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Emission soll um 60 statt 55 Prozent sinken
Dr. Peter Liese: "Übers Ziel hinausgeschossen"

Peter Liese hält den Ansatz verstärkter Maßnahmen zwar für richtig, die 60-Prozent-Senkung aber für zu ambitioniert.
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  • Peter Liese hält den Ansatz verstärkter Maßnahmen zwar für richtig, die 60-Prozent-Senkung aber für zu ambitioniert.
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juka Siegen/Brüssel. Bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent sinken. Das hat das Europaparlament am Mittwoch beschlossen und damit für Überraschung und Unverständnis gesorgt. So auch beim heimischen Europaabgeordneten Dr. Peter Liese. Denn eigentlich hatte die Kommission unter Ursula von der Leyen nur eine Reduzierung von 55 Prozent angestrebt – und bereits das wäre laut Liese ein sehr ehrgeiziges Ziel gewesen. „Ich finde es richtig, dass Ursula von der Leyen einen ambitionierten Vorschlag vorgelegt hat. Aber das ist aus meiner Sicht auch das Maximum, was wir sinnvollerweise machen können“, erklärt der 55-Jährige.
Arbeitsplätze gefährdetIn den vergangenen 30 Jahren habe Europa seine Emissionen um 25 Prozent reduziert.

juka Siegen/Brüssel. Bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent sinken. Das hat das Europaparlament am Mittwoch beschlossen und damit für Überraschung und Unverständnis gesorgt. So auch beim heimischen Europaabgeordneten Dr. Peter Liese. Denn eigentlich hatte die Kommission unter Ursula von der Leyen nur eine Reduzierung von 55 Prozent angestrebt – und bereits das wäre laut Liese ein sehr ehrgeiziges Ziel gewesen. „Ich finde es richtig, dass Ursula von der Leyen einen ambitionierten Vorschlag vorgelegt hat. Aber das ist aus meiner Sicht auch das Maximum, was wir sinnvollerweise machen können“, erklärt der 55-Jährige.

Arbeitsplätze gefährdet

In den vergangenen 30 Jahren habe Europa seine Emissionen um 25 Prozent reduziert. Wenn man den Vorschlag hätte umsetzen wollen, müsste man in zehn Jahren alleine um 30 Prozent reduzieren. „Das ist eine Herkulesaufgabe, und wenn man meint, man könnte einfach noch mal 5 Prozent drauflegen, dann werden wir massiv Arbeitsplätze gefährden und die Menschen gerade im ländlichen Raum überfordern“, warnt Liese. Die Senkung um 55 Prozent sei bereits mit großem Abstand das ambitionierteste Ziel, das irgendeine große Volkswirtschaft auf der Welt habe. „Mit der 60-Prozent-Marke ist das Parlament aber über das Ziel hinausgeschossen.“

Jetzt investieren, später sparen

Dass die verstärkten Maßnahmen richtig seien, daran lässt Liese allerdings keinen Zweifel. „Ich setze mich seit Jahren dafür ein, dass mehr für den Klimaschutz getan wird. Es ist ein wenig vergleichbar mit der Corona-Situation. Wenn man sieht, wie schlimm es ist, ist es zu spät“, mahnt Liese, der zum Beispiel auch die „Fridays for Future“-Bewegung ausdrücklich gutheißt.
An die Menschen in der Region appelliert er, sich bereits jetzt auf die ambitionierten Vorgaben einzustellen. „Es ist wichtig, dass wir alle unsere Häuser so ausstatten, dass wir möglichst wenig Öl und Gas brauchen.“ Liese rät dabei, jetzt die Programme zur Förderung zu nutzen, bevor höhere Gas- und Ölpreise kommen. „Wer jetzt investiert, kann später umso mehr sparen.“

Fliegen ist schädlich fürs Klima

Darüber hinaus habe man durch Corona gelernt, dass man auch in der Nähe Urlaub machen kann. „Denn Flugreisen sind für das Klima das Schädlichste.“ Auch die Verteufelung des Elektroautos müsse aufhören und für diejenigen, die aufgrund der Reichweite keine E-Autos nutzen könnten, stelle Hybridtechnologie eine Möglichkeit dar. Als weiteren wichtigen Punkt führt Liese die Akzeptanz der Windkraft in Südwestfalen an. „Aber natürlich soll das Siegerland oder Wittgenstein kein Land der 1000 Windräder werden“, beruhigt der Europaabgeordnete. Auch in Sachen Ernährung gebe es noch Nachholbedarf, da tierische Produkte, vor allem Rindfleisch, Käse und Butter, besonders klimaschädlich seien. Daher wünscht sich der 55-Jährige auch mehr vegane oder vegetarische Angebote in Restaurants. „Aber natürlich soll den Leuten niemand vorschreiben, was sie essen.“

Peter Liese hält den Ansatz verstärkter Maßnahmen zwar für richtig, die 60-Prozent-Senkung aber für zu ambitioniert.
Der Europaabgeordnete moniert, man sei über das Ziel hinausgeschossen.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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