Dienstbeginn für Busbegleiter

An der Siegener Pestalozzischule achten jetzt Schüler auf Disziplin

juwi Siegen. In den Schulbussen, die zur Pestalozzischule auf den Lindenberg fahren, ist bald Benehmen »Diplomat« angesagt: 14 jugendliche Busbegleiter, rekrutiert aus Schülerkreisen, wurden gestern in prominenter Begleitung zu ihrem ersten Diensteinsatz geleitet.

Schon seit Jahren habe ihm das Problem von Gewalt, Unverschämtheiten und Beleidigungen auf dem Weg zur Schule am Herzen gelegen, erklärte Egon Bernshausen, Rektor der Schule, in seiner Begrüßungsrede vor Vertretern von Polizei, Verkehrsbetrieben, Schule und Stadt Siegen. Dann sei er auf das Projekt »Busbegleitung« aufmerksam geworden, das seit zwei Jahren erfolgreich in Wenden läuft. »Wenn man morgens schon Stress im Bus hat, dann trägt man das in den Schulalltag hinein«, fügte Schulrat Karl-Heinz Gießler unterstützend hinzu.

Ausgerüstet mit leuchtend gelben Westen werden die neun Schüler und fünf Schülerinnen der 8. bis 10. Klasse zukünftig zunächst die Fahrkarten der rund 225 Fahrschüler kontrollieren und dann im Bus über eventuelles Fehlverhalten wachen. Als »Waffen« gegen Störenfriede stehen ihnen - wenn ein Gespräch nicht ausreicht - allerdings nur Zettel und Stift zur Verfügung. Dort wird notiert, wer schlägt, schubst, den Busfahrer ablenkt und »ungerechtfertigte Vorteile« sucht wie Vordrängeln und Platzfreihalten.

Eventuelle Sanktionen werden »ausschließlich von der Schule vorgenommen«, so Horst Wagener vom »Kommissariat Vorbeugung«. Zusammen mit seinem Kollegen Klaus Petri leitete er die einwöchige Schulung der zukünftigen Busbegleiter. In einem vorbereitenden Teil wurden zunächst unangenehme Begebenheiten des Schulweges gesammelt und dann gefragt: Was können wir dagegen tun? Neben Rollenspielen zum Thema Streitschlichtung, teilweise am »Tatort« Bus, standen dann während der 15 Ausbildungsstunden auch ein Besuch bei den Verkehrsbetrieben auf dem Programm. Vom Kennenlernen des Betriebsauflauf erhofft man sich Verständnis für eventuelle Busverspätungen.

Die Verkehrsbetriebe selbst sind aktiv am Busbegleiter-Projekt beteiligt. In Wenden und Kirchhundem habe man sehr gute Erfahrungen damit gemacht, weiß Karl-Hermann Meiswinkel, stellvertretender Verkehrsleiter der VWS, zu berichten. Auch in Bad Laasphe und Niederndorf ist die Sache vor ein paar Wochen gut angelaufen. Andere Schulen haben schon Interesse angemeldet.

Der erste Einsatz verlief gestern ohne größere Probleme. Es ist zwar nicht so einfach, die drängelnde Schülerschar in Schach zu halten, doch sind die neuen Busbegleiter in den gelben Westen ihrem Wunsch, »dass es sicherer wird für die Kinder« und »keine Schlägerein« gibt, schon ein ganzes Stück näher gekommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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