Drei Personen das Leben gerettet

Christian Renard vor dem Mehrfamilienhaus am Rüsterweg 11 in Geisweid. Foto: jrs

cs Das nennt man wohl Zivilcourage: Dass bei dem Zimmerbrand im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses am Rüsterweg in der vergangenen Woche keiner der Bewohner ernsthaften Schaden genommen hat, ist vor allem dem mutigen und selbstlosen Einsatz von Christian Renard zu verdanken. Der 22-jährige Renard, in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnhaft, bemerkte gegen 19.50 Uhr den schwarzen, aufsteigenden Rauch aus dem Dachgeschoss und handelte geistesgegenwärtig: Zunächst informierte der junge Mann seine Familie und setzte den Notruf bei der Feuerwehrleitstelle ab. „Schließlich hätte es ja sein können, dass das Feuer auf das Nachbarhaus überspringt“, berichtet Renard im SZ-Gespräch.

Anschließend klopfte Renard am Fenster der Bewohner der unteren Etage des betroffenen Hauses und klingelte „sturm“, um sich Zugang zum Mehrfamilienhaus zu verschaffen. Die Anwohner öffneten schließlich die Türe und begaben sich nach draußen in Sicherheit. Dann lief Renard die Treppe hinauf und trat die Wohnungstür der brennenden Dachgeschosswohnung ein – dies gelang ihm erst nach einigen Versuchen. „Bestimmt zehn oder 15 Tritte“ habe er benötigt. „Dadurch habe ich mir den Fuß geprellt, das ist aber halb so schlimm.“ Die Katze des Mieters hatte der Mann bereits zuvor selbst aus dem Dachfenster gelassen, das Tier konnte sich somit vor dem Feuer ins Freie retten und wurde im Anschluss von den Einsatzkräften der Feuerwehr versorgt.

Die Sicht in der Dachgeschosswohnung war durch die dichten, dunkeln Rauchwolken bereits deutlich eingeschränkt, aber auch dieses Problem löste Renard gedankenschnell: Mit Hilfe des Lichtes seiner Handykamera lotste er den 46-jährigen Wohnungsinhaber, der auf Renard einen „verwirrten Eindruck“ machte, in das Treppenhaus und brachte auch ihn ins Freie – somit rettete der junge Mann gleich drei Personen vermutlich das Leben.

Im SZ-Gespräch beteuert der 22-Jährige, dass sein selbstloses und mutiges Handeln für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. „Was hätte ich denn anderes machen sollen?“, fragt er und schiebt nach: „Ich glaube, mein Gehirn hat in dem Moment einfach klick gemacht und ich war voller Adrenalin – in allen Einzelheiten kann ich das Geschehen auch nicht mehr rekonstruieren.“ Fest steht jedenfalls: In eine brennende Wohnung zu stürmen, sein eigenes Leben oder zumindest seine Gesundheit für andere Menschen aufs Spiel zu setzen – das ist ganz sicher keine Selbstverständlichkeit!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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