SZ

TKS zwischen Hoffen und Bangen (Update 14.30 Uhr: Vorstands-Info)
Dienstag werden Stahlarbeiter informiert

Wie geht es weiter   bei TKS - auch  in Eichen und Ferndorf? Die am Dienstag  vom Vorstand präsentierten  Pläne  lassen laut heimischem Betriebsrat zumindest eine  "Strategie nach vorne" erkennen. Die Belegschaft wird am  kommenden Dienstag informiert.
  • Wie geht es weiter bei TKS - auch in Eichen und Ferndorf? Die am Dienstag vom Vorstand präsentierten Pläne lassen laut heimischem Betriebsrat zumindest eine "Strategie nach vorne" erkennen. Die Belegschaft wird am kommenden Dienstag informiert.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Eichen/Ferndorf. „Der Vorstand hat uns am Dienstag in der Aufsichtsratssitzung ein sehr umfangreiches Strategiepapier mit Höhen und Tiefen vorgestellt, in dem nichts ausgelassen wird. Es ist erstmals ein Zukunftskonzept, das diesen Namen auch verdient.“ Dieses Fazit zog Helmut Renk, Betriebsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp-Steel (TKS) in Eichen und Ferndorf, am Mittwochmorgen im SZ-Gespräch. Details über Inhalte des Papiers könne und wolle er nicht verkünden: „Es ist bislang nur eine Vorstellung der Pläne gewesen."
IG Metall prüft, "ob man in Verhandlungen eintreten kann"Die IG Metall müsse nun prüfen, "ob man damit in Verhandlungen eintreten kann“.
Wo ist was wann und wie geplant?

nja Eichen/Ferndorf. „Der Vorstand hat uns am Dienstag in der Aufsichtsratssitzung ein sehr umfangreiches Strategiepapier mit Höhen und Tiefen vorgestellt, in dem nichts ausgelassen wird. Es ist erstmals ein Zukunftskonzept, das diesen Namen auch verdient.“ Dieses Fazit zog Helmut Renk, Betriebsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp-Steel (TKS) in Eichen und Ferndorf, am Mittwochmorgen im SZ-Gespräch. Details über Inhalte des Papiers könne und wolle er nicht verkünden: „Es ist bislang nur eine Vorstellung der Pläne gewesen."

IG Metall prüft, "ob man in Verhandlungen eintreten kann"

Die IG Metall müsse nun prüfen, "ob man damit in Verhandlungen eintreten kann“.
Wo ist was wann und wie geplant? „Es ist nicht unsere Aufgabe, das zu verkünden – zumal wir ja auch nicht wissen, was tatsächlich zum Tragen kommt, ob das Paket genehmigt wird“, so Renk. In dem Strategiepapier gebe es Gewinner und Verlierer. „Das müssen wir jetzt noch genauer betrachten. Jeder Standort steht in dem Papier“, auch Arbeitsplatzabbau und Schließungen seien Themen. Die Zahl, dass in der Verwaltung 1000 Jobs wegfallen sollten, sei ja schon publik. Was das aber genau für welche Standorte heiße, das gelte es nun noch zu klären, nannte der Betriebsratsvorsitzende beispielhaft. Eines sei aus Betriebsratssicht klar: Betriebsbedingte Kündigungen dürfe es nicht geben.

Kündigungsschutz um  maximal halbes Jahr verlängert

Wie berichtet, hatten am Dienstag rund 6000 Stahlarbeiter, darunter auch 300 aus dem Siegerland, in Duisburg im Vorfeld besagter Aufsichtsratssitzung der Stahlsparte demonstriert. Am späten Dienstagabend teilte die Gewerkschaft mit, dass der zum Ende 2019 auslaufende Kündigungsschutz um drei bis maximal sechs Monate verlängert werde. Dies bewertete Renk als positiv. Von erheblichen Investitionsplanungen, aber auch Restrukturierungsmaßnahmen zudem war die Rede. „Wichtig wird sein, wie viel Geld wir bekommen“, so Renk am Mittwoch, der an die 1,5 Mrd.-Euro-Forderung der Gewerkschaft erinnerte und so viel verriet: „Es sollen tatsächlich sehr viele Investitionen fließen. Der Wille ist da.“

"Ich erkenne Stategie nach vorne"

„Ich bin nicht entspannt. Aber ich erkenne in dem Papier eine Strategie nach vorne! Auch für das Siegerland gebe es noch einiges zu klären.  Für Freitag sei in Essen eine außerordentliche Betriebsrätekonferenz anberaumt – mit allen vier Vorständen. Die heimische Belegschaft  - und spätestens dann also auch die Öffentlichkeit  - werde am kommenden Dienstag vom Vorstand über die Pläne informiert. Renk fuhr am Mittwoch nach Essen, wo TK-Beschäftigte der Aufzugssparte demonstrieren und Klarheit über ihre Zukunft fordern – ein Zeichen der Solidarität.

"Stärken vor allem, aber nicht nur Duisburg"

Unter der Überschrift „Wir erfinden Stahl neu – unsere Strategie 20-30 für den Stahl“ wandte sich der Vorstand am Mittwoch dann doch noch an die Belegschaften – per Aushang und ohne konkrete Infos zu den einzelnen Stahlstandorten.  Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, so war allerdings zu lesen,  „stärken wir vor allem – aber nicht nur – den Standort Duisburg“. Das Produktionsnetzwerk werde sich verändern. „Einzelne Anlagen werden hinzugefügt oder fallen weg. Es wird im Zuge der Stilllegungen eine Verlagerung von Arbeitsplätzen an andere Standorte geben. Natürlich werden wir versuchen, dies möglichst sozialverträglich abzubilden“.
„Wir alle wissen, dass wir seit Jahren vor großen Herausforderungen stehen“, ist weiterhin zu lesen. Neben „externen“ Faktoren gebe es aber auch „Hausgemachtes“: „Einige unserer Anlagen sind nicht optimal ausgelastet oder entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Außerdem bereiten sie uns große Qualitätsprobleme."  Nach SZ-Informationen sind auch Kreuztaler Anlagen zurzeit nicht ausgelastet. Und man erinnert sich: Die Eichener Bandbeschichtungsanlage „BB A 3“ sollte im Zuge der geplanten (und mittlerweile geplatzten) TKS-Fusion mit Tata bis Ende September 2020 einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden.
Bei Standards und wichtigen Prozessen, so der Vorstand weiter, "haben wir erheblichen Verbesserungsbedarf. All diese Faktoren haben dazu geführt, dass unsere Geschäftszahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 außerordentlich schlecht waren und auch das Ergebnis des Gesamtkonzerns negativ beeinflusst haben“. Hinzu komme Strategisches, wie Fehlinvestitionen bei Steel America, wodurch der gesamte Konzern „unter hohen finanziellen Belastungen leide“.
Zum Potenzial zählten andererseits „eine kompetente Mannschaft“, „exzellente Kundenbeziehungen, ein hochwertiges Portfolio“ und ein „starker integrierter Produktionsstandort in Duisburg“.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen