und es ist noch da.“ Der Raummeter Fichte sei 30 Euro günstiger als Buche, zählt er die Vorteile auf und regt zum Umdenken an.

Werbung für das Mischholz

„Wir liefern jetzt viel gemischtes Holz, die Hälfte davon Fichte“, erzählt Daub. Er müsse zwar viel Überzeugungsarbeit leisten. „Aber dann rufen uns die Kunden an und sagen: Das ist doch super. Gerne wieder.“ Nadelholz sei gut zum Anstochen, brenne schneller und mit großer Hitze ab. Dann lege man ein Buchenscheit nach. Es halte sich leider hartnäckig das Gerücht, Fichtenholz sei wegen dem Harz verantwortlich für Glanzruß und damit für Kaminbrände.

„Dann müsste die Feuerwehr in Bayern und Österreich im Dauereinsatz sein, denn die verbrennen fast ausschließlich Nadelholz.“ Glanzruß könne sich nur dann entwickeln, wenn man dem Holzofenfeuer die Sauerstoffzufuhr so abschneide, dass es vor sich hin kokele. „Wenn es munter brennt“, sagt der Feuersbacher abschließend, „entstehen überhaupt keine Probleme“. Andreas

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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