Diskussion um Elih-Areal

 Das Elih-Areal aus der Luft betrachtet. Wie mit dem 18 800 Quadratmeter großen Grundstück an der Wenschtstraße städtebaulich umgegangen werden sollte, darüber wird in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft diskutiert und gestritten. Foto: rt
  • Das Elih-Areal aus der Luft betrachtet. Wie mit dem 18 800 Quadratmeter großen Grundstück an der Wenschtstraße städtebaulich umgegangen werden sollte, darüber wird in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft diskutiert und gestritten. Foto: rt
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ch/sz - Während im Zusammenhang mit der Errichtung einer Rewe-Filiale neben dem Geisweider Rathaus schon bald die Bagger hin und her rollen, werden in Sachen Aldi-Ansiedlung und Neuerschließung des Elih-Areals die Argumente und vor allem die Gestaltungsverantwortung hin und her geschoben. Erst vor kurzem haben die Eigentümer des Grundstücks mit rund 18.000 Quadratmeter Fläche, die Familie Elmaagaçli und ihr langjähriger Freund und Berater Jochen Billich, Pläne zur Nutzung vorgestellt – die Elih-Hallen sollen für den Neubau von rund 200 attraktiven, aber auch bezahlbaren Mietwohnungen und für die Niederlassung des Discounters weichen.

Große Pläne für ein großes Grundstück in unmittelbarer Zentrumsnähe. Die zugleich großen Widerspruch erzeugten. Hinter den Kulissen werde seit über einem Jahr versucht, die Siegener Kommunalpolitik dafür zu gewinnen, Baurecht für dieses Projekt zu schaffen. „Ganz offensichtlich wird jede Gelegenheit genutzt, Politik und Verwaltung vor diesen eigenwirtschaftlichen Karren zu spannen. Auch ich wurde mehrfach darauf angesprochen und habe immer wieder erklärt, dass für dieses Vorhaben kein Planungsrecht besteht, dieses erst geschaffen werden muss. Immer wieder musste ich erklären, wie in solch einem Fall vorzugehen ist: Der Investor muss für sein Vorhaben einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen und beantragen“, so Rüdiger Heupel, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Siegener Stadtrat und zugleich Bauausschussvorsitzender, in der SZ.

Damit ist Jochen Billich, ebenso CDU-Mann und ehemals aktiver Kommunalpolitiker, nicht einverstanden. Gegenüber der SZ sprach er Klartext: „Die Stadt ist am Zuge. Politik und Verwaltung müssen sich endlich bewegen.“ Bereits seit mehreren Jahren bemühe sich die Familie Elmaagaçli, mit dem Rathaus und den politisch Verantwortlichen der Krönchenstadt ins Gespräch zu kommen, wie mit Blick auf das knapp zwei Hektar große Gelände mitten in „Klafeld-Geisweid“ verfahren werden könnte. Billich: „Zu den Gesprächspartnern haben der frühere Stadtbaurat Michael Stojan, damals in Begleitung des heutigen Stadbaurates Henrik Schumann, Vertreter der Fraktionen und eben auch Rüdiger Heupel gehört. Alle haben zum Ausdruck gebracht, dass diese sehr große Fläche für die städtebauliche Entwicklung des Siegener Stadtteils von außerordentlicher Bedeutung ist!“ Die Stadtverwaltung sei gebeten worden, doch ihre eigenen Vorstellungen zur Gestaltung des Areals zu entwickeln, so Billich weiter – damit die Eigentümer nicht an den Vorstellungen der Stadt vorbei „irgendwelche Gespräche“ mit denkbaren Investoren führen, „die in der Tat in großer Zahl bei diesen Eigentümern der großen innerstädtischen, ebenen Fläche vorgesprochen haben.“ Und tatsächlich: Michael Stojan habe sich die Mühe gemacht, eine Skizze vorzulegen, was er sich auf dem Grundstück an der Wenschtstraße vorstellen könnte. Billich: „Für ihn war Wohnbebauung dort denkbar.“ In den zahlreichen Gesprächen kristallisierte sich dann heraus, dass viele einen Standort für einen modernen Aldi-Markt in Geisweid „für dringend erachteten“. Die Eigentümer-Familie habe gegenüber allen Akteuren immer wieder erklärt, dass sie für jedwede Überlegungen offen sei.

Nun lade der Christdemokrat Heupel „die Planungsüberlegungen für Geisweid auf eine völlig falsche Karre“, so sein Parteikollege Billich – jahrzehntelang hat er in der Stadt Kreuztal und im Kreis Siegen-Wittgenstein an vorderster Stelle die Kommunalpolitik maßgeblich mitbestimmt. Billich kritisiert scharf, dass Heupel den Eigentümern vorhalte, dass sie das vergangene Jahr haben verstreichen lassen und keinen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt und beantragt haben: „Abwegiger geht es nicht. Zunächst einmal sind Rat und Verwaltung Damen und Herren des Planungsgeschehens – das gilt auch für Geisweid!“ Zugleich kritisiert er Heupels Aussage, dass in gleichgelagerten Fällen zum Beispiel vom gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften ein solcher vorhabenbezogener Bebauungsplan verlangt werde, weshalb für „Großinvestoren“ nur Gleiches gelten könne. Billich: „Was für eine Irreführung. Siegen veranstaltet einen städtebaulichen Wettbewerb für 6600 Quadratmeter am Rathaus, um letztlich zu der richtigen Entscheidung zu kommen, dass man auf dieser kleinen Fläche nicht neben den Parkplätzen für die Rathausmitarbeiter auch noch zwei Supermärkte unterbringen kann. Und für ein dreimal so großes Gelände mitten in Geisweid soll sich die Stadt keine eigenen Gedanken machen? Soll dem Eigentümer das Risiko aufgebürdet werden, einen Bebauungsplan aus eigener Kraft vorzulegen, der möglicherweise an allen Vorstellung der Stadt vorbeigeht?“ Die Stadt müsse die Entwicklung des Stadtteils auch zu Ende planen und allen Geisweidern und Klafeldern sagen, „wohin die Reise geht. Das ist nicht die Aufgabe eines einzelnen Grundstückseigentümers“, so Jochen Billich. Sein abschließender Appell: „Es ist höchste Zeit, dass Bürgermeister Steffen Mues alle relevanten Kräfte an einen Tisch bringt.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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