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Kryptowährungen als Anlage
Doch keine Bitcoins für Sparkassen-Kunden

Der Kurs des Bitcoin ist im Laufe der Jahre massiv gestiegen. Doch die Schwankungen im Preis sind enorm.
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tip Siegen. Sparkassen wollen ins Bitcoin-Geschäft einsteigen – diese Überschrift einer Agenturmeldung ließ Anleger Mitte Dezember aufhorchen. Demnach habe sich der Sparkassenverband im Rahmen eines Pilotprojekts gegenüber Kryptowährungen öffnen wollen. Letztlich, so hieß es vor einem Monat, entscheide aber jede der 370 Sparkassen deutschlandweit selbst, ob man diese Form der Anlage seinen Kunden anbieten werde.
Sparkasse Siegen bietet auch in Zukunft keine Bitcoins anWilfried Groos, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Siegen, stellt nun klar: Kunden seines Hauses werden auch künftig offiziell keine Kryptowährungen dort kaufen können. Mehr noch: Groos geht davon aus, dass es nicht zu einer generellen Empfehlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) kommen werde.

tip Siegen. Sparkassen wollen ins Bitcoin-Geschäft einsteigen – diese Überschrift einer Agenturmeldung ließ Anleger Mitte Dezember aufhorchen. Demnach habe sich der Sparkassenverband im Rahmen eines Pilotprojekts gegenüber Kryptowährungen öffnen wollen. Letztlich, so hieß es vor einem Monat, entscheide aber jede der 370 Sparkassen deutschlandweit selbst, ob man diese Form der Anlage seinen Kunden anbieten werde.

Sparkasse Siegen bietet auch in Zukunft keine Bitcoins an

Wilfried Groos, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Siegen, stellt nun klar: Kunden seines Hauses werden auch künftig offiziell keine Kryptowährungen dort kaufen können. Mehr noch: Groos geht davon aus, dass es nicht zu einer generellen Empfehlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) kommen werde. „Das war eine Kommunikationspanne”, berichtet Groos der Siegener Zeitung auf Anfrage. „Die Organe unserer Verbände werden davon abraten, Kryptowährungen ins Portfolio der Beratung aufzunehmen.” Auch er persönlich werde sich in den entsprechenden Gremien gegen eine Öffnung gegenüber dieser Anlageform aussprechen.

Kryptowährungen sind keine echten Währungen.
Wilfried Groos
Vorstandsvorsitzender
der Sparkasse Siegen

Digitalwährung kein sicheres Zahlungsmittel und reines Spekulationsobjekt

Der Sparkassen-Chef: „Kryptowährungen sind keine echten Währungen. Sie sind kein Wertmesser, werden nicht als allgemeines Zahlungsmittel akzeptiert und sind mit keinen Sicherheiten hinterlegt.” Auch die populärste Kryptowährung, der Bitcoin, ist für Groos „ohne Substanz”. Stattdessen handele es sich um ein reines Spekulationsobjekt, welches vor allem durch das Versprechen nach hohen Renditen getrieben sei. „Da herrscht eine gewisse Goldgräberstimmung”, so Groos. Und dieses Image passe eben nicht zu einer Sparkasse.

"Kryptowährungen sind keine echten Währungen. Sie sind kein Wertmesser, werden nicht als allgemeines Zahlungsmittel akzeptiert und sind mit keinen Sicherheiten hinterlegt.", sagt Wilfried Groos von der Sparkasse Siegen.
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Generell würde das Thema Kryptowährungen bei der Sparkasse Siegen kaum von Kundenseite nachgefragt. „Da ist wenig Bewegung drin, auch wenn es sicherlich Kunden geben wird, die privat Käufe getätigt haben”, sagt Groos. „Seriöse Anleger”, so der Vorstandsvorsitzende, „denken darüber aber nicht nach.”

Kryptowährungen für kriminelle Machenschaften und Hacker

Auch, weil der Bitcoin einen zweifelhaften Ruf genieße. Fakt ist: Kryptowährungen sind aufgrund ihrer Anonymität ein beliebtes Zahlungsmittel für kriminelle Machenschaften. Bei Hacker-Angriffen werden beispielsweise Lösegeld-Zahlungen immer wieder in Bitcoin gefordert – die Cyber-Kriminellen können den Weg des Geldes nach erfolgtem Zahlungseingang in der Regel gut verschleiern.
Anders bewertet Wilfried Groos hingegen die generellen Bestrebungen von Notenbanken, digitale Währungen einzuführen. Diese seien dann aber reguliert und mit Werten hinterlegt. In Schweden ist die staatlich abgesicherte E-Krone testweise im Umlauf. Auch sie basiert, wie Kryptowährungen, auf der Blockchain-Technologie. Der Vorteil: Transaktionen können automatisiert, aber transparent im Hintergrund laufen. Ein Einsatzgebiet sieht Groos in der Übertragung von Geldwerten von Maschine zu Maschine. So könnten damit beispielsweise Parkvorgänge von Autos abgewickelt werden, ohne dass sich der Fahrer um irgendetwas kümmern müsste.

Digitaler Euro könnte sich etablieren

Der digitale Euro könnte die digitale Variante des derzeitigen physischen Bargelds darstellen und neben dem Bargeld existieren. Mit dem Thema befassen sich auch Lehrende der Fakultät 3 der Universität Siegen (Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht). Prof. Dr. Arnd Wiedemann und Michelle Graversen vom Lehrstuhl für Finanz- und Bankmanagement kamen im Rahmen eines Beitrages für die Uni-Zeitschrift „Diagonal” zu dem Fazit: „Sicher scheint bereits heute zu sein, dass die Zentralbanken das Feld der digitalen Währungen nicht privaten Anbietern überlassen werden.”

Der Kurs des Bitcoin ist im Laufe der Jahre massiv gestiegen. Doch die Schwankungen im Preis sind enorm.
"Kryptowährungen sind keine echten Währungen. Sie sind kein Wertmesser, werden nicht als allgemeines Zahlungsmittel akzeptiert und sind mit keinen Sicherheiten hinterlegt.", sagt Wilfried Groos von der Sparkasse Siegen.
Autor:

Tim Plachner

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