Die Steuereinnahmen sinken jetzt

sz Siegen. Die Finanz- und Wirtschaftkrise wirkt sich inzwischen auch auf das Steueraufkommen in Siegen-Wittgenstein negativ aus, teilt das Finanzamt Siegen mit. In den vergangenen „fetten“ Jahren seien die Steuereinnahmen immer wieder gestiegen, teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Im ersten Halbjahr 2009 jedoch sei das Aufkommen erstmals seit 2005 gesunken: Das Minus bei den Einnahmen in Höhe von 3,12 Prozent beträgt 21,1 Mill. Euro. Das belege, dass die Krise die hiesige Region mit einem gewissen Nachlauf im Vergleich zu anderen Regionen erreicht hat, so das Finanzamt.

Die Lohn- und Einkommensteuer-Aufkommen seien zwar sogar gestiegen, die Einnahmen der übrigen Steuerarten hingegen teilweise deutlich zurückgegangen (siehe Kasten). Einen schweren Einbruch verzeichnet das Finanzamt bei der Körperschaftsteuer: Diese Einnahmen brachen um 26,8 Prozent oder rund 15 Mill. Euro ein. Dieser Rückgang lasse sich außer mit der Konjunkturlage auch mit dem Steuerentlastungsgesetz erklären, der Absenkung des Steuersatzes von 25 auf 15 Prozent ab 2008. Haupteinnahmequellen des Finanzamts Siegen sind weiterhin die Lohnsteuer mit einem Anteil von 41,89 Prozent und die Umsatzsteuer mit einem Anteil von 28,59 Prozent. Auf Ebene der Region Westfalen (Oberfinanzdirektion Münster) beträgt die Lohnsteuer durchschnittlich 37,13 Prozent, die Umsatzsteuer 33,59 Prozent. Rechnet man die zu diesen Anmeldesteuern gehörenden Annexsteuern wie Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag hinzu, so machen diese beiden großen Steuerarten weit über 70 Prozent der Gesamteinnahmen der Finanzämter Westfalens aus.

Erfreulich ist laut dem Leiter des Finanzamtes Siegen, Dr. Günter Michel, dass die weiterhin angestiegene Lohnsteuer im Bezirk der Siegener Finanzbehörde noch auf eine vergleichsweise positive Situation des heimischen Arbeitsmarkts hinweist. Bei der Umsatzsteuer musste das Siegener Finanzamt ein deutliches Minus verzeichnen. Als Grund gibt die Behörde an, dass die steuerpflichtigen 19-Prozent-Inlandsumsätze um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen seien. Zwar sei gleichzeitig auch die gegenzurechnende Vorsteuer aus Investitionen und Wareneinkäufen um rund 19 Prozent niedriger ausgefallen. Dies habe den Umsatzrückgang aber nicht kompensiert. Die um über 100 Mill. Euro zurückgegangenen steuerfreien Umsätze, d. h. Exporte in die EU oder in Dritt-Länder, wirkten sich aufkommensmäßig zwar nicht aus, spiegelten aber die schwierige Situation der exportorientierten Unternehmen. Das weise auch darauf hin, dass bei einer Krise eine reine Exportstrategie in der Wirtschaftspolitik unzureichend sei und die Inlandsnachfrage nicht vernachlässigt werden dürfe. Alle anderen Finanzämter in Westfalen außer dem Siegener verzeichnen unterm Strich ein Plus bei der Steuerentwicklung. Die Einnahmen befänden sich nach zuletzt negativen Entwicklungen bereits wieder in der Konsolidierung.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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